Problem als Aufgabe annehmen

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Die Mittelschule, ein neuer katholischer Kindergarten, das Energiekonzept und das TSV-Vereinsheim: Genug Zündstoff gab es bei der Jahreshauptversammlung des CSU-Ortsverbandes Neumarkt-St. Veit.

Die Berichte aus dem Stadtrat boten einiges an Brisanz bei der Versammlung im Gasthaus Lobner. Nicht gerade glücklich sei die CSU, so Heimerl, mit der Entscheidung, dass Neumarkts Hauptschule zukünftig mit Mühldorf einen Verbund zur Mittelschule bildet.

Nicht nur, dass der Stadtrat darüber, so Stadtrat Ferdinand Rothkopf, erst eine Woche vor der Abstimmung im Stadtrat über die Bildung einer Mittelschule genauere Informationen erhalten habe. Ebenso kritisierte die CSU, dass die Alternative mit Massing nicht akribisch genug verfolgt worden sei. Er selbst hätte diese Alternative als die bessere für die Neumarkter Kinder erachtet, so Heimerl, der sich wünschte, dass im Kooperationsvertrag zumindest Wünsche der Neumarkter Schule eingearbeitet werden: Dass pro Jahrgangsstufe dauerhaft eine Klasse in Neumarkt unterrichtet wird und dass zukünftig sowohl M-Zug als auch die Ganztagesklasse in Neumarkt vorhanden bleibt. Auch war Heimerl der Meinung, dass die deutschlandweite Vorrangstellung der Neumarkter Hauptschule im Hauswirtschaftsbereich ein deutliches Signal dafür sein müsse, dass dieser Zweig weiterhin in Neumarkt angeboten wird.

Umso mehr lobte Heimerl das Engagement der Kirche, was den Bau eines neuen Katholischen Kindergartens betrifft und auch die Schaffung von Krippenplätzen. Vor allem zu Letzterem seien bislang keine Aktivitäten der Stadt erfolgt.

"Der Standort macht uns erhebliche Probleme", berichtete jedoch Lorenz Wastlhuber, der Kirchenpfleger in St. Veit ist. Die Kirche sei nicht bereit, dort einen Kindergarten hinzustellen, wo sie kein Grundstück besitzt. Heimerl brachte bei diesem Punkt wieder die Stadt ins Spiel. Es sei ihre Aufgabe Alternativstandorte vorzuschlagen, gegebenenfalls auch durch Grundstückstausch mit der Kirche eine Lösung zu finden.

Die Energieproblematik werde durch einen immer weiter steigenden Ölpreis auch Neumarkt treffen, stellte sich Stadtrat Reinhard Fuchs hinter das Energiekonzept, dessen Entwicklung der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. "Wir sind auf einem guten Weg. Doch Treiber muss der Bürgermeister sein", sagte Heimerl zur Tatsache, dass auch die Stadt Neumarkt gefordert sei, zunehmend auf regenerative Energien zu setzen, nachdem dies in der Vergangenheit immer wieder gescheitert war. Heimerl verhehlte dabei nicht, dass er selbst vor zwei Jahren gegen die Umwandlung der alten Turnhalle zum Hackschnitzeldepot gewesen sei, weil er den Erhalt der Sportstätte als wichtiger erachtet habe.

Zum Bau des TSV-Vereinsheimes rechnete Heimerl vor, dass es für den Verein kaum möglich sei, die Baumaßnahme wie sie ursprünglich angedacht gewesen sei, alleine zu schultern. Schließlich müsse über den Bau des Heimes hinaus die Handlungsfähigkeit des Vereins gewahrt bleiben. "Die Stadt muss sich mehr beteiligen", forderte Heimerl deswegen. Anstatt der zugesicherten 20 Prozent sprach Heimerl von knapp 40 Prozent Zuschuss seitens der Stadt, die er durch die gute Jugendarbeit im Verein gerechtfertigt sieht. "Das muss es uns wert sein, auch um die Attraktivität unserer Stadt zu steigern." Schließlich könne auch der EC Schpana von neuen Duschen profitieren. Auf der anderen Seite könne er nicht verstehen, dass die Stadt eine 400-Euro-Kraft für die Jugendaktionsgruppe finanziert. Grundsätzlich prangerte Heimerl an, dass die Stadt zu wenig Initiative zeige: "In jeder Aufgabe sieht man ein Problem, anstatt ein Problem als Aufgabe zu sehen, es zu lösen."

je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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