Volksbank sucht Nachmieter

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Im Herbst 1980 wurde das "Volksbank-Gebäude" als Büro- und Bankhaus errichtet. Mit dem Auszug der Filiale aus den unteren Stockwerken in einen benachbarten Gewerberaum geht 30 Jahre später die "Bankgeschichte" des Hauses zu Ende und es stellt sich die Frage nach der künftigen Nutzung eines großen Teils des exponierten Gebäude-Komplexes in der Innenstadt.

Waldkraiburg - Mit dem Auszug der Bankfiliale in das benachbarte Fath-Haus rückt das Volksbank-Gebäude ins Blickfeld des öffentlichen Interesses. Wie geht es weiter mit der exponierten Immobilie?

Im Oktober 1980 wurde das vom Architekturbüro Leukert geplante fünstöckige Bank- und Bürogebäude an der Kreuzung Berliner-/Teplitzer Straße auf dem Gelände der ehemaligen Sudetenglashütte in Betrieb genommen. Weit über 10.000 Besucher kamen damals zur Eröffnung des Gebäudes, das Hauptsitz der 1911 gegründeten und damals noch selbstständigen Volksbank Kraiburg-Waldkraiburg war. Eine Nutzfläche von 1800 Quadratmetern stand der Bank damals auf den drei Etagen vom Keller bis zum ersten Obergeschoss zur Verfügung.

Aufgrund von spekulativen Geschäften und Risikokrediten kam die Bank wenige Jahre später in stürmisches Fahrwasser und musste von der Volksbank Rosenheim aufgefangen werden. Seit der Fusion der Rosenheimer mit der Genossenschaft in Bad Aibling ist Waldkraiburg eine von insgesamt 26 Geschäftsstellen der Volksbank Raiffeisenbank Mangfalltal-Rosenheim.

Auch wenn zuletzt nur Erdgeschoss und Keller von der Bank selbst genutzt wurden, war diese Fläche für vier Mitarbeiter überdimensioniert. Bereits ab 1. April werden sie ihre Kunden in neuen Räumen im benachbarten, ehemaligen Modegeschäft Fath betreuen, wie Geschäftsstellenleiter Maximilian Kritzenberger mitteilt. Am 16. April will sich die Filiale bei einem Tag der offenen Tür präsentieren. Der Umzug in die neuen und modernen Büroräume sei eine Entscheidung "im Sinne der Mitarbeiter und der Kunden", sagt Eva Weber, die Pressereferentin der Genossenschaftsbank, die zu den größeren Instituten in Bayern zählt.

Auch der imposante Tresorraum im Keller ist kein Grund, um am bisherigen Standort festzuhalten. Bei der Eröffnung 1980 sorgte er für großes Aufsehen, allein die Tresortür wiegt vier Tonnen, der Vorraum ist mit Motiven aus ägyptischen Pharaonengräbern geschmückt, die in Sandstein-Platten geschlagen wurden. Für die Bargeldhaltung wird der mächtige Schutzraum schon seit langem nicht mehr gebraucht. Was die Schließfächer angeht, wird die Bank den Kunden Alternativen in Rosenheim oder Bad Endorf anbieten. Die weitere Nutzung des Tresors ist offen. "Einfach zum Ausbauen ist er sicher nicht", meint Weber.

Mit dem Auszug der Filiale stehen zudem 600 Quadratmeter im Erdgeschoss leer. Dazu kommen nach Angaben der Bank aktuell knapp 200 Quadratmeter in den oberen Stockwerken.

Zur zukünftigen Nutzung kann die Pressesprecherin derzeit wenig sagen. Weber: "Da ist nichts spruchreif." Auf einem großen Transparent auf der Nordseite macht die Bank seit Kurzem Werbung in eigener Sache und sucht Mieter für Gewerberäume. Ein Nutzungskonzept für "diesen attraktiven Standort" sei in Arbeit. Denkbar sei nach einem Umbau eine Nutzung durch einen Filialisten, etwa aus der Modebranche, ein Büro- oder Gesundheitszentrum.

Das orthopädische Zentrum im ersten Stock ist zwar erst vor Kurzem ins Galneder-Haus gezogen. In den oberen Etagen praktizieren aber sechs Fachärzte in vier Praxen. Außerdem befindet sich dort eine Krankengymnastikpraxis sowie Büros der Frauenhofer-Gesellschaft. Im Erdgeschoss ist zudem ein Reisebüro.

Die Pressesprecherin: Die Genossenschaftsbank strebe "eine sinnvolle Nutzung an, die auch aus Sicht der Stadt attraktiv ist."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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