"WKB" wäre noch frei

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"WKB" wäre noch frei. Bürgermeister Siegfried Klika hat es schon, sein ganz persönliches Waldkraiburger Autokennzeichen, ein Geschenk von Stadtbau-Geschäftsführer Hermann Karosser. Ob es mit einem "echten" Waldkraiburger Kennzeichen etwas wird, ist aber offen.

Waldkraiburg - "WKB" wäre noch frei. Ein eigenes Autokennzeichen für die Stadt Waldkraiburg? Noch ist das nicht spruchreif.

Doch sollte der Bund tatsächlich den Kommunen freie Wahl bei der Gestaltung der Kennzeichen lassen, werde sich die Stadt mit diesem Thema sicher beschäftigen, meint Bürgermeister Siegfried Klika.

Der Bürgermeister hat schon ein Kennzeichen, das so ganz nach dem Geschmack von Lokalpatrioten wäre: "WKB SI 1000" ist allerdings nicht amtlich. Auch Klika muss das "MÜ" im Schilde seines Wagens führen, einem von 14865 zulassungspflichtigen Kraftfahrzeugen in Waldkraiburg.

Bislang war das eigene Autokennzeichen an Kreise und kreisfreie Städte gebunden. Dann wurde der Ruf früherer Kreisstädte, zu den Autokennzeichen vor der Gebietsreform zurückzukehren, immer lauter. Wasserburg, Bad Aibling, Wolfratshausen und viele andere machten sich für die alten Kennzeichen stark. Und fanden beim Bundesverkehrsminister Gehör. Peter Ramsauer legte kürzlich nach. Er wolle künftig nicht nur den ehemaligen Kreisstädten, sondern allen Kommunen die freie Wahl bei der Gestaltung der Kennzeichen lassen, hieß es. Für viele Bürger sei das Kennzeichen Ausdruck für Heimatverbundenheit, Heimatliebe und Identifikation.

Die Ankündigung rief viele Kritiker auf den Plan. Ein heilloses Durcheinander und sogar Nachteile bei der Kriminalititätsvorbeugung und -bekämpfung befürchten sie. Bei der Polizei vor Ort teilt man diese Einwände nicht. "Regional sehe ich kein Problem", sagt Georg Marchner, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg. In kurzer Zeit habe man sich an die neuen Kennzeichen in der Region gewöhnt, glaubt er. Auch nach der Grenzöffnung im Osten sei man plötzlich mit Kennzeichen konfrontiert worden, die man nie gesehen hatte. Die Polizei habe zudem mit vielen ausländischen Kennzeichen zu tun.

Den Vorschlag des Verkehrsministers begrüßt Hermann Karosser. Der Stadtbau-Geschäftsführer hatte vor über einem Jahr für ein Arbeitstreffen der Schwesterstädte Geretsried, Neutraubling, Traunreut und Waldkraiburg den Entwurf für eine Resolution an die Bayerische Staatsregierung in dieser Angelegenheit erarbeitet. Der Tenor des Papiers: Nicht nur die mit der Gebietsreform abgeschafften Autokennzeichen sollten wieder eingeführt werden, auch Städten mit mindestens 20000 Einwohnern sollte diese Möglichkeit aus Gründen der Gleichbehandlung eröffnet werden. Die jungen Städte, die von Vertriebenen gegründet worden waren, sind zum Teil deutlich größer als die ehemaligen Kreisstädte.

Verabschiedet wurde diese Resolution bei dem Treffen im Frühjahr 2011 zwar nicht. Doch nicht nur Franz Parzinger, Bürgermeister von Traunreut, der Heimatgemeinde des Verkehrsministers, möchte das Thema Autokennzeichen auf die Agenda des nächsten Treffens setzen. Er könne sich ein eigenes Traunreuter Kennzeichen gut vorstellen, sagt Parzinger auf Anfrage. Einen förmlichen Beschluss des Stadtrates dazu gibt es noch nicht.

Auch in Waldkraiburg sei das Thema in den Gremien noch nicht behandelt worden, sagt Bürgermeister Klika. "Wenn das spruchreif wird, würden wir uns um ein eigenes Kennzeichen bemühen", glaubt der Bürgermeister. "Waldkraiburg muss jede Möglichkeit nutzen, um auf die Stadt hinzuweisen."

Auch im Rahmen der bisherigen Regelung gibt es gewisse Möglichkeiten im Kennzeichen Flagge für Waldkraiburg zu zeigen. Auf eine Möglichkeit weist Hermann Karosser hin. Stadtwerke und Stadtbau, die bisher bei ihren Fahrzeugen ein SB oder SW hinter dem MÜ im Schilde führten, könnten bei ihrem Fuhrpark in Zukunft zum Beispiel auf das Wunschkennzeichen "MÜ-WA" setzen.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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