Wertvolle Tipps vom König der Spieler

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Beim Spielenachmittag im Haus des Buches hatten Eltern und Kinder die Möglichkeit, sich über die neuesten Spiele zu informieren und sie auszuprobieren.

Waldkraibrug - Für Wolfgang Wichmann ist Spielen die aktivste Art, sein Gehirn zu trainieren. Denn: Man bleibt jung, wenn man spielt.

Für Wolfgang Wichmann ist Spielen die aktivste Art, sein Gehirn zu trainieren. Man bleibt jung, wenn man spielt. Kein Wunder, dass der "Spieler" Wolfgang Wichmann die Kinder bei einem Spielenachmittag im Haus des Buches begeisterte.

Herr Wichmann, wie wird man Spieler?

Spieler wird man, wenn man Eltern hat, die mit einem spielen. Da wird der Grundstock gelegt. Wenn die Eltern keine Zeit haben, kann das ersatzweise auch in der Krippe, dem Kindergarten oder dem Kinderhort passieren.

Wie war das bei Ihnen, wie sind Sie zum Spielen gekommen?

Bei mir war es genau so. Meine Eltern waren Lehrer, hatten daher nachmittags oftmals Zeit. Mein Vater hat sich Würfel besorgt und sich selbst Würfelspiele ausgedacht. Das gleiche habe ich dann mit meinen Kindern praktiziert und jetzt spiele ich mit meinen Enkelkindern.

Was machen Sie eigentlich beruflich?

Ich war lange Jahre im Bereich der EDV beschäftigt. Doch mit 53 Jahren war ich meiner Firma zu alt. Da habe ich dann mein Hobby - das Spielen - zu meinem Beruf gemacht.

Was macht eigentlich ein gutes Spiel aus?

Ein gutes Spiel sollte unterhaltsam für alle Beteiligten sein. Es sollte interaktiv sein, das heißt jeder Spieler kann mit oder gegen jeden Mitspieler spielen. Darüber hinaus sollte es keine allzu langen Wartezeiten für die einzelnen Spieler geben und das Spiel insgesamt nicht zu lange dauern. Natürlich sollte ein gutes Spiel auch eine pädagogische Komponente haben.

Wie findet man denn das passende Spiel für sich?

In größeren Gemeinden findet man normalerweise so genannte Spielkreise, wo sich Gleichgesinnte zum Spielen treffen. Inzwischen haben aber auch fast alle Büchereien Spiele, die man dort ausprobieren beziehungsweise ausleihen kann. In München gibt es einmal im Jahr eine Messe, die Spielwies'n. Dort kann man die neuesten Brettspiele begutachten und ausprobieren.

Haben Sie ein Lieblingsspiel?

Oh, ich mag ganz viele Spiele. Das liegt in der Natur der Sache (lacht). Am liebsten spiele ich aber zurzeit "Zatre". Das ist eine Art Scrabble allerdings mit Zahlen. Das wird auch wettbewerbsmäßig gespielt, und ich wurde 1997 schon einmal Weltmeister.

Können Sie unseren Lesern je ein unterhaltsames Spiel für Vorschulkinder und eines für Schulkinder empfehlen?

Für Vorschulkinder fällt mir ganz spontan "Nicht zu fassen" ein. Das ist ähnlich aufgebaut wie das Grimm'sche Märchen vom "Wolf und den sieben Geißlein". Bei Schulkindern finde ich derzeit "Geistesblitz" sehr gelungen. Da ist bei allen Spielern Konzentrationsvermögen und Reaktion gefragt. Hier wäre aber auch "Heckmeck" oder "Kinder Sequence" zu nennen. Bei allen drei Spielen müssen die Kinder eben auch ihr Hirn anstrengen.

Wird Spielen nicht irgendwann langweilig oder andersherum gefragt, wie bewahrt man sich die Freude am Spielen?

Wenn man immer wieder spielt und Schritt für Schritt die Ansprüche steigert, hat man immer Spaß. Dann kann es auch gar nicht langweilig werden. Wer sich trotzdem unterfordert fühlt, kann sich einen passenden Spielkreis suchen, wo Gleichgesinnte miteinander aktiv sind.

Was halten Sie eigentlich von Computerspielen?

Wenn ein Kind alleine ist, ist es besser, wenn es ein Computerspiel spielt, als sich vor den Fernseher zu setzen. Beim Fernsehen wird das Kind nur berieselt, es findet keine Interaktion statt. Bei Computerspielen müssen die Kinder wenigstens selber handeln. Allerdings ist hier ganz starr vorgegeben, was die Kinder tun können oder eben nicht. Computerspiele können eben die Brettspiele nicht ersetzen. Hier müssen sich die Kinder mit anderen Mitspielern auseinandersetzen. Brettspiele leiten zum Denken an und trainieren das Gehirn. Hier lernen sie mit Sieg oder Niederlage umzugehen und sich an Regel zu halten. Das geht bei Computerspielen nicht; da kann man sich immer seine eigene Welt und seine eigenen Regeln schaffen.

Das Interview führte Harald Schwarz/Waldkraiburger Nachrichten

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