Schlechte Infopolitik der Gemeinde?

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Heldenstein – „Mangelnde Informationspolitik“ wirft die Heldensteinerin Uta Drager der Gemeindeverwaltung vor. Nur einen Werktag vor Beginn von Straßenbaumaßnahmen habe sie von einer Vollsperrung erfahren – durch Zufall.

Nur weil ihre fünfjährige Tochter das Infoblatt der Gemeinde von der Straße aufgehoben habe, sei sie am 11. September darauf aufmerksam geworden, dass die Anwohner der Enzianstraße ab dem 14. September mit einer Vollsperrung rechnen müssten, erklärt die Heldensteinerin aufgebracht. Wäre das nicht der Fall gewesen, „hätte ich vermutlich am Montag mit dem Auto die Enzianstraße für die nächsten Wochen nicht verlassen und damit meiner Arbeit nachkommen können – ein schwerwiegender Eingriff in mein Privatleben“, den sie so nicht hinnehmen könne, schreibt sie an die Gemeinde.

Die von ihr angeprangerte Informationspolitik sei kein Einzelfall, kritisiert sie. „Selbst wenn mich das Schreiben der Gemeinde ordnungsgemäß erreicht hätte, empfinde ich die Mitteilung als unzumutbar kurzfristig“, schimpft sie, zumal es auf den 11. September datiert gewesen sei. Die Folge: Aus ihrer Sicht hätten die Anwohner keine Chance gehabt, rechtzeitig Termine zu verschieben, die eine Anfahrt zwingend erforderlich machten. In ihrem Fall spricht sie von einer dringend benötigten Heizöllieferung sowie mehrtägige für September eingeplante Handwerkerarbeiten – der Austausch von Fenstern. Wenn dann die Gemeinde um Geduld und Verständnis bitten würde, müsse sie vehement widersprechen. Das Vorgehen der Gemeinde empfinde sie als „Frechheit“.

Kritiken dieser Art sind Michael Dickinger von der Gemeindeverwaltung nicht fremd. Er bedauert zutiefst, dass die Bürger über die Baumaßnahme in diesem Gemeindebereich so kurzfristig informiert worden seien. „Das ist etwas unglücklich gelaufen.“ Doch habe dies nichts mit Versäumnissen der Gemeinde zu tun. Auch sie hätte erst kurzfristig davon erfahren, wann und wie mit welchen Arbeiten fortgefahren würde. „Wir haben derzeit einige Baustellen im Gemeindebereich. Da kann man nicht stündlich nachfragen, wie der Stand der Dinge ist.“ Im Falle des Informationsdefizits von Uta Drager sagt Dickinger, dass das Infoblatt auch ihren Haushalt erreicht habe, wegen Überfüllung des Briefkastens jedoch alternativ die Zeitungsrolle für die Sendung benutzt und das Blatt offensichtlich durch Wind verweht worden sei.

Dickinger betont, dass die Gemeinde stets versuche, die Straßen für Anlieger, soweit es geht, offen zu halten, solange es die Baustelle zuließe. Um Terminkollisionen, wie von Uta Drager geschildert, zu verhindern, empfiehlt Dickinger den kurzen Dienstweg. Der Polier sei stets in unmittelbarer Nähe der Baustelle. Probleme, beispielsweise bei einer zu erwartenden Öllieferung, ließen sich dann ganz unbürokratisch durch ein kurzes Gespräch lösen. „Kompromisse sind immer zu finden“, so Dickinger.

je/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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