Das "Loverli" verrät: Made in Bayern

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Die Idee zu den "Loverlis" kam ihr im Traum: Renate Stey. Sie hat sich den Fußschmuck patentieren lassen und eine eigene Marke auf den Weg gebracht. Die "Loverlis" werden handgefertigt. Nebenbei hat die emsige 36-Jährige auch noch mit ihrem Bruder Rudi die Musical- und Dinner-Show-Auftritte.

Waldkraiburg/Frontenhausen - "Loverli" ist das weibliche Pendant zu den Loferl, die trachtenbewusste Männer zur kurzen Lederbux tragen - eine Idee von Renate Stey aus Waldkraiburg.

Renate Stey hatte die Idee, Spitzen-Bänder für den Fußknöchel der Dame passend zum Dirndl zu fertigen. Mittlerweile hat sie sich die Marke eintragen und das Patent schützen lassen. Rund 10.000 Stück hat die bekannte Waldkraiburgerin mit vier Helferinnen in Handarbeit verziert und in den Handel verabschiedet.

Die Idee zu den "Loverlis" - das Wort setzt sich aus "Loferl" und dem englischen "Lovely" (hübsch, Anm. d. Red.) zusammen - entwickelte Renate Stey zwischen Schmuddelwetter auf der Regensburger Dult, Strumpfwaren am Messestand ihres Mannes und einem Traum.

Prototyp kam super bei Damen an

Auf der Dult im vergangenen Jahr herrschte Dauerregen und so verzierte die 36-Jährige Waldkraiburgerin, die der berühmten Schausteller- und Artistenfamilie angehört und mittlerweile in Frontenhausen lebt, aus "reiner Langeweile" die Trachtenstrümpfe, die sie am Familienstandl anbot. Alles was der Handarbeitsladen um die Ecke hergab, also Rüschen oder etwa Herzerl, nähte sie an den derben Leinensocken fest.

"Das kam super bei den Kunden an, vor allem den Damen. Aber dicke Socken zum Dirndl und Pumps?", überlegte sie. Nein! Sie grübelte und wollte eine Lösung finden. Mitten in der Nacht fuhr Renate Stey aus einem Traum hoch und hatte die Idee: Es soll eine Art Strumpfband für den Fußknöchel werden mit Verzierungen, toller Spitze, Filzherzen. Natürlich passend zum Dirndl. Sie nähte sich einen Prototyp und führte ihn aus. Und die Damenwelt auf der Dult war begeistert. "Sofort hat sich daraus ein Verkaufsrenner entwickelt", freut sich Renate Stey. Mittlerweile hat sie sich die Marke "Loverli" schützen lassen und ein Patent erwirkt.

Das "Loverli" wird nur an einem Fuß getragen und in Anlehnung an die Schleife bei der Dirndlschürze soll es am rechten Gelenk "verheiratet" bedeuten und am linken Fuß getragen verraten, dass die Trägerin noch ledig ist. "Das ist der Gag dabei", so Stey.

Edel-Kollektion zu Kay Rainers Wiesndirndln

Heuer im Frühjahr stellte sie das Produkt auf der Messe "Country und Tracht" in Salzburg vor und es sei gigantisch angekommen. 60 Händler kauften auf Anhieb und die "Loverlis" sind seit dem 1. Mai im Handel zu kriegen.

Über 100 verschiedene Modelle bietet Stey in der Standardkollektion an. Das Band ist aus der feinen und weichen französischen Spitze "Dentelle de Calais" gefertigt, die man oft an hochwertigen Dessous findet.

Die Grundfarbe des guten Stücks ist Schwarz, Weiß oder Braun, ein buntes Satinband gibt ihm die Zierfarbe. Die könnte etwa die Farbe aus dem Dirndl der Trägerin aufgreifen. Und dann kommen weitere Verzierungen in Form von kleinen Anhängern dazu. Zum Beispiel Lebkuchenherzerl in Miniformat mit frechen Sprüchen wie "Dultqueen", "Heute Single" oder "Made in Bayern".

Stey vergleicht die Anhänger mit den Charms aus der Thomas-Sabo-Schmuckkollektion. Wer es gern etwas rustikaler mag, kann sich auch ein Exemplar aus Baumwollspitze - die man an vielen Dirndlblusen findet - aussuchen. Neckisch zur kurzen Lederhose oder zum Mini-Leinendirndl. Was Schönes für den Fuß, ein Schmuckstück eben, so Stey. Gefertigt wird in Hand- und Heimarbeit in Frontenhausen. Zwei Näherinnen machen an Industriemaschinen die Basisbänder und die werden von Renate Stey und "vier fleißigen Damen" per Hand verziert, mit Schmucksteinen, Schleifchen und Anhängern und etwa Filz verziert. Jedes "Loverli" kostet einheitlich 29,90 Euro. Wer eine Spezialanfertigung möchte, kann zu Renate Stey unter www.loverli.de Kontakt aufnehmen und zahlt auch nicht höhere Preise.

Die Nachfrage verlangt nach mehr. Es gebe schon Interessenten für "Loverlis" zur Alltagskleidung oder zum Cocktailkleid, Kinder wollen es haben und sie plant auch ein Pendant fürs Handgelenk zu entwerfen.

Von der Stadt München bekam sie die Erlaubnis, das Oktoberfest-Logo - die zwei Bierkrüge - ins Design aufzunehmen. Am 1. August werden die Wiesn-Modelle mit goldenen und silbernen Krügerl verziert, in München vorgestellt.

Und es wird dann auch eine limitierte Edition geben - in Zusammenarbeit mit Kay Rainer. Der Modedesigner ist ein Schulfreund von Renate Stey; für die 16 Wiesntage entwirft er 16 Dirndl - und Renate Stey freut sich, dazu passende "Loverlis" mit echt goldenen und silbernen Anhängern zaubern zu dürfen. Gefertigt werden sie aus 100 Jahre alter Spitze. "Eine echte Rarität in Nadelstichtechnik hergstellt. Die Spitze ist so leicht wie Luft."

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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