Warum gibt's kein Auer Festbier?

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Kein Auer Festbier wird auf dem Waldkraiburger Volksfest ausgeschenkt.

Waldkraiburg/Au - Auf dem Waldkraiburger Volksfest wurde bisher kein Auer Festbier ausgeschenkt. Es lag an der Kühltechnik, glaubt Bürgermeister Siegfried Klika - es gibt aber auch eine andere Meinung!

Hauke Winterer von der Toerring Brauerei äußert sich nicht und Klosterbräu Hubert Gaßner meint, dass er "rausgedrängt" wurde.

Gibt es hinter den Kulissen einen Waldkraiburger Bierkrieg? Möglicherweise, denn die Liefergemeinschaft Klosterbräu Hubert Gaßner und die Graf Toerring-Brauerei sollen bereits via Anwalt kommunizieren. Wie sich herausstellte, wurde an keinem Tag des Volksfestes das Auer Festbier ausgeschenkt, von dem Klosterbräu Hubert Gaßner 30.000 Liter eigens gebraut hatte.

Auer Bier nur bei Misswahl und Public Viewing

www.waldkraiburger-volksfest.de

Bei der Misswahl und beim Public Viewing am Abend davor, tranken die Menschen noch Auer Festmärzen, der Kühlcontainer aus Au habe einwandfrei funktioniert, so Gaßner. Und dann ist möglicherweise irgendetwas vorgefallen. Ob zwischen Festwirt Jochen Mörz und Klosterbräu Gaßner oder innerhalb der Liefergemeinschaft ist nicht klar. Gaßner berichtet, er sei überrumpelt und ausgegrenzt worden.

Nach dem Anzapfen durch Bürgermeister Siegfried Klika schenkte der Wiesnwirt bereits Toerring-Festbier aus und vertröstete Gaßner mit der Erklärung, es gebe Probleme mit seinem Bier. Es liege an der Kühltechnik und daher sei kein Zapfen möglich. So erklärte es Klika auch der Zeitung und verwies auf die Liefergemeinschaft Gaßner-Toerring, die das regeln müsse.

Hauke Winterer, Verkaufsdirekor der Brauerei Toerring-Jettenbach wollte auf die Frage, woran es gelegen habe, nicht äußern. "Gaßner hat uns gebeten, auszuhelfen. Nun wird in Absprache mit dem Festwirt, der Stadt und der Klosterbrauerei während der restlichen Volksfestzeit nur noch Toerring-Festbier ausgeschenkt."

Eine Nachfrage bei Klosterbräu Gaßner ergibt ein anderes Bild. "Es liegt weder am Bier, noch an der Kühltechnik oder am Durchlaufkühler", so der Auer. Dass sein Bier einwandfrei sei, sei ihm auch aus Weihenstephan bestätigt worden.

"Ich habe mich sehr gewundert, dass mein Bier nicht ausgeschenkt wurde", so Gaßner, der glaubt, dass ihn die Toerring-Brauerei "rausdrängen" will. Es entspreche nicht der Wahrheit, dass er die Jettenbacher "gebeten" habe, mit ihrem Bier auszuhelfen. Das stehe "halt einfach im Vertrag" der Liefergemeinschaft. Man habe nicht einmal ein klärendes Gespräch mit ihm geführt.

Brauerei-Meeting erst nach dem Fest anberaumt

Mittlerweile habe er seinen Rechtsanwalt eingeschaltet, was dazu führte, dass ein Besprechungstermin am vergangenen Mittwochnachmittag seitens der Toerring-Brauerei per Fax abgesagt wurde. "Jetzt wollen sie sich erst nach dem Fest treffen und ich hab knapp 30.000 Liter Bier da. Was soll ich jetzt damit machen?", fragt der Braumeister.

Aus allen Getränkekarten im Festzelt wurde das Auer Festbier herausgestrichen - das habe sein Anwalt erwirkt. "Sonst wäre das ja Kundentäuschung", sagt der Bräu. Er glaubt, man wolle ihn aus der Liefergemeinschaft drängen. Auch Festwirt Mörz habe mit ihm nicht Klartext gesprochen, warum wirklich kein Auer Bier ausgeschenkt wurde.

Schon am Tag des Volksfestbeginnes noch vor dem Wiesneinzug kam ihm die Haltung der Toerring-Vertreter seltsam vor. Da habe er sich noch gewundert. Und dann nach dem "Ozapft is", floss kein einziger Tropfen aus Au in die Krüge.

Festwirt Jochen Mörz verweist auf Anfrage ebenfalls auf "kühltechnische Probleme". "Das Risiko, kein gekühltes Bier ausschenken zu können, war zu groß", so der Wirt. Es gebe eine vertragliche Absprache mit Gaßner, der Stadt und der Toerring-Brauerei bezügliche der Ersatzlieferung. Keiner der Beteiligten haben schon am ersten Abend Probleme beim Ausschank haben wollen.

Ist Gaßner nun draußen?

Zu den knapp 30.000 Litern, auf denen Gaßner nun sitze, sagt Mörz: "Das Bier ist ja nicht kaputt, er kann es abfüllen und in seinem Biergarten ausschenken."

Demnächst soll es eine Besprechung über eine Vergabe des Bierlieferrechts mit der Stadt geben. Eine Entscheidung soll im Herbst fallen. Ob Gaßner dann wieder im Boot ist, ist unklar.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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