Stadt favorisiert den Kreisverkehr

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Der Kreisverkehr am Stockhamer Berg: So könnte die Verkehrsführung nach dem Umbau der Kreuzung der Staatsstraße 2352 mit der Kreisstraße MÜ 18 (unten) und der Aussiger Straße (oben) nach der Vorplanung aussehen. Diese Variante wäre nach den vorliegenden Kostenschätzungen günstiger als der Umbau in eine Kreuzung mit Ampelanlage.

Waldkraiburg - Der Stadtrat in Waldkraiburg hat beschlossen, dass die Kreuzung am Stockhamer Berg zum Kreisverkehr werden soll. Die Vorplanungen können nun beginnen.

Die Stadt will die Kreuzung am Stockhamer Berg in einen Kreisverkehr umbauen. Die Vorplanung hat der Stadtrat einstimmig gebilligt. Die ebenfalls untersuchte Alternative, eine Kreuzung mit Lichtsignalanlage, lehnt der Stadtrat ab.

Die Kreuzung, an der die Staatsstraße 2352, die Kreisstraße MÜ 18 und die städtische Aussiger Straße aufeinandertreffen, ist ein Unfallschwerpunkt. Rund 7000 Kraftfahrzeuge verkehren pro Tag auf der Staatsstraße, etwa 6000 auf der Aussiger Straße, 5000 auf der Kreisstraße (Stockhamer Berg). Der Verkehr werde in den nächsten Jahren durch die neue MÜ 25 weiter zunehmen, so Bürgermeister Siegfried Klika. Der Umbau, der aus einem Sonderbaulastprogramm des Freistaats gefördert werden kann, soll in kommunaler Baulast abgewickelt werden. Träger der Maßnahme ist demnach die Stadt. Die Vorplanung in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim und der Kreistiefbauverwaltung ist weitgehend abgeschlossen.

Wie der Planer Christian Wimmer jetzt im Stadtrat ausführte, sind beide Varianten, eine Kreuzung mit Ampelanlage und ein Kreisverkehr, realisierbar. Allerdings sind dazu zum Teil erhebliche Einschnitte in das Gelände notwendig. Damit Lastzüge sicher und ohne Probleme vom Stockhamer Berg nach rechts in die Staatsstraße einbiegen können, ist bei beiden Varianten der obere Teil der Kreisstraße in den Hang zu verbreitern, beziehungsweise die Zufahrt des angrenzenden Wohngrundstücks zu verlegen. Zudem muss eine Stützmauer errichtet werden. Dafür ist ein Grunderwerb von etwa 200 Quadratmetern nötig. Hinzu kommt ein geringfügiger Flächenbedarf von 30 Quadratmetern an der Ecke Aussiger Straße/Staatsstraße. Wie es in der Sitzung hieß, haben beide Grundstückseigentümer signalisiert, dass sie bereit sind, den Grund für den Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr zu verkaufen.

Während der Planer bei einer Kreuzung mit Ampelanlage wegen des dann erforderlichen größeren Eingriffs in die Staatsstraße davon ausgeht, dass eine Lärmschutzwand nötig ist, musste er für den Kreisverkehr noch offen lassen, ob es Lärmschutzmaßnahmen braucht.

Nach den vorläufigen Schätzungen betragen die Gesamtkosten einschließlich Lärmschutz für eine Kreuzung mit Ampel etwa 1,3 Millionen Euro. Rund drei Viertel dieser Summe sei durch staatliche Zuschüsse gedeckt.

Ein Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von mindestens 30 Metern kommt günstiger, unter anderem weil der Umgriff der Maßnahme auf der Staatsstraße geringer ausfällt, und die Kosten für die Lichtsignalanlage wegfallen. Ein Vorteil dieser Lösung ist zudem, dass die Wartezeiten für die Kraftfahrzeuge geringer sind, der Verkehr besser und schneller abfließen kann. Wie der Planer ausführte, soll die Steigung an der Einfahrt zum Kreisverkehr vom Stockhamer Berg von derzeit zehn Prozent auf unter fünf Prozent reduziert werden.

Auf rund 980000 Euro werden die Gesamtkosten für den Kreisverkehr geschätzt. Lärmschutzmaßnahmen, Grunderwerb und Baunebenkosten sind darin ebenfalls bereits eingeschlossen. Die Stadt geht davon aus, dass die staatliche Förderung voraussichtlich fast 600000 Euro ausmachen kann. Sollten Lärmschutzmaßnahmen zwingend erforderlich sein, werden auch sie bezuschusst, die Förderung entsprechend höher ausfallen. Es verbleibt also ein kommunaler Eigenanteil von höchstens rund 385000 Euro, wobei auch der Landkreis als Baulastträger der Kreisstraße einen Teil davon tragen müsste. Verhandlungen über die Kostenbeteiligung wurden bereits eingeleitet.

Ein wichtiges Thema an dieser Kreuzung ist die Schulwegsicherheit. Viele Kinder und Jugendliche sind hier in Richtung Schulzentrum Waldkraiburg-Süd mit dem Fahrrad unterwegs und müssen die Staatsstraße an einer Bedarfsampel queren. Die Kreisverkehrslösung kommt der bestehenden Regelung des Schulverkehrs am nächsten.

Allerdings kamen in der Diskussion mehrere Anregungen, die Verkehrsregelung für Radfahrer zu überdenken. Sie sollen bei der weiteren detaillierten Entwurfsplanung berücksichtigt werden. Wie Gerhard Oswald von der Stadtverwaltung mitteilte, wird die Planung zudem einem sogenannten Sicherheits-Audit durch einen Gutachter unterzogen.

Stadträtin Susanne Engelmann fürchtet, dass durch den Umbau der Kreuzung der Zugang zu einer Treppe verschlossen wird, den wie sie auch viele andere Jogger und Hundehalter nutzen. Laut Oswald ist dieser Weg aber nicht betroffen.

Die Planung steht unter einem großen Zeitdruck. Wie die Regierung von Oberbayern signalisiert habe, kann das Projekt noch ins Programm 2012 aufgenommen werden. Dazu müsste laut Oswald die Maßnahme noch im laufenden Jahr beginnen. Das bedeutet, dass der Planentwurf bis September fertig und das Vergabeverfahren noch heuer durchgeführt werden müsste. Auch 2013 sei eine Aufnahme in das Programm möglich, es gebe aber keine definitive Zusage.

hg/Mühldorfer Anzeiger

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