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Waldkraiburg: Gewerkschaft NGG erkämpft halbe Million Abfindung

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    • 14.05.13
    • Waldkraiburg
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Schlusspunkt unter Schlachthof-Skandal

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Waldkraiburg - Geld entschädigt sicherlich nur teilweise für einen Arbeitsplatz-Verlust. Dennoch zieht die hohe Abfindung nun einen Schlussstrich unter den Schlachthof-Skandal.

Aus dem Archiv: Demo vor dem Schlachthof

Sie sind meist die Nacht durchgefahren, aus ihren Heimatorten in Polen, Rumänien oder Ungarn, und sie waren nahezu vollständig: Die knapp 60 Männer und Frauen, die bis zum Sommer 2012 am Schlachthof des Konzerns VION im oberbayrischen Waldkraiburg für die Werkvertragsfirma „Global“ als Schlachtkolonne gearbeitet hatten – bis zur Insolvenz des Unternehmens und den turbulenten Monaten danach. Nun sitzen sie im Saal der Gaststätte Toerring-Hof in der Innenstadt von Waldkraiburg: Ihre Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte zu einer Versammlung am vergangenen Samstag, 11. Mai, eingeladen, und es wurde ein freudiges Wiedersehen. „Ihr habt mit eurer Entschlossenheit, viel Mut und Ausdauer diesen Tag erst möglich gemacht“, begrüßt sie Georg Schneider von der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern, „wir haben jetzt genau die Abfindungslösung erkämpft, die wir von Anfang an gefordert hatten.“

Insgesamt eine halbe Million Euro Abfindung erhalten die knapp 60 NGG-Mitglieder der im Sommer 2012 insolvent gegangene Werkvertragsfirma „Global“ und ihrer Rechtsnachfolgerin „CCF“. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass dies nur ein geringer finanzieller Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes ist“, bilanziert Schneider. Die Abfindungen für die gekündigten NGG-Mitglieder, die jetzt vom Insolvenzverwalter der „Global“ und der Werkvertragsfirmas „CCF“ gezahlt werden müssen, setzen den Schlusspunkt hinter eine skandalträchtige Geschichte, die Aussenstehende immer wieder in ungläubiges Staunen versetzte: Im Sommer 2012 erklären die Verantwortlichen der Werkvertragsfirma „Global Dienstleistungs-GmbH“ auf einer Versammlung ihren 170 Beschäftigten, dass sie ab sofort arbeitslos seien, da die „Global“ insolvent gegangen sei. Bis zu diesem Tag hatten die Männer und Frauen aus Deutschland und einigen osteuropäischen Ländern am Schlachthof des Fleischkornzerns VION in Waldkraiburg Rinder und Schweine geschlachtet und zerlegt, Schicht um Schicht, zum Teil schon jahre- und jahrzehntelang.

„Dann wurden die Global-Arbeiterinnen und Arbeiter noch in derselben Versammlung unter Druck gesetzt und vor die Wahl gestellt: Ihr könnt noch heute einen Vertrag bei einer von zwei neuen Werkvertragsfirmen unterschreiben und am Schlachthof weiterarbeiten – oder ihr seid ab sofort gekündigt“, erinnert Johannes Specht von der Gewerkschaft NGG an den Beginn der Geschichte. Über 100 Schlachterinnen und Schlachter gingen damals auf das Angebot ein und heuerten bei der „CCF GmbH“ oder der rumänischen Firma „Salamanda“ an, knapp 60 weigerten sich und bekamen Kündigungen. „Diese Kündigungen, ja schon das Angebot eines neuen, deutlich schlechteren Arbeitsvertrages war ein glatter Rechtsbruch“, so Specht zu den Vorgängen.

Nach geltendem Recht hätten bei einem Betriebsübergang (§ 622 Bürgerliches Gesetzbuch) alle Beschäftigten für mindestens ein Jahr zu den selben Bedingungen weiterbeschäftigt werden müssen. Die NGG aus Rosenheim klärte die Gekündigten über ihre Rechte auf und übernahm für alle die Vertretung vor dem Arbeitsgericht Mühldorf in einer Massenklage, die das Gericht so auch wohl noch nie zu bearbeiten hatte. Es folgten Demonstrationen, unter anderen zum bayerischen Landtag nach München, Appelle an die zuständigen Behörden, die haarsträubenden Geschehnisse am VION-Schlachthof zu überprüfen, etliche Berichte in der Presse, Radio und Fernsehen, und zähe und harte Verhandlung der NGG mit den Anwälten der Werkvertragsfirmen.

„Für die betroffenen Schlachterinnen und Schlachter hat diese skandalöse Geschichte nun durch ihr solidarisches Handeln einen Schlusspunkt gefunden“, so Georg Schneider, „doch die Arbeitsbedingungen am Schlachthof haben sich kein Stück gebessert: Hier geschieht weiterhin Ausbeutung der übelsten Art.“ Nach und nach wurde bekannt, dass eine der zwei neuen Werkvertragsfirmen am Schlachthof, die „Salamandra“ Arbeitsverträge mit einem Stundenlohn von 1 € Brutto ausgegeben habe – mit einigen Hundert Euro zusätzlich por Monat auf die Hand. „Wir vermuten hier Steuer- und Sozialversicherungsbetrug im großen Stil“ so Schneider.

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