Südfleisch macht Schlachthof-Laden dicht

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Wie Wirtin Lilly Elsässer decken viele Wirte und Metzger in Waldkraiburg und der ganzen Region ihren Bedarf an Fleisch und Wurstwaren im Schlachthof-Laden. Am 30. April ist vermutlich damit Schluss. Dann soll der Laden geschlossen werden.

Waldkraiburg - Seit es den Schlachthof gibt, decken viele Wirte aus der ganzen Region dort ihren Bedarf an günstigem frischem Fleisch und Wurstwaren. Doch jetzt wird er geschlossen.

"Ich bin entsetzt", schimpft Lilly Elsässer, seit 2004 Wirtin im Gasthaus im Föhrenwinkel, davor in Zangberg. Ob Schweinefilet oder Rinderlende, Currywürste oder Wiener, sie habe ihren ganzen Bedarf vom Schlachthof geholt, oft dreimal in der Woche dort eingekauft, "immer frische Ware", sagt sie und holt zwei große Stücke Sauerbraten aus einem Topf. Die Ankündigung sei ein "schwerer Schlag für die Wirte", meint sie. Sie fürchtet höhere Warenkosten, die "wir aber in so schwierigen Zeiten für die Gastronomie nicht auf die Kunden umlegen können".

Für sie ist es ein schwerer Schlag, dass die Südfleisch den Laden auf dem Schlachthofgelände zum 30. April schließen will.

Wie Elsässer, so haben viele Wirte, Metzger sowie Landwirte im Schlachthof-Laden Fleisch- und Wurstwaren gekauft. Auch Harri Zappe von der gleichnamigen Waldkraiburger Gaststätte bedauert diesen Schritt des Unternehmens. Die Vorteile für die Gastronomie liegen für ihn auf der Hand: "Sehr frisches Fleisch, kurze Wege und man konnte auch sehr kurzfristig vor Ort einkaufen." Dies sei bei Großlieferanten, die das Fleisch anliefern, "nicht so leicht möglich. Es wird auf jeden Fall umständlicher." Wie Zappe mitteilt, haben die Wirte den Kreisverband des Hotel- und Gaststättenverbandes eingeschaltet, in der Hoffnung, doch noch eine andere Lösung zu erreichen.

Doch danach sieht es nicht mehr aus. Das Unternehmen könne "nachvollziehen, dass das nicht einfach ist für die Wirte", sagt zwar die kaufmännische Leiterin Ulrike Greilinger, die aber zugleich feststellt: "30. April - der Termin steht."

Sie begründet die Entscheidung unter anderem mit den notwendigen hohen Investitionen. Der Laden sei veraltet. Zugleich stelle sich ein Sicherheitsproblem. "Wir müssen den Verkehr auf dem Hof reduzieren." Gerade am Freitag, wenn rund 20 Lastwagen auf dem Gelände rangieren, sei auch der größte Andrang im Laden. Und schließlich sehen auch Großkunden des Schlachthofs den Laden kritisch.

Das Unternehmen habe viele Möglichkeiten durchgespielt. Eine Verlagerung des Ladens auf dem Gelände des Schlachthofs sei nicht möglich. Eine Verlagerung an einen Standort außerhalb ist laut Greilinger "nur rentabel", wenn er nicht nur für Lieferanten und Kunden des Schlachthofes, sondern für alle zugänglich wäre. Wirte und Metzgereien werden weniger. Allein von 2008 bis 2009 habe sich dies in einem zehnprozentigen Umsatzrückgang in dem Laden niedergeschlagen. Bei einer Verlagerung des Ladens in die Innenstadt wären die Proteste nicht weniger heftig. Dann würden sich ortsansässige Metzger und der Einzelhandel beschweren.

hg/Mühldorfer Anzeiger

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