"Tessy war mehr tot als lebendig"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Auf dem Weg der Besserung: Die kleine Hundedame ist für eine Vermittlung bereit.

Waldkraiburg - Welpe "Tessy" ist erst wenige Monate alt und hat schon Schlimmes erlebt. Am Innkanal fand ein tierlieber Passant die Kleine angeleint und halb verhungert.

Im Tierheim wurde sie wieder aufgepäppelt. Manuela Gyimes vom Tierschutzverein glaubt es mit einem "Wühltischwelpen" aus Osteuropa zu tun zu haben und warnt vor Geschäften mit solchen Züchtern.

Als ein Hundewelpe, der mittlerweile "Tessy" genannt wird, am Donnerstag, 9. August, am Innkanal zwischen Waldkraiburg und Pürten gefunden wurde, war er völlig ausgetrocknet. Tessy ist kleiner als eine Katze und geschätzte zwei bis drei Monate alt. Nur einem tierlieben Passanten hat sie es zu verdanken, dass sie im Tierheim Pürten untergebracht werden konnte.

Tierheim klärt über das traurige Los der Schnäppchentiere auf

Anfangs wurde der Hund von der Tierheimleitung mit der Flasche aufgezogen, berichtet Manuela Gyimes, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Waldkraiburg e.V. Tessy habe bis zu 15 Anfälle gehabt, die auf ihren Zustand zurückzuführen sind. Da sie keine Nahrung zu sich genommen habe, sei der kleine Welpe völlig ausgetrocknet gewesen. Gyimes machte sich große Sorgen um das Jungtier. Sie wusste nicht, ob es überhaupt noch Überlebenschancen hatte.

Doch Tessy entwickelt sich gut, erklärt die Vorsitzende. "Nachdem die Hundedame von einer tollen Pflegefamilie weiterhin aufgepäppelt wurde, ist sie für eine Vermittlung bereit. Es geht ihr von Tag zu Tag besser."

Tessy sucht ein liebevolles Zuhause

Jetzt stellt sich der Tierheimleitung die Frage: Woher kommt Tessy? Und: Vermisst sie jemand? Aufgrund des gesundheitlichen Zustands der Kleinen sei davon auszugehen, dass sie absichtlich ausgesetzt wurde, so Gyimes. Die Vorsitzende vermutet sogar, dass die Hündin im Landkreis verkauft werden sollte. Sie könnte durchaus eines der Hundebabys sein, die in Osteuropa "produziert" und in westlichen EU-Ländern via Internet an gutgläubige Interessenten verkauft werden. Tessys schlechter Zustand soll für solche "Wühltischwelpen" sprechen, da diese ohne nötige Impfung oftmals unterernährt und krank seien.

"Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie mit ihrem Mitleidskauf das grausame Geschäft mit den Welpen erst anheizen", erzählt Tierheimleiterin Gaby Irber. Auch Manuela Gyimes weiß, "die potenziellen Käufer denken mit einem günstigen Tier ein Schnäppchen zu erstehen. Dabei zahlen die Käufer am Ende drauf, da die Welpen so krank sind, dass sie erhebliche Tierarztkosten verursachen und später oft trotz aller Bemühungen sterben."

Dem Tierschutzverein ist es wichtig, dass ein solches Elend verhindert wird. Nur durch Aufklärungsarbeit könne der Handel gestoppt werden.

Deshalb freut sich der Verein über jeden Hinweis rund um den 9. August, als Tessy gefunden wurde. Falls jemand etwas beobachtet hat, kann er sich unter der Nummer 08638/1460 melden.

Wer sich jetzt einen Hund zulegen möchte, oder Tipps zu seriösen Hundezüchtern braucht, kann sich beim Team des Tierschutzvereins Waldkraiburg informieren. Auch Tessy freut sich über Interessenten, die sie im Tierheim Pürten besuchen und ihr vielleicht ein festes Zuhause bieten.

tof/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser