Geisterfahrer-Unfall: Den Toten verhöhnt

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Der schreckliche Unfall ereignete sich im neuen Tunnel auf der A94.

Waldkraiburg - Vor einer Woche starb ein Geisterfahrer auf der A94. Jetzt beklagt seine Familie "unerträgliche Kommentare" auf Facebook.

Der Verlust eines Menschen durch einen Unfall ist ein fürchterlicher Schlag für die Angehörigen. Schmerz und Trauer wachsen ins Unerträgliche, wenn der Tote auch noch durch Kommentare in sozialen Netzwerken und Internetportalen verhöhnt wird. Daniela G. und ihre Familie hat diese schlimme Erfahrung gemacht.

"Wichtigtuer und Schmierfinken"

Wenn sie es könnte, würde sie sie juristisch belangen: all "die Wichtigtuer und Schmierfinken", die vor allem in Facebook und Internetportalen anonym ihre Kommentare zu dem 73-jährigen Geisterfahrer abgaben, der Anfang vergangener Woche auf der A94 bei Ampfing ums Leben kam.

"Ohne auch nur einen Hauch Ahnung von den tragischen Geschehnissen zu besitzen", wurden da anonym wilde Spekulationen in die Welt gesetzt, wurde mit Sätzen wie "Der hat's verdient" und ähnlichen Komentaren "das Opfer verhöhnt und die Angehörigen zutiefst verletzt" .

Weil sie glaubt, es ihrem Vater "schuldig zu sein", geht Daniela G. auf diesem Weg an die Öffentlichkeit. Ihr Vater sei weder verwirrt gewesen noch ein Raser, sagt sie. "Er ist 54 Jahre lang unfallfrei gefahren." Und hat einen Fehler gemacht, den er bei dem Unfall mit seinem Leben bezahlte.

Sie weiß, dass die Medien über den schrecklichen Unfall ihres Vaters und die Ursachen berichten mussten. Für solche Kommentare von Menschen, "die weder Herz noch Verstand besitzen", fehlt ihr aber jedes Verständnis. "Ihre Kommentare sind überflüssig und unerträglich." Haben sie eine Vorstellung davon, was sie den Angehörigen damit antun?

"Es wäre nicht im Sinne meines Vaters, aber ich als Tochter wünsche diesen Menschen das Tausendfache an Leid. Auch sie werden irgendwann einen geliebten Menschen verlieren", sagt sie in ihrem Schmerz.

Aufrichtige Anteilnahme am Grab

Ja, es hat nicht nur diese üblen Kommentare gegeben. Sie und ihre Familie, in deren Namen sie spricht, habe aufrichtige Anteilnahme und Respekt erfahren, "der meinem verstorbenen Vater und uns am Grab entgegengebracht" wurde. "Aus tiefstem Herzen" möchten sich die Angehörigen dafür bedanken.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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