Erlebnisbad oder Schulschwimmbecken?

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Waldkraiburg - So mancher träumt von einem Ganztages-Erlebnisbad, doch ohne einen privaten Millioneninvestor wird das nichts. Dies machte Bürgermeister Klika nun noch mal klar.

Dank der Geothermie ergeben sich zwar völlig neue Voraussetzungen. Doch ohne privaten Millioneninvestor ist ein Ganzjahres-Erlebnisbad in Waldkraiburg nicht möglich. Das machte Bürgermeister Siegfried Klika im Stadtteilgespräch deutlich. Um die Bedingungen für Schulen und Vereine schon in näherer Zukunft zu verbessern, sind mehrere Optionen im Gespräch.

Wie es um das Projekt Therme stehe, das vor einem Jahr am Gasteig im Gespräch war, wollte Erhard Guhl wissen. "Ich bin schon ganz heiß darauf, nicht mehr nach Erding fahren zu müssen", meinte der Waldkraiburger.

Klika: Mindestens 30 Millionen Euro nötig

Dazu Klika: Die Stadt suche unverändert nach einem Investor und habe schon mehrere Kontakte geknüpft. "Mindestens 30 Millionen" seien für ein solches Projekt allerdings nötig. Ein Problem ist laut Bürgermeister die Tatsache, dass es in der weiteren Region bereits zahlreiche Erlebnis- und Freizeitbäder gibt.

Mit der Geothermie sei aber eine entscheidende Voraussetzung gegeben: warmes Wasser. Klika gab sich zuversichtlich, dass die Nutzung des Tiefenwassers für einen Badbetrieb genehmigt wird. Das Wasser habe sogar Heilwasserqualität, so der Bürgermeister.

Chemische Analysen durch ein Labor legen diesen Schluss nahe, bestätigt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Weigl auf Anfrage. Gemacht wurden die Untersuchungen allerdings, um die Beschaffenheit und Zusammensetzung des Tiefenwassers festzustellen, "dass wir in die Wärmetauscher schicken". Der Ausbau der Fernwärmeversorgung habe derzeit natürlich absolute Priorität, so Weigl.

Weitere Untersuchungen und Analysen seien notwendig. In ein förmliches Genehmigungsverfahren ist man laut Weigl noch gar nicht eingetreten. Die Stadtwerke GmbH habe aber ihr geologisches Fachbüro beauftragt, Möglichkeiten einer balneologischen Nutzung zu sondieren und vorzubereiten.

"Einfache Lösung"

Neben dem großen Erlebnisbad, das laut Klika nicht zwingend auf dem Gasteig-Gelände liegen müsste, war auch eine "einfachere Lösung" mit einer Teilüberdachung des Waldbades im Gespräch, so der Bürgermeister. Die Frage sei aber, ob das Waldbad an diesem Standort mitten in der Wohnbebauung auf längere Sicht eine Zukunft hat.

Schulen und Vereinen steht derzeit im Winterhalbjahr das kleine Peters-Bad zur Verfügung, das die Stadtwerke betreiben. Während Peters das Bad früher zweimal in der Woche auch für Bürger geöffnet habe, gebe es diese Möglichkeit nun nicht mehr, bedauerte Matthias Möss und regte an, wenigstens einen Nachmittag die Bevölkerung zuzulassen.

Der Bürgermeister machte ihm keine Hoffnungen. Heuer sei das Bad vollkommen ausgebucht. Es gebe keine freien Kapazitäten.

In diesem Zusammenhang berichtete er über die aktuellen Überlegungen, vor allem die Bedingungen für den Schwimmunterricht an den Schulen zeitnah zu verbessern. Die Initiative dafür geht vom Schulamt aus. Hintergrund ist laut Klika die Tatsache, dass der Anteil von Nichtschwimmern bei Grundschülern in Waldkraiburg deutlich höher ist als andernorts. Das stillgelegte Hallenbad in Waldwinkel soll mit Unterstützung der Stadt Waldkraiburg und der Gemeinde Aschau als Schulschwimmbecken wiederbelebt werden (wir berichteten). Auch Landratsamt und Gesundheitsamt unterstützen das Anliegen. Sollte das Bad in Waldwinkel reaktiviert werden, fiele das Peters-Bad weg.

Klika ließ aber offen, ob es dazu kommt. Eine Möglichkeit wäre auch, das Peters-Bad, dessen Becken für den Schwimmunterricht zu tief sind, "zu ertüchtigen". Eine weitere Variante: der Bau eines eigenen Schulschwimmbeckens in Waldkraiburg. Die Kosten beziffert der Bürgermeister auf rund 3,5 Millionen Euro. Eine endgültige Entscheidung ist nach seinen Worten nicht gefallen. "Das hängt von den Zuschüssen ab."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser