Peters: Steigt im Dezember Investor ein?

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Neues von der Peters-Insolvenz: Das Verfahren soll in drei Monaten beendet sein. 100 Arbeitsplätze an den Standorten München und Waldkraiburg fallen weg. Es gibt einen Investor.

Waldkraiburg - "Das ist der Bildungsträger in Waldkraiburg schlechthin. Die Beschäftigten liegen uns am Herzen und deshalb wollten wir mit der Geschäftsleitung die Zukunftsperspektiven diskutieren", so Richard Fischer, SPD-Unterbezirksvorsitzender und Gewerkschafter nach einem Informationsgespräch zusammen mit Susanne Engelmann und MdB Ewald Schurer mit der BFZ-Geschäftsführung.

Wenn Personal in einem so großen Unternehmen abgebaut werde, spiele das für die Gesamtbeschäftigungssituation in der Stadt eine Rolle. Fischer sprach von 400 Festangestellten an den Peters-Standorten Waldkraiburg und München. Davon sollen nach Fischers Informationen etwa 25 Prozent abgebaut werden.

100 Arbeitsplätze fallen weg

Betroffen seien Angestellte, deren befristete Verträge auslaufen oder die etwa kurz vor der Rente stehen. Auf Anfrage bestätigte Geschäftsführerin Petra Klier den Personalabbau um ein Viertel.

Die SPD-Vertreter machten sich bei einem Gespräch mit der BFZ-Leitung Petra Klier und Franz Hacker, die seit August im Amt sind, ein eigenes Bild, wie es mit der Insolvenz in Eigenverwaltung voran geht. "Jedes Insolvenzverfahren hinterlässt ,blutige Spuren', etwa durch nötigen Personalabbau", sagt der Abgeordnete Schurer nach dem Treffen.

Geschäftsführerin Klier glaubt, man könne im Februar aus der Insolvenz raus, formal dauere es wohl einen Monat länger. Sie spricht von einer der schnellsten Abwicklungen in Deutschland, was man auch den kooperativen Insolvenzverwaltern verdanke.

Investor kommt ins Spiel

Schurer, der im Haushaltsausschuss des Bundestags sitzt und Fischer, erfahrener Gewerkschafter als Regionalsekretär der IG Bau, trauen den neuen Geschäftsführern zu, dass sie "den Laden nach vorne bringen". Die Peters-Gruppe sei auf einem guten Weg des Konsolidierens.

Allerdings hält Fischer das ohne einen Investor für nicht machbar. Dass es einen Investor gibt, bestätigt Klier. Am 21. Dezember gibt es einen Termin mit den Gläubigern, die das Plankonzept absegnen sollen. "Wenn das passiert ist, steigt der neue Partner ein", erklärt Klier. Der komme nicht aus dem Bildungssektor.

Laut Klier wolle man bei der Klientel Schwerpunkte setzen bei über 50-Jährigen, die schon länger keine Arbeit mehr haben und bei unter 25-Jährigen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht erfolgreich waren, etwa aufgrund sozialer Schwierigkeiten. Man will sich weiter auf die Rückkehr alleinerziehender Mütter konzentrieren. Durch den hauseigenen Kindergarten wissen die Frauen ihre Sprößlinge während der Weiterbildung gut aufgehoben. Und das BFZ will Migranten, deren Qualifikationen aus anderen EU-Staaten nicht anerkannt sind, bei der Anerkennung helfen und Sprachkurse anbieten.

Schurer sieht auch in den Zukunftsplänen, neue Bildungswege zu erschließen, großes Potential. Alle Welt klage über einen Fachkräftemangel. Da biete es sich doch an, erfahrene Arbeitskräfte weiterzubilden, so sein Vorschlag. 45plus bis 60plus sei da eine gute Klientel, so Schurer, der über den politischen Weg prüfen will, welche Fördermittel es gibt.

Eine Stimmung pro Peters haben die Vertreter der SPD ausgemacht - auch von kommunalpolitischer Seite. Bürgermeister Siegfried Klika und der Stadtrat kommen dem Betrieb auf formaler Ebene entgegen.

Auch wenn die SPD-Vertreter "Anlass zu berechtigter Hoffnung" haben - ein bisschen Katerstimmung bleibt. Sind die Gründe, die zu dem finanziellen Kollaps geführt haben, ja mit gewachsenen Strukturen entstanden.

Der Abgeordnete spricht von "Vergaloppieren" und "unternehmerischem Risiko", als das "Diversifizieren" eine Modewelle für große Familienkonzerne war. Das spiele natürlich in den Köpfen der Bürger nach wie vor eine Rolle, so Schurer. Die Erzählungen von goldenen Wasserhähnen in einer Luxus-Seniorenresidenz am Tegernsee haben sich festgesetzt.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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