Putten, Chippen und "Gras streicheln"

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Waldkraiburg/ Guttenburg - "Immer haut's mir das Putter-Dingsbums weg", ärgert sich Nadine. Die Elfjährige ist mit 14 anderen Kindern im Rahmen des städtischen Ferienprogramms beim Schnuppergolfen auf dem Platz in Guttenburg.

Das Dingsbums, das Nadine meint, ist eigentlich das hözerne "Tee", ein kleiner Stift, auf dem der Golfball beim Abschlag platziert wird. "Es ist schon ganz verbogen", ärgert sich das Mädchen und versucht es immer wieder, einen guten Abschlag auf der Driving Range hinzubekommen. Sie ist zum ersten Mal auf einem Golfplatz. Sport ist ihr Ding, Golfen sei mal was anderes. Ansonsten reitet und turnt sie gern. Jugendwart Erwin Wiedorfer, der im Golfclub Guttenburg nur "Wichtel" genannt wird, gibt ihr Tipps. "Geh einen Schritt vor, mach erst einen Probeschwung. Und mit dem gleichen Schwung schlägst du ab. Die Knie leicht gebeugt halten." Und tatsächlich: Nadine trifft und es sieht schon ziemlich gekonnt aus. Auch den Rasen hat sie nicht gerupft. Anders ihre Freundin Corinna. Wenn sie abschlägt, fliegt dem Ball auch gleich noch ein bisschen Gras und Erde hinterher. "Das macht nichts, wir sind ja zum Üben hier", sagt "Wichtel" gelassen, und erklärt, dass nur jemand, der viel übe, ein guter Golfer werden könne. Und Corinna probiert es wieder und wieder. Mit der Zeit sehen ihre Schläge schon etwas eleganter aus, die Flugbahn des Balles wird auch immer länger.

Ferienkinder beim Golfen 

Den Golfball bezeichnet "Wichtel" als das "verrückte Ding", das in das "verrückte Loch" müsse. Er berichtet, dass er als Jugendwart vor vier Jahren mit acht Teenies und Kindern angefangen habe. Heute trainieren rund 50 Jugendliche im Golfclub. "Kinder ab drei Jahren können bei uns anfangen. Die lernen das Golfen spielerisch", so Wiedorfer. Ab fünf könnten die Nachwuchsknirpse dann die Bewegungen und Schläge schon koordinieren.

Die Schnuppergolfer an diesem Vormittag sind zwischen neun und 14 Jahren. Sie erfahren, wie der 120 Hektar große Platz aufgebaut ist und wozu man die 14 verschiedenen Schläger braucht. Die einen sind kürzer, die anderen länger und die Schlagflächen sehen unterschiedlich aus. Auf dem "Puttinggrün" probiert eine Gruppe Buben das "Putten". Dabei schlagen sie den Ball vom Boden weg, ohne "Tee" und bekommen von "Wichtel" den Tipp, dabei das Gras mit dem Schläger zu "streicheln". Knifflig wird es, wenn der Boden uneben ist oder der Ball wegen einer Delle oder eines Hügelchens eine Kurve macht. Daher müsse man sich den Boden immer gut anschauen und das mit einkalkulieren. Beim "Putten" schwingen die Arme wie das Pendel einer Standuhr. Eine weitere Gruppe Buben, versucht sich beim "Chippen". Der passende Schläger dazu hat eine sehr flache Schlagfläche und der Ball soll im hohen Bogen fliegen. Stefan (11) und Nico (9) können das schon recht gut, beide haben ein wenig Golferfahrung. Sie "chippen" ihre Bälle in einen Regeschirm, den "Wichtel" verkehrt aufgespannt in einen Hügel etwa zehn Meter entfernt gesteckt hat. Stefan weiß: "Taktik ist hier wichtiger als Kraft."

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © kla

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