Ein einziger Katastrophenabend

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Waldkraiburg - Es war ein einziger Katastrophenabend, aber gerade darauf hatten sich die Besucher dieser Vorstellung im Haus der Kultur gefreut.

Karl Valentin, "Die Orchesterprobe", das weckt Erwartungen. Das Münchner Valentin-Karlstadt-Theater wird ihnen mit seiner Neuinszenierung des zeitlos komisch-absurden Klassikers durchaus gerecht. Diese bleibt nah am Original, doch Gerald Karrer als aufmüpfiger Musiker, der die Probe sabotiert, und Bele Turba als Vorstadtkapellmeister sind nicht einfach nur Valentin- und Karlstadt-Kopien zu sein, was ohnehin immer schief geht.

Zwei kurzweilige Stunden bereiten sie dem Publikum in diesem haarsträubenden Wettkampf mit Instrumenten, Notenständern und -blättern, Geigenbogen und Taktstock: der Trompeter, der trotz aller Verrenkungen "niemals aufholen kann", was das Orchester schon voraus gespielt hat, und der Kapellmeister, der von seinem anarchistischen Gegenüber immer wieder in Diskussionen über Belanglosigkeiten gezwungen wird.

Ob es nun um die Siebener-Bahn, eine noch nicht fertige Achterbahn, und um den Trompeter von Säckingen geht, der eigentlich ein gelernter Trommler war, oder um den Zufall, dass zwei von einem Radfahrer reden und gerade in diesem Moment tatsächlich ein Radfahrer vorbeikommt. Schräg untermalt wird die Valentin-Revue vom Katastrophenorchester um Christian von der Au, Arrangeur und Pianist, das immer wieder musikalische Höhepunkte setzt und dafür mit Applaus belohnt wird. Vor und nach der Vorstellung im Rahmen der Waldkraiburger Kulturtage wurden die Zuschauer von Rosalyn Sabo und ihrem Ensemble im Foyer mit bayerischer und intenationaler Saitenmusik unterhalten.

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