Schnelles Internet via Glasfaserkabel

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Waldkraiburg - Die Stadt Waldkraiburg ist weitgehend gut mit DSL versorgt. Nicht so die Ortsteile Föhrenwinkel, St. Erasmus, Ebing, Froschau, Hausing und Au. Im Stadtrat wurde nun die Breitbandstudie des Landkreises Mühldorf vorgestellt. Die rät zu einem Ausbau mit Glasfaserkabeln.

Föhrenwinkel und Niederndorf haben eine Sonderstellung, weil dort ein internetfähiges Breitbandkabelnetz vorhanden ist, das sehr leistungsfähig ist. Via Internet können die Bürger bei Kabel Deutschland abfragen, ob eine Versorgung gegeben ist, heißt es in der Studie. Die Stadt müsste mit dem Anbieter klären, ob er zu einem Ausbau für die Internetnutzung bereit ist. Die Übertragungsrate könnte bis zu 20 Mbit/s erreichen, da es keine Beschränkungen gibt, wie beim DSL.

"Gebiete, die eine Empfangsrate unter 1000 MB hat, gilt als unterversorgt", sagte Susanne Weigand vom Landratsamt Mühldorf in der jüngsten Stadtratssitzung. Diese Bereiche auszubauen sei förderfähig und daher setze die Breitbandstudie des Landkreises seinen Focus auf die Randgebiete Waldkraiburgs.

Die Firma IK-T Innovative aus Regensburg hat die Breitbandstudie erstellt. Als Vertreter von IK-T stellte Diplom Ingenieur Michael Himmelstoß die Ergebnisse vor. Demnach gäbe es mehrere Möglichkeiten für einen Breitband-Ausbau, die zwei am geeignetsten sind hier wiedergegeben.

Die erste sei laut Himmelstoß eine hochwertige, kabelgebundene Breitbandlösung. Die Bandbreite werde vom Hauptverteiler eines Netzbetreibers über Glasfasern an die Kabelverzweiger in den Ortsteilen herangeführt. Die Kabelverzweiger müssen dafür mit DSL-Technik ausgerüstet werden. Von den Verzweigern wird über die vorhandenen Kupferleitungen der Telekom die Internetversorgung in die Häuser geführt.

"Gut ist, dass die Stadtwerke schon viele Trassen und Leerrohre unterhalten, die könnte man mitnutzen", so Himmelstoß. Die Trassen reichen allerdings nicht bis St. Erasmus, müssten verlängert werden, was viele Tiefbaumaßnahmen bedeute. Aber es wäre eine gute Lösung für die Zukunft und daher empfiehlt die Studie auch diese Version. Man erreiche so bis zu 20 Mbit/s. Von den Glasfaserkabeln aus können später weitere Kabel bis in jedes Gebäude verlegt werden. Der Ausbau würde zum Beispiel nach Ebing rund 120000 Euro kosten. Dort könnte man in jedem Fall mit 6 Mbit/s rechnen

Die grob geschätzten Gesamtkosten für alle Ortsteile liegen bei knapp 400000 Euro. Erfahrungsgemäß zahlen Netzbetreiber 10 bis 30 Prozent der Errichtungskosten. Bleibt also eine Deckungslücke von 90 bis 70 Prozent, die die Stadt erbringen müsste. Für bis zu 70 Prozent dieser Deckungslücke - maximal 100000 Euro - gibt es Fördergelder, erklärt Himmelstoß.

Die Gemeinde wäre dann Eigentümer der Glasfaserkabel und könnte Glasfasern an andere Betreiber weitervermieten.

Die zweite Ausbauvariante wäre eine Richtfunkverbindung vom Glatzberg bis Ebing, eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Au und St. Erasmus allerdings wären über diesen Weg nicht erreichbar und müssten über Glasfaser erschlossen werden. Hier spricht man von einer Hybridlösung. Die Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen sei sehr lange und würde rund 165000 Euro kosten.

Die Kosten reduzieren sich aber noch, weil die Stadtwerke ja schon viele Trassen vorweisen können. Richtfunk arbeite mit wesentlich weniger Sendeleistung als Mobilfunk und die Funkstrahlung ist gebündelt. Die Hybridlösung würde zirka 412000 Euro kosten. Hier müsste die Gemeinde die kompletten Kosten tragen.

Wie geht es jetzt weiter? Der Bedarf für die Ortsteile muss ins Breitbandportal gestellt werden, was Stefan Munding von den Stadtwerken schon gemacht hat. Bei der Ausschreibung müsse man den Netzbetreibern acht bis zehn Wochen Zeit geben, um Angebote zu machen und für das wirtschaftlichste einen Förderantrag stellen, so Himmelstoß.

"Eine Nachfrage der Haushalte in Ebing ist da, aber rechnen wird sich die Maßnahme wohl nicht", sagte Bürgermeister Klika. Er werde die Angelegenheit im Aufsichtsrat der Stadtwerke besprechen. Himmelstoß betonte, der Bedarf an schnellen Leitungen werde in jedem Fall steigen.

kla/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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