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Mühldorf - Ein positives Fazit des ersten Jahres der Mühldorfer Stadtgespräche haben Moderator Thomas Lepping und Bürgermeister Günther Knoblauch gezogen.

Moderator Thomas Lepping sieht seinen ersten Eindruck über Mühldorf auch nach einem Jahr bestätigt: „Wir agieren hier auf sehr hohem Niveau, die Ausgangslage ist sehr gut.“ Trotzdem hält es Lepping für den richtigen Schritt antizyklisch zu reagieren: In guten Zeiten Vorsorge für die Zukunft treffen. Ziel sei vor allem die Verbesserung der Kommunikation und des „Wir-Gefühls“.

In drei Arbeitsgruppen mit den Themen Innenwirkung, Außenwirkung und Standortzusammenarbeit treffen sich etwa 60 Mühldorfer einmal im Monat, um über Vorhaben zu sprechen. Der „Sonntag am Inn“, das Kinoprogramm „Wunschfilm“, die „Bücherrallye“, der sehr stark besuchte „Immobilienstammtisch“ oder „freundliches Mühldorf“ sind einige der bislang durchgeführten Aktionen, die zum Teil auf großen Zuspruch trafen. Gut 15 Projekte wurden laut Lepping bislang durchgeführt. Die gute Ausgangsposition der Stadt macht es nach Ansicht Leppings aber schwierig, „Ehrenamtliche für nachhaltiges Engagement zu motivieren“.

Deshalb setzten die Stadtgespräche neben der Arbeit in den drei Projektgruppen auf zahlreiche Gespräche mit Einzelpersonen, Institutionen und Verbänden wir der Aktionsgemeinschaft. Am Beispiel der Gestaltung und Nutzung der Altstadtgassen macht Knoblauch deutlich, dass neben der Arbeit in den Projektgruppen Gespräche mit Einzelnen notwendig sind. „Da brauchen wir die Bürger, Hausbesitzer, Geschäftsleute und da sind die Stadtgespräche der richtige Weg“, sagt Knoblauch. Dieser Bereich habe dank des sehr stark besuchten Immobilienstammtischs Perspektiven für eine verstärkte Zusammenarbeit vor allem im Bereich der Altstadt geöffnet. Themen seien die Gestaltung der Gassen, Flächenmanagement oder die Einführung einer Weihnachtsbeleuchtung in der Weißgerberstraße oder der Lederergasse. Heuer kommt sie entgegen der ursprünglichen Planung aber noch nichts. Knoblauch hält aber am „Pilotprojekt in den Gassen“ fest, das „Signalwirkung auf den Stadtplatz“ haben soll. Wichtiger Punkt ist die Unterstützung der Aktionsgemeinschaft. Grundsätzlich sieht Knoblauch die Händler in der Pflicht aktiv zu werden. „Es geht mit den Stadtgesprächen aber darum etwas anzustoßen.“ Er stellt nach einen Jahr Stadtgespräche fest: „Das Klima hat sich geändert, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit hat sich gesteigert.“

Die größten Defizite weisen die Stadtgespräche in den Bereichen Außenwirkung und Standortzusammenarbeit auf. Zwar gebe es aus der Arbeitsgruppe Außenwirkung einige erfolgreiche Projekte wie das Kinoprogramm „Wunschfilm“; ein gemeinsamer Auftritt in der Region und darüber hinaus sei noch nicht gefunden. „Die abgestimmte Darstellung nach außen ist ein großer Punkt, den wir bewältigen müssen“, sagt Knoblauch. Nach seiner Ansicht liegt es vor allem an zu erwartenden Kosten, dass die Bereitschaft dazu bislang gering ist. Astrid Reber, die die Stadtgespräche im Auftrag der Stadt begleitet, urteilt: „Das Wir-Gefühl ist dafür noch nicht ganz so ausgeprägt.“

Noch schwieriger gestaltet sich die Zusammenarbeit in der Frage der Standortzusammenarbeit. So seien die Gewerbegebiete im Norden der Stadt nur schwach vertreten, bestätigt Lepping. Knoblauch betont aber, dass es die grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit gebe. „Wir von der Stadt sind gefordert ein Thema zu finden, bei dem alle mitmachen. Es müssen sich aber alle wiederfinden.“ Ideen gibt es, dazu gehören gemeinsame Werbeauftritte oder Bonussysteme wie eine Mühldorf-Card oder ein Mühldorf-Taler.

Die brisanten Themen der Vergangenheit spielen in den derzeitigen Stadtgesprächen laut Lepping kaum eine Rolle. Die Ansiedelung des Globusmarkts, die die Händler vor zehn Jahren gespalten hat, die Parkplatzfrage oder Öffnungszeiten seien derzeit nicht auf der Tagesordnung aber auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. „Es darf kein Thema geben, dass man nicht ansprechen darf“, betont Knoblauch. Wirtschaftsförderin Reber macht aber klar: „Ein Ziel der Stadtgespräche ist es die positiven Dinge herauszugreifen und sie besser rauszustellen.“

Die Stadtgespräche haben vor einem Jahr mit einer großen Veranstaltung im Stadtsaal begonnen. Sie gehen noch zwei Jahre lang im derzeitigen Rahmen unter der Moderation von Thomas Lepping weiter.

hon/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © sb

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