Oase der Entspannung

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Manche Besucher des Stadtparkkonzertes saßen in mitgebrachten Campingstühlen.

Waldkraiburg - Er ist zwar nicht der "Central Park", hat aber für seine Bürger die gleiche Funktion: der Stadtpark. Hierhin kommen die Waldkraiburger zum Picknicken, Gassi- gehen oder um einem Konzert zu lauschen.

 Endlich kein Regen mehr, stattdessen ein traumhaft sonniger Sonntagnachmittag im Stadtpark. Die Vögel zwitschern in den Bäumen, die Rhododendren blühen dazwischen rotlila und auf dem Teich inmitten dieser Idylle die erste weiße Seerose.

Heute ist Stadtparkkonzert mit dem Shantychor Inn-Salzach-Möwen, prächtiges Wetter und so haben sich viele Waldkraiburger und auch Gäste aus dem Umland aufgemacht, um auf den Holzbänken und einzeln stehenden Bänken rund um den Konzertpavillon Platz zu nehmen. Viele der Besucher fuhren mit dem Fahrrad her, kamen zu Fuß, ältere Herrschaften aus dem nahe gelegenen Seniorenheim mit dem Rollator und die jüngsten Waldkraiburger werden mit dem Sportbuggy hergeschoben.

Gudrun Dittrich mit den Enkeln ihres Mannes - Sinan und Aylin.

Während der Chor sich einstimmt und die Lautsprecher mit "1, 2, 3..." getestet werden, kann man ein ehemaliges Mitglied der Shantysänger treffen: Dr. Walter Lohrengel. Der Wahlwaldkraiburger kennt diese Konzerte vor der wunderbaren Kulisse, hat er doch selbst mitgesungen. Als die Männer in den blauen Hemden und den Kapitänsmützen sowie die vier Frauen anstimmen, verabschiedet er sich schnell, er will nichts vom Programm verpassen.

Zu den wehmütigen Melodien schlagen viele der weißhaarigen Frauen und Männer auf den Besucherrängen den Takt. Hinter ihnen, im Schatten der großen Bäume, macht gerade die Mühldorferin Monika Zieglgänsberger mit ihrem Radl Pause. "In den Stadtpark bin ich gekommen, weil ein Arbeitskollege von mir an der Gitarre mitspielt", so die Ausflüglerin. Sie sei überrascht, wie schön es hier sei und dass es auch eine gastronomische Versorgung gebe. "Ich finde es schade, dass es kein richtiges Hinweisschild für auswärtige Besucher gibt." Inzwischen tönt der Chor mit dem bekannten Lied "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" über das Wasser und manche Zuhörer schunkeln mit.

Auf dem Weg Richtung Kiosk toben drei Kindergartenbuben. Der im roten T-Shirt hört auf den Namen "Florian" und macht sich an einem kleinen Wasserzulauf zu schaffen. Mutter Susanne Skaf meint: "Ich bin bestimmt einmal die Woche hier, es ist einfach schön - auch für meinen Sohn". Eine Weile später sitzt sie auf der Terrasse vorm Kiosk und genießt den Sonntag wie viele neben ihr.

Selbstgemachter Kuchen lockt die Besucher zum Kiosk.

"Meine älteste Stammkundin ist 99 Jahre alt, die jüngsten Gäste sind gerade mal geboren", erklärt Kioskinhaber Hans-Joachim Eichler seinen Kundenkreis. Bei dem Thüringer, der seit 21 Jahren in Waldkraiburg lebt, blüht das Geschäft. Er betreibt es mit der ganzen Familie. "Zu uns kommen die Leute nicht nur bei gutem Wetter, sondern auch sonst, weil wir hausgemachten Kuchen anbieten und natürlich die Original Thüringer Rostbratwürste und selbst zubereiteten Kartoffelsalat. Außerdem sitzt man hier so schön, mitten in der Natur", berichtet der Betreiber.

Wenige Meter entfernt sitzt Wolf Elger auf einer Parkbank und verfolgt das lustige Treiben seiner großen Hirtenhündin "Queenie" mit einem weißen Hündchen auf der Wiese.

Obwohl der ehemalige Architekt jetzt in Aschau wohnt, kommt er fast täglich in den Stadtpark. "Ich bin praktisch hier aufgewachsen", erinnert er sich. "Hier gab es nach dem Krieg die schönsten Walderdbeerfelder. Heute gehört der Stadtpark für mich zu den nettesten Plätzen in der ganzen Stadt", lobt er diese Oase der Entspannung.

Das Konzert mit den Seemannsliedern geht in die zweite Stunde und das meist ältere Publikum beweist Ausdauer. Bis zum Spielplatz in der äußersten Ecke des Parks dringen die Klänge kaum durch. Dort beaufsichtigt Gudrun Dittrich die Enkel ihres Mannes, Sinan und Aylin, auf dem Kletternetz. "Alle zwei Wochen kommen wir bestimmt her. Besonders die Kinder freuen sich auf die kleine Eisenbahn, die manchmal durch den Park fährt." So hat jeder Besucher der "grünen Lunge" der Industriestadt Waldkraiburg seinen Grund, hier zu sein und wiederzukommen, heute oder ein anderes Mal. kch

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