Zum 31. Juli kommt das Aus

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Waldkraiburg - Die Nachmittagsbetreuung im Haus der Jugend wird zum Ende des Schuljahres eingestellt.

So hat es der Stadtrat gegen zehn Stimmen der SPD und der Grünen beschlossen. Begründet wird die Entscheidung mit weiter rückläufigen Anmeldezahlen und dem hohen Defizit, das auch im neuen Schuljahr zu erwarten ist. Bereits im November hatte die CSU-Fraktion aus diesen Gründen das Auslaufen der Nachmittagsbetreuung im Haus der Jugend beantragt. In der Februar-Sitzung hatte der Stadtrat der Einrichtung nach kontroverser Diskussion noch eine "Gnadenfrist" eingeräumt (wir berichteten).

Sollte sich bis zum Mai eine deutliche Reduzierung des Defizits abzeichnen, das sich zuletzt in einer Größenordnung von 45000 Euro im Jahr bewegte, dann sollte die Nachmittagsbetreuung doch noch fortgesetzt werden. Doch an der Ausgangsituation hat sich nichts geändert: 14 Jugendliche wurden im ersten Schulhalbjahr betreut, derzeit sind es noch zwölf. Wie Reinhard Schmid, zuständiger Abteilungsleiter in der Stadtverwaltung weiter ausführte, wollen fünf von ihnen die Einrichtung weiterhin besuchen. Die Eltern von drei weiteren Kindern haben für das kommende Schuljahr ebenfalls großes Interesse bekundet. Es handelt sich dabei ausschließlich um Waldkraiburger Jugendliche, die die Hauptschulen oder die Realschule besuchen.

Die Nachmittagsbetreuung sei eingeführt worden, als es keine adäquate Einrichtung gab, meinte Bürgermeister Siegfried Klika. Durch die Konkurrenz von Ganztagesklassen habe sie an Attraktivität verloren. Darauf müsse die Stadt reagieren. Für die drei betroffenen teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen sei eine angemessene Weiterbeschäftigung gefunden, versicherte der Bürgermeister. Eine Mitarbeiterin wird bis zum Erreichen des Renteneintritts im Januar 2010 im "offenen Bereich" des Jugendzentrums arbeiten, eine weitere Kraft wechselt in die Küche der Stadtwerke. Die dritte Mitarbeiterin werde im Bereich der städtischen Jugendsozialarbeit beschäftigt. Die Nachmittagsbetreuung habe gute Arbeit geleistet, sagte CSU-Fraktionschef Anton Sterr. "Aber wir dürfen die Rahmenbedingungen nicht außer acht lassen." Er verwies auf das hohe Defizit. Das Geld müsse effektiver und zielgerichtet eingesetzt werden.

Die Stadt bleibe im sozialen Bereich weiterhin tätig, so Sterr. Als Beispiel dafür nannte er den in derselben Sitzung gefassten Beschluss über eine kostenlose Mittagsverpflegung für bedürftige Kinder in Ganztagesklassen (siehe Bericht auf dieser Seite). Susanne Engelmann überzeugten diese Argumente nicht. Sie sprach sich im Namen der SPD-Fraktion gegen die Schließung der Nachmittagsbetreuung aus. Diese sei ein "besonderes niederschwelliges Angebot" neben den bestehenden Ganztagesklassen. Während Reinhard Schmid von intensiven Werbemaßnahmen und Umfragen an den Schulen berichtete, bemängelte Engelmann, dass zu wenig in Sachen Werbung unternommen worden sei. Eine Werbung unter dem Vorbehalt der Schließung sei "eher abschreckend, als Zulauf bringend".

 Die SPD-Sprecherin sieht durch die Schließung der Einrichtung keine entscheidende Kostenreduzierung. Die Kosten für das Personal, das weiter beschäftigt werden müsse, seien nach wie vor da. Ihr Fraktionskollege und Dritter Bürgermeister Reinhard Babiak wollte wissen, was mit den acht Schülern passiere, die für die Nachmittagsbetreuung angemeldet seine. "Die können wir doch nicht ihrem Schicksal überlassen." "Wir werden uns um jeden einzelnen Schüler kümmern." Für alle werde eine Lösung gefunden, versicherte der Bürgermeister, "soweit die Eltern die Angebote annehmen". Die Verwaltung hat den Auftrag, mit den Eltern die Gespräche zu führen und etwa die Möglichkeit einer Anmeldung in einer Ganztagesklasse zu prüfen.

Laut Reinhard Schmid ist für einen Schüler diese Lösung bereits in trockenen Tüchern. Er wird im kommenden Schuljahr die Ganztagesklasse an der Diesel-Hauptschule ebsuchen. Schmid: "Es wird kein Kind auf der Straße landen." Sollte es dafür einen Bedarf geben, sei auch denkbar, den offenen Bereich im Haus der Jugend früher zu öffnen und den Jugendlichen einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sie in Ruhe ihre Hausaufgaben machen und anschließend im Jugendzentrum bleiben können. hg

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