Hunderte feierten den Hundertsten

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Kaum Platz zum Tanzen hatten die Schäffler gestern bei ihrem Festnachmittag mit zwei Tänzen vor dem Rathaus.

Wasserburg - Nach sechs Wochen genügt es dann auch mit dem Schäfflertanz? Den Wasserburgern offensichtlich nicht, denn am gestrigen Sonntag war der Marienplatz gesteckt voll:

Nach sechs Wochen genügt es dann auch mit dem Schäfflertanz? Den Wasserburgern offensichtlich nicht, denn zum Festnachmittag der Schäffler am gestrigen Sonntag war der Marienplatz gesteckt voll. "Das sind ja mehr Leute als beim Premierentanz", stellte nicht nur der Bürgermeister fest.

"Beim zweiten Tanz bitte durchwechseln: Die, die jetzt vorne standen nach hinten und umgekehrt" forderte Oberkasperl Helmut Samer die vielen hundert Zuschauer am Marienplatz auf. Und die Feier, die war auch nicht, wie angesagt, gegen 16/16.30 Uhr zu Ende: Noch kurz vor 18 Uhr waren vom Rathaus Gesänge zu hören.

Schwungvoll umsprangen die Tänzer die am Fass "arbeitenden" Schäffler.

"Überwältigt" von der Resonanz sei er, so Samer, der ohnehin felsenfest überzeugt ist, dass der Wasserburger Schäfflertanz der schönste der Welt ist. Der Marienplatz, die Schäffler mit ihren Marketenderinnen und Wagerlbuam, die Schiffsleut, die Stadtkapelle, die Stadtknechte - den Zuschauern, selbst teilweise bunt gewandet, bot sich ein farbenprächtiges Bild. Eines, das auch Bürgermeister Michael Kölbl begeisterte. "Fantastisch" fand der den Auftrieb vor dem Rathaus und besonders beachtlich, dass das alles ehrenamtlich passiere. "Nur so, wenn sich viele engagieren, kann ein Gemeinwesen funktionieren."

Schäffler tanzen bei strahlendem Sonnenschein

Die funktionierende Schäfflertradition Wasserburgs, die freute den Schirmherren Toni Meggle, die gebe es in anderen Städten Oberbayerns nicht mehr. Das läge aber wohl auch an der weitsichtigen Nachwuchsförderung der Wasserburger Schäffler, "denn der eine oder andere Wagerlbua ist frühestens in 14 Jahren als vollwertiger Tänzer dabei", vermutete er mit Blick auf die kleinsten Schäffler.

Ein Schnaps auf die Unterstützung durch Schirmherr und Bürgermeister.

Nicht nur der Schirmherr - "Mir hätt' ma koan bessern finden kenna", wie Cheforganisator Samer betonte - bewunderte die Kondition der Schäffler. Die haben mittlerweile sieben Wochenenden und zuletzt vier Tage am Stück in den Knochen und ließen gestern kein Anzeichen von Müdigkeit erkennen. Meggle hatte zwar gerade keinen Schirm griffbereit, er habe aber einen, so der Schirmherr, und der sei groß genug für alle. "Wenn's Euch nass neigeht, dann kommt's."

Zum letzten Mal zu sehen sind die Schäffler am morgigen Dienstag. Gegen 18.30 Uhr setzt sich der Fackelzug mit Schäfflern, Stadtkapelle, Schiffsleuten und Stadtknechten zum abgedunkelten Marienplatz in Bewegung und um 19 Uhr heißt es dann zum letzten Mal "Aba heid ist koid".

syl/Wasserburger Zeitung

Mehr Fotos auf www.rosenheim24.de/fasching

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser