Hochwasserschutz Niederndorf: Bauliche Maßnahme kostet 800000 Euro - Stadt müsste die Hälfte tragen

"Wer so nah am Inn wohnt, kennt die Gefahr"

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Waldkraiburg - Über den Hochwasserschutz in Niederndorf im Bereich des Uferweges sprach der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Hochwasserschutzmaßnahmen würden heutzutage rund 800000 Euro kosten, der Freistaat würde nur noch 50 Prozent übernehmen, den Rest hätte die Stadt zu tragen.

Zum Sachverhalt: Beim Hochwasser im August 2005 seien drei Häuser am Uferweg in Niederndorf "gewaltig abgesoffen", wie es Bürgermeister Siegfried Klika formulierte. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim hat dann auf Veranlassung der Stadt erneut mögliche Hochwasserschutzmaßnahmen für die drei Anwesen überprüft.

Beim Planfeststellungsverfahren für die Hochwasserfreilegung in Niederndorf im Jahr 1991 wurde eine geplante Hochwassermauer von den Anliegern abgelehnt, da sie um den Ausblick auf den Inn fürchteten. Die geschätzten Baukosten betrugen damals 752000 Mark (384500 Euro). Der Freistaat hätte damals 70 Prozent der Maßnahme übernommen, auf die Stadt Waldkraiburg wäre ein Anteil von 30 Prozent abgefallen.

In einem Schreiben vom 14. Oktober 2009 teilte das Wasserwirtschaftsamt der Stadt mit, dass bei den drei Anwesen das öffentliche Interesse für eine derartige Hochwasserschutzmaßnahme "gerade noch" bestünde. Anstelle eines technischen Schutzes - Damm und Mauer - könnte grundsätzlich auch eine Aussiedlung aller drei Anwesen in Erwägung gezogen werden.

Gerhard Oswald von der Stadt berichtete dem Ausschuss, der am tiefsten gelegene Anlieger plane eine Absiedlung und habe einen Ersatzbau auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Sinn.

Die beiden anderen Anlieger allerdings bevorzugen einen baulichen Hochwasserschutz. Laut Oswald werde das Wasserwirtschaftsamt dem Anlieger, der die Absiedlung plant, mitteilen, dass diese von nur einem oder zwei Anwesen vom Freistaat nicht finanziell unterstützt werde.

Die Kosten für einen möglichen Hochwasserschutz werden auf rund 800000 Euro geschätzt. Die Hälfte hätte die Stadt zu tragen, die andere Hälfte würde der Freistaat tragen. Oswald erläutert, die Kommunen können Teil der Kosten auf die betroffenen, "vorteilsziehenden" Bürger umlegen. Nun möchte das Wasserwirtschaftsamt wissen, ob die Stadt grundsätzlich bereit ist, den Beteiligtenbeitrag für eine bauliche Maßnahme oder einer Umsiedlung aufzubringen. Die Verwaltung werde nun Vorteilsausgleichsberechnungen anstellen wegen einer Umlage auf die betroffenen Anlieger.

Ein Beschluss zur Sache wurde in dieser Sitzung nicht gefasst. Klika betont aber noch, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis für nur zwei Häuser nicht im Verhältnis stehe. "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" so der Bürgermeister. In einem der betroffenen Häuser wohnten zwar nicht mehr die Besitzer von damals, allerdings, "wer so nah am Inn wohnt, muss über die Gefahr bescheid wissen", so Klika.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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