Die SPD setzt auf eine Doppelspitze

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Sie gehören dem Ortsvorstand der SPD neu oder in neuer Funktion an (von links): der bisherige Vorsitzende Alexander Will, der als Schriftführer weiter im Vorstand mitarbeitet, Bernd Wegmann, der zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, und Martina Arnusch-Haselwarter (Beisitzerin).

Waldkraiburg - Bei der SPD wurde Bernd Wegmann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter und Bürgermeisterkandidat ist Markus Schwaiger.

Die Waldkraiburger SPD setzt auf eine Doppelspitze. Bei der Jahresversammlung wurde Bernd Wegmann erwartungsgemäß zum neuen Vorsitzenden gewählt. Markus Schwaiger, der das Amt bisher kommissarisch innehatte, ist Wegmanns Stellvertreter im Ortsverband und Bürgermeisterkandidat der SPD für die Kommunalwahlen 2014.

Das wurde ja bereits beim Neujahrsempfang verkündet und daran soll auch festgehalten werden. Auch Alex Will, der 2006 den Vorsitz des SPD-Ortsverbandes übernommen hatte und aus familiären Gründen zurückgetreten war, wird in neuer Funktion mitarbeiten. Er wurde zum Schriftführer gewählt. Neue Beisitzerin ist Martina Arnusch-Haselwarter.

Bürgermeisterkandidat Markus Schwaiger.

Markus Schwaiger, der zusammen mit Christine Blaschek den Ortsverband seit Januar leitete, ging auf die aktuellen Mitgliederzahlen des Otsvereins ein. Man habe derzeit 77 Mitglieder (46 Männer und 31 Frauen). Allerdings bereite ihm die Struktur der Mitglieder "große Bauchschmerzen". So gebe es in der Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen neun, in der Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen nur vier Mitglieder. Zudem sei in der Gruppe der 20- bis 30-Jährigen keine Frau zu finden. Die Zahlen müssen nach oben, sonst sei man "nicht schlagkräftig genug, um gegen die CSU bestehen zu können". Alex Will übernahm es dann, auf das vergangene Jahr zurück zu blicken. Dabei nannte er eine Vielzahl von Veranstaltungen, wie Besichtigungen, den Faschingsball, den politischen Frühschoppen mit Ewald Schurer oder die Volksfestkundgebung mit Markus Rinderspacher, das Sommerfest und den Infoabend zur Gesundheitsreform. Neu waren der SPD-Neujahrsempfang, der auf gute Resonanz gestoßen sei, sowie die frühzeitige Präsentation von Markus Schwaiger als Bürgermeisterkandidat. Damit habe man die CSU zum Handeln gezwungen, so Will. Gleichzeitig monierte er, dass der Ortsverband es versäumt habe, rechtzeitig für Nachwuchs zu sorgen. Auch das so genannte W14-Team, das die Kommunalwahl strategisch planen und vorbereiten soll, sei "zur Zeit so was von inaktiv".

Mangelnden Nachwuchs beklagte auch Brigitte Dörner von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF). Derzeit gebe es acht aktive Frauen, die bereitstehen, wenn Hilfe notwendig sei. Sie erinnerte an Kinderfasching, Faschingsumzug oder Ferienprogramm, wo die AsF wieder aktiv mit dabei war.

Richard Fischer berichtete über die Arbeit der SPD-Fraktion im Stadtrat sowie über den SPD-Unterbezirk. Die Fraktion arbeite gut zusammen und setze sich - gerade im Hinblick auf die Haushaltslage Waldkraiburgs - aktiv zum Wohl der Stadt ein. Problemfelder seien die Zukunft des sozialen Wohnungsbaues, die Altersarmut oder die Jugendarbeit. Hier werde man allerdings durch den wichtigen Einsatz der Jugendsozialarbeit bereits in Grundschulen entsprechende Hilfestellung geben. Fischer erinnerte aber auch, dass die Verkehrssituation in den kommenden Jahren schwieriger werde. Hier brauche man ein Konzept, wie die Verkehrsströme geführt werden sollen. Wie die Fraktionsvorsitzende Susanne Engelmann wünscht er sich, dass bei der nächsten Kreistagswahl mehr Waldkraiburger in das Landkreisgremium einziehen. Dort arbeite man "sehr ortsorientiert", umschrieb er vorsichtig die Mühldorflastigkeit des Gremiums.

Kassier Robert Goluch zeigte bei seinem Kassenbericht, dass die SPD sich im vergangenen Jahr ein kleines Polster von rund 3530 Euro erwirtschaften konnte, das dazu verwendet wurde, die Rücklagen auf 9000 Euro aufzustocken. Heuer sollen sie weiter anwachsen. Richard Fischer: "Wir brauchen die finanziellen Mittel für den Wahlkampf."

In der Aussprache monierte Stadtrat Horst Krumpholz, dass sich die SPD im Stadtrat stärker von der CSU abgrenzen müsse. Schließlich sei die CSU durch ihre Misswirtschaft verantwortlich für die Finanzmisere der Stadt. Da gehe es nicht an, dass man sich bei der Haushaltsberatung einfach den Ausführungen des CSU-Fraktionsvorsitzenden anschließt. Dagegen verwehrten sich Dritter Bürgermeister Reinhard Babiak, Susanne Engelmann und Christine Blaschek energisch. Man habe selbstverständlich bei den Beratungen auch heftig Kritik geübt, allerdings den Haushalt auch mitgetragen, da "uns gar nichts anderes übrig bleibt". Zudem habe man sich auf die Fahnen geschrieben, konstruktiv bei der Stadtratsarbeit mitzuarbeiten.

Auch der neue Ortsvorsitzende Bernd Wegmann sprach sich gegen Lagerdenken aus. Kommunalpolitik bedeutet für ihn, darauf zu schauen, was man für die kommunale Gemeinschaft tun kann. Allerdings zeichne es auch die SPD aus, dass sie solche Diskussionen überhaupt zulasse. Wegmann sieht die anstehenden Aufgaben des Ortsverbandes in der verstärkten Mitgliederwerbung, der Vorbereitung auf die anstehenden Wahlen und der Bündelung aller Kräfte. Konkreteres soll demnächst in einer Klausurtagung erarbeitet werden. (Siehe auch "Die Zahl des Tages".)

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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