Familiendrama: Nachbarn geschockt

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Hier spielte sich ein Familiendrama ab. Eine 37-jährige Frau hat versucht, sich selbst und ihre zwei Söhne zu töten. Die Polizei glaubt, sie habe die Trennung von ihrem Mann nicht verkraftet. Sie galt seit längerer Zeit als psychisch labil und war auch körperlich erkrankt. Nach der Bluttat rief sie den getrennt lebenden Mann an. Unser Bild zeigt das Haus der Familie und Beamte von der Spurensicherung bei der Arbeit. Gestern am Spätnachmittag berichtete die Polizei, alle drei Verletzten seien außer Lebensgefahr.

Waldkraiburg - Wie verzweifelt muss eine Mutter sein, wenn sie versucht, sich und ihre Söhne zu töten? Das fragen sich nun auch die Nachbarn der 37-Jährigen, die in der Nacht auf Donnerstag die unglaubliche Verzweiflungstat beging. **Erstmeldung mit Bildern und Video**

Die zweifache Mutter verletzt ihren elfjährigen Sohn mit Messerstichen schwer, betäubte den sechsjährigen Sohn und schnitt sich selbst die Pulsadern auf. Dann rief sie ihren getrennt lebenden Mann an.

Erstmeldung mit Bildern und Video

Ein Familiendrama spielte sich in der Nacht zu Donnerstag gegen 0.30 Uhr in einer Waldkraiburger Wohnsiedlung ab. In einem Einfamilienhaus in einer Sackgasse beging eine 37-Jährige eine Verzweiflungstat. Laut Polizei hat sie die Trennung von ihrem Ehemann nicht verkraftet.

Spätabends fasste sie den folgenschweren Entschluss. Sie nahm ein Messer und fügte dem älteren Buben im Oberkörper schwere Stichverletzungen zu. Dem Kleineren flößte sie vermutlich Tabletten ein, das Kind war nicht mehr ansprechbar.

Frau rief Mann an: Er fand die Verletzten

Und anschließend muss sie die Handynummer ihres getrennt lebenden Mannes gewählt haben. Sie sagte ihm, sie hätte sich und die Kinder verletzt. Der 42-jährige Familienvater machte sich sofort auf den Weg und fand ein Bild des Grauens vor. Seine Frau lag mit aufgeschnittenen Pulsadern im Bad, war aber ansprechbar, der Elfjährige lag sehr schwer verletzt im Schlafzimmer. Der Sechsjährige schlief im Erdgeschoss tief und war wie weggetreten.

Die Rettungskräfte brachten die Verletzten in verschiedene Krankenhäuser. Die Mutter wurde laut Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Franz Sommerauer, aufgrund ihres psychischen Zustandes ins Bezirkskrankenhaus eingeliefert. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau so verzweifelt war, dass sie die Kinder in den Freitod mitnehmen wollte. Sie sei seit längerer Zeit psychisch labil gewesen und auch körperlich erkrankt. Man erzählt sich, sie habe unter Multipler Sklerose, kurz MS, gelitten.

"Wenn der Mann nicht so schnell gekommen wäre, weiß man nicht, wie das ausgegangen wäre", so Sommerauer. Der Ehemann werde als Zeuge gehandelt, man gehe nicht von einer Beteiligung aus.

Alle drei außer Lebensgefahr

Der Frau und dem jüngsten Sohn ging es gestern Nachmittag den Umständen entsprechend gut, ihre Verletzungen waren nicht so schlimm. Die des elfjährigen Sohnes dagegen schon, er wurde gestern noch operiert, sein Zustand ist kritisch. Der Vater befand sich bei einem der Söhne. Gegen Abend war klar, alle drei Verletzten sind außer Lebensgefahr.

Mehr will die Polizei nicht bekannt geben, die Ermittlungen laufen noch. "Wir wollen die Infos so halten, dass die Familie hier wieder leben kann", sagte der Polizei-Pressesprecher.

Die Nachbarn und Anwohner indes sind geschockt.

Eine Bekannte, die ein paar Häuser entfernt wohnt, wunderte sich gestern früh, weil der elfjährige Nachbarsbub nicht gekommen war, um mit ihrem Sohn in die Schule zu gehen. Die beiden sind gleich alt und gehen in eine Klasse. Erst bei einer Nachfrage der Heimatzeitung erfuhr sie, was geschehen war. "Mir läuft es eiskalt den Rücken runter", sagt die Frau. Sie kannte die Betroffene "wie man sich unter Nachbarn halt kennt".

Etwas besser kannte sie eine direkte Anwohnerin. "Sie machte immer den Eindruck, dass alles in Ordnung sei", berichtet die Dame. Sie ist fassungslos, kann immer nur wieder den Kopf schütteln. "Sie war immer nett, war gut zu ihren Kindern." Die beiden Frauen trafen sich manchmal am Zaun zum Ratschen, hie und da wurde auch gegrillt.

Nachbarn ahnten nichts von Problemen

In der Nacht als die Rettungskräfte eintrafen, wurde die Waldkraiburgerin wach. "Hätte man sowas nur geahnt. Mir tun die Kinder leid. Wie soll es jetzt weitergehen?"

Auch im Friseurladen um die Ecke sorgt das Familienthema für Gesprächsstoff. Die Friseurin kannte die Familie nur vom Sehen und sagt "man meint, sowas passiert nur woanders. Jetzt bin ich schockiert, weil es direkt in der Nachbarschaft war". Sie glaubt die Tat sei ein Hilferuf der Mutter gewesen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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