Wasserbehälter: Sanierung kostet 1,2 Millionen

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Wassermeister Wolfgang Weinbauer zeigt die blaue Folie, mit der die vier Wasserkammern im Hochbehälter ausgekleidet werden.

Waldkraiburg - Der Trinkwasserhochbehälter in Scharn bei Heldenstein ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. 1,2 Millionen Euro kostet die Maßnahme, die noch bis August dauern soll.

Die Sanierung des Hochbehälters läuft bereits seit November und soll im August abgeschlossen sein, berichtet Wassermeister Wolfgang Weinbauer bei einer Führung durch die Baustelle in Scharn bei Heldenstein.

Auf einer Anhöhe steht dort der Trinkwasserhochbehälter, der Waldkraiburg, Heldenstein und Rattenkirchen versorgt. Der durchschnittliche Verbrauch pro 24 Stunden für die drei Gemeinden beträgt insgesamt 6000 Kubikmeter - 8000 Kubikmeter Fassungsvermögen haben die vier Wasserkammern des Hochbehälters.

Folienauskleidung ersetzt die alte Beschichtung

Der ältere Teil wurde Mitte bis Ende der 60er-Jahre gebaut. Damals war Platz für 3000 Kubikmeter Wasser. Im Jahrzehnt darauf wurde das Fassungsvermögen um 5000 weitere Kubikmeter erweitert.

Die Sanierung sei nötig geworden, weil die Qualität der Mineralbetonbeschichtung in den Wasserkammern nachlasse, so Weinbauer. Die Leitung auf der Baustelle hat das Ingenieurbüro Behringer aus Mühldorf. Robert Behringer beaufsichtigt die Firma Von der Forst aus Norddeutschland, die sich um die Auskleidung und Betonsanierung kümmert.

Durch Gefälle fließt Wasser von allein nach Waldkraiburg

Die Beschichtung der Wasserkammern wird ersetzt durch eine blaue Folie - eine sehr wirtschaftliche Methode. Die Folie habe eine KTW-Zulassung, was bedeutet, dass das Wasser keine Weichmacher rausspülen kann, erklärt Weinbauer. Die Folie werde vom ursprünglichen Behälter gehalten, ergänzt Behringer.

Es wird auch neue Einstiegstreppen aus Edelstahl für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten geben.

Weil gerade gearbeitet wird, werden die gefüllten Wasserkammern staubdicht verhängt. "Immer nur eine Wasserkammer ist außer Betrieb", erklärt der Wassermeister, schließlich müsse die Wasserversorgung auch während der Sanierungsarbeiten gewährleistet sein.

Sind die großen Becken gefüllt, steht das Wasser fünf Meter hoch - es wird aus den vier Brunnen heraufgepumpt.

Weil ein Gefälle von 50 Metern da ist, braucht es keine weitere Energie, um das Wasser nach Waldkraiburg zu bekommen - es läuft durch unterirdische Rohre von selbst dorthin.

Im Zuge der Sanierung werden die vorderen beiden Wasserkammern verglast. So kann der Hochbehälter künftig auch von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Bisher durfte sich wegen der offenen Becken nur Fachpersonal dort aufhalten. Im Rohrkeller gab es Bullaugen, durch die auch die Bürger Einblicke in die Kammern bekamen. Die wurden nun zum Teil zubetoniert.

So können demnächst etwa Schulklassen, die das Thema Wasserversorgung im Unterricht durchnehmen, von oben in die Wasserkammern reinschauen.

kla/Mühldorfer-Anzeiger

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