Unfallschwerpunkt entschärft

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Wenn schon nicht der Himmel weiß-blau, dann zumindest das Band, das es zu durchschneiden galt: Behördenvertreter, Vertreter des Ingenieurbüros und der Baufirma sowie die beiden Bürgermeister aus Lohkirchen und Schönberg (Bildmitte) hatten erst vor zehn Wochen den Spaten in der Hand, um den Beginn der Baumaßnahme in Brodfurth offiziell zu dokumentieren. Gestern griffen sie anstatt zum Spaten zur Schere, um den Kreisverkehr offiziell für den Verkehr freizugeben.

Lohkirchen – Schon beim Spatenstich hatte es geregnet und auch bei der Verkehrsfreigabe des Kreisverkehrs in Brodfurth gestern weinte der Himmel. Dabei war es ein Tag der Freude.

Denn nach nur zweieinhalb Monaten Bauzeit hat die Firma Wimmer aus Wurmsham das 35 Meter große Rondell fertig gestellt. Es soll die neuralgischen Unfallstelle, wo sich die Staatsstraßen 2091 und 2086 kreuzen, entschärfen.

In kommunaler Sonderbaulast hatte die Gemeinde Lohkirchen den Kreisel erstellen lassen. Auf diese Weise boten sich finanzielle Fördermöglichkeiten durch das Konjunkturprogramm II an, immerhin an die 80 Prozent an Zuschüssen dürfen sich die beiden beteiligten Gemeinden - Schönberg teilt sich die restlichen Kosten mit Lohkirchen - ausrechnen für das rund eine halbe Million Euro teure Projekt.

Diakon Stefan Leitenbacher (rechts) weihte den Kreisverkehr in Brodfurth ein. Links Bürgermeister Alfred Lantenhammer als Schirmherr und Ministrant in Personalunion.

Um die Zuschüsse in voller Höhe ausschöpfen zu können, war Eile geboten, verdeutlichte Lohkirchens Bürgermeister Konrad Sedlmeier bei der feierlichen Verkehrsübergabe gestern und lobte die unbürokratische und hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen, Georg Obermeier, dem ausführenden Ingenieurbüro Behringer und der Baufirma Wimmer, die es auf den Tag genau geschafft hatte, die Maßnahme umzusetzen. "Es war nicht einfach", gab Sedlmeier zu, doch schließlich sei man sich mit den betroffenen Grundstückseigentümern einig geworden. Auch die Umleitungen seien strapaziös gewesen, vor allem für die betroffenen Anlieger. Schließlich aber seien die Mittel gut angelegt: "Ich hoffe, dass hier nichts mehr passiert", so Sedlmeier.

Diesen Wunsch wiederholte sein Bürgermeisterkollege aus Schönberg, Alfred Lantenhammer. Es sei nicht das erste interkommunale Projekt zwischen Schönberg und Lohkirchen gewesen, betonte Lantenhammer. Bereits die Kläranlage sei in kommunaler Zusammenarbeit entstanden.

Die Entschärfung der Kreuzung sei dringend nötig gewesen. Noch dazu, da es sich bei den beiden Straßen um eine Hauptverkehrsader handele, so Lantenhammer. "Man hat während der Baumaßnahme gesehen, wie schwer sich der Verkehr tut, wenn umgeleitet werden muss".

Seinen Respekt gegenüber den beiden Gmeinden Schönberg und Lohkirchen drückte Claus-Peter Olk, Leiter Straßenbau im Staatlichen Bauamt Rosenheim, aus. Obwohl die beiden Kommunen nicht zu den finanzstärksten zählten, hätten sie Zusammenhalt bewiesen und diesen Kreisverkehr zu Wege gebracht.

Das Konjunkturprogramm bezeichnete er als Erfolgsmodell, verhehlte dabei nicht, dass die Gemeinden gut daran taten, den Fördertopf jetzt noch abzuschöpfen. "Denn so hohe Zuschüsse wird es in Zukunft nicht mehr geben." Es freue ihn, dass dieser Unfallschwerpunkt endlich entschärft worden ist.

Schließlich oblag es Diakon Stefan Leitenbacher, das neue Bauwerk zu segnen. Anschließend durchschnitten die Behördenvertreter, Vertreter des Ingenieurbüros und der Baufirma sowie die beiden Bürgermeister das weiß-blaue Band. Pünktlich um 12 Uhr Mittag passierte das erste Auto nach der offiziellen Eröffnung des Kreisverkehrs das Rondell, das immerhin einen Durchmesser von 31 Metern hat.

je/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser