Anwohner fordern Umgehung

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Die hohe Verkehrsfrequenz durch die Hauptstraße in Aschau stinkt den Anliegern.

Aschau - Die Anwohner an der Hauptstraße haben die Nase voll: Lärm, Gestank und Schmutz. Das hohe Verkehrsaufkommen nervt! In der Bürgerversammlung forderten sie deshalb jetzt die sofortige Planung einer Umgehung. 

Lesen Sie hier den Originalbericht aus den Waldkraiburger Nachrichten:

Verkehrsthemen bewegen die Aschauer

Die Anlieger der Hauptstraße in Aschau haben genug von der Verkehrsbelastung. Martin Gaßlbauer forderte in der Bürgerversammlung, "unverzüglich" die Planung einer Ortsumgehung in Angriff zu nehmen.

Bürgermeister Alois Salzeder und der Gemeinderat setzen dagegen auf eine neue Kreisstraße MÜ 25, die eine große Entlastung für Aschau bringe, sobald die A94 fertig ist.

Martin Gaßlbauer forderte im Namen vieler Bürger die Gemeinde auf, unverzüglich die Planung für eine Umgehungsstraße in Angriff zu nehmen.

Das Thema Umgehungsstraße ist nicht neu. Schon in den 80er-Jahren beschäftigte sich der Gemeinderat damit. Ein Teilstück einer Umgehung im Süden des Dorfes war bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Doch solange offen war, wie die Autobahn verläuft und wie Aschau an die A94 angehängt wird, tat sich nichts. Seit der Bau einer neuen Kreisstraße MÜ 25 als Anbindung an die Autobahn in den Focus rückt, wurden die Umgehung von der Gemeinde nicht mehr weiterverfolgt.

Viele Aschauer Bürger wollen sich damit nicht abfinden. Anlieger der Hauptstraße, durch die täglich Tausende von Kraftfahrzeugen aus Aschau-Werk und Waldkraiburg zur B12 fahren, haben genug von der Belastung durch Verkehrslärm und Schadstoffe. Sie beklagen, dass Aschau keinen atraktiven Dorfkern entwickeln könne, weil die Durchgangsstraße den Ort zerschneide. Und sie fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg. Man müsse sich wundern, dass angesichts des "Verhaus an Gehwegen" entlang der Staatstraße noch nichts passiert sei, sagte Martin Gaßlbauer, der unter Beifall die Gemeinde aufforderte, unverzüglich mit der Planung einer Ortsumgehung zu beginnen. "Den Leuten stinkt's gewaltig", so Gaßlbauer in einer wie erwartet emotionalen und kontroversen Debatte, an der sich viele Bürger im voll besetzten Pichlmeier-Saal beteiligten.

Zu ihnen zählt auch Maria Schlechta, die die Initiative Verkehrswahnsinn stoppen ins Leben gerufen hatte (wir berichteten). Sie übergab weitere Unterschriften, 158 sind es jetzt, um ihr Anliegen zu unterstreichen, den Verkehr schon jetzt um Thann herumzuleiten.

In Spitzenzeiten: Alle sechs Sekunden kommt ein Fahrzeug

Bürgermeister Alois Salzeder äußerte Verständnis für die Bürger. Der Verkehr sei in der Tat eine große Belastung, räumte er ein. Wie eine Erhebung der Gemeinde im Sommer ergab, passierten den Messort Thann innerhalb einer Woche über 66000 Kraftfahrzeuge, in der Spitze 600 pro Stunde, macht statistisch gesehen alle sechs Sekunden ein Auto auf der Hauptstraße. Keine Frage, die Staatsstraße durch den Ort ist stark belastet. Das bestätigen auch Polizei-Zahlen. Polizeioberkommissar Josef Streck von der Waldkraiburger Inspektion verwies allerdings darauf, dass die Zahlen auf der Staatsstraße 2091 von Kraiburg nach Ampfing deutlich höher liegen (siehe auch Verkehrszählung/Unfallstatistik unten).

Der Bürgermeister, der in dieser Bürgerversammlung von einem massiven Rückgang der Steuereinnahmen der Gemeinde berichtet hatte, verwies auf die hohen Kosten einer solchen Straße. Er bremste die Hoffnung der Ortsumgehungs-Anhänger auf Zuschüsse von 80 Prozent. Höchstens 45 bis 55 Prozent stünden laut Regierung in Aussicht.

Die Gemeinde setzt vielmehr auf den Bau einer neuen Kreisstraße MÜ 25, die den Verkehr aus Richtung Aschau-Werk und Waldkraiburg an die künftige Autobahn anbindet und zugleich die Ortsteile Thann, Litzlkirchen und Haselbach entlastet. Eine große Erleichterung für das Dorf selbst, das weiß auch Salzeder, werde diese Straße allerdings erst dann bringen, wenn die Autobahn durchgehend bis München befahrbar ist. Bis 2016/17 könnte es so weit sein, glaubt der Bürgermeister.

Martin Gaßlbauer ist weniger optimistisch. Er fürchtet erhebliche Verzögerungen durch Klagen. Die neue Kreisstraße sei zudem nicht die günstigste Anbindung, weil sie nicht direkt zur Autobahn, sondern über eine weitere neue Kreisstraße MÜ 40 führe.

Landrat Georg Huber warnte vor "unbedachten Infrastrukturmaßnahmen". Die Belastung der Bürger würde dadurch weiter steigen. Dagegen ließe sich ein Geh- und Radweg entlang der Hauptstraße schnell realisieren. Der Gemeinderat will das Thema noch einmal behandeln. Allerdings hatten Bürgermeister Salzeder wie sein Vorgänger Josef Huber daran erinnert, dass ein durchgehender Geh- und Radweg daran gescheitert war, dass viele Grundeigentümer an der Hauptstraße dafür keinen Grund zur Verfügung stellen wollten. Dort, wo es möglich war, sei der Weg verbreitert worden.

Schwellen auf der Fahrbahn wie in der Berliner Straße in Waldkraiburg schlug Harald Wilfer als verkehrsberuhigende Maßnahme vor. Dies sei in 30er-Zonen zulässig, so Polizeioberkommissar Streck. Für eine zweite Ampel, um die Autofahrer in der Hauptstraße runter zu bremsen, sprach sich Susi Leitl aus. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang auch das Halteverbot an der Hauptstraße 17, das - wie Salzeder zusicherte - bereits in der nächsten Gemeinderatssitzung Thema sein wird.

Eine beunruhigende Perspektive für die Anlieger der Hauptstraße ist die Ankündigung, dass 2011/2012 die Staatsstraße 2091 (Kraiburg-Ampfing) wegen Bauarbeiten gesperrt wird und der Verkehr, täglich über 10.000 Fahrzeuge, dann umgeleitet werden muss. Über Aschau? "Wie will man die durch den Ort bringen?", wollte Gaßlbauer von Landrat Georg Huber wissen.

Die Kreisstraße MÜ 25 neu steht unter großem Zeitdruck

Soweit soll es nicht kommen. "Das ist der Grund, warum wir die MÜ25 vorantreiben müssen", so der Landrat. Anfang 2010 muss nach seinen Worten der Grunderwerb geklärt sein und die Planung stehen, um die Zuschüsse zu sichern und den Bau 2011 fertigstellen zu können. Wenn die neue Straße bis dahin nicht realisiert werden kann, werde der Landkreis die bestehende Kreisstraße ausbauen müssen.

Aschau setzt auf eine neue Trasse

Aschau will die Kreisstraße auf neuer Trasse. Bürgermeister Salzeder ist zuversichtlich, dass die Grundstücksverhandlungen rasch zu einem positiven Abschluss kommen. Die Gemeinde sei bereit, das Projekt auch als kommunale Entlastungsstraße zu verwirklichen. Aschau spricht sich für eine neue Trassenvariante aus, die anschließend an den bestehenden Kreisverkehr Thann, Litzlkirchen und Howaschen umgeht und bei Hamberg, also früher als ursprünglich geplant, auf die bestehende Kreisstraße MÜ 25 einschwenkt. Neben Schallschutzmaßnahmen seien auch Auflagen des Wasserwirtschaftsamtes hinsichtlich des Wasserschutzes zu erfüllen. Auf drei Millionen Euro beziffert Salzeder die Kosten für den Neubau.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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