Nico Forster ist tot

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Für den symbolischen Preis von einem Euro kaufte Nico Forster (rechts) das Wasserschloss in Taufkirchen an der Vils. Das Foto stammt aus dem Jahr 2005, mit auf dem Bild sind der damalige Bezirkstagspräsident Franz Jungwirth (links) und Bürgermeister Franz Hofstetter. Nico Forster verstarb gestern im Alter von 48 Jahren auf Schloss Guttenburg. Er war immer ein Freund der Künste und der Menschen - so beschreiben ihn seine Geschäftspartner und Freunde. Foto Bodo Gsedl

Kraiburg - Der Kraiburger Schlossherr Nico Forster verstarb gestern Früh im Alter von 48 Jahren. Die Notärztin stellte einen natürlichen Tod fest. Forster soll seit längerer Zeit an einer Nierenerkrankung gelitten haben.

Ein Original, das weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt war, ist tot. Im Alter von nur 48 Jahren verstarb gestern Früh Nico Forster auf seinem Schloss in Guttenburg.

Gegen 7.15 Uhr wurde die Polizei gerufen und fand "eine leblose Person" vor, wie stellvertretender PI-Leiter Markus Steinmaßl berichtet. Die Notärztin habe einen natürlichen Tod festgestellt, eine Fremdeinwirkung schließe man aus.

Forster soll seit längerer Zeit schwer nierenkrank gewesen sein. Er hinterlässt drei Kinder - das Jüngste ist etwa eineinhalb Jahre alt - und eine junge Lebensgefährtin.

Man kannte ihn als Freigeist und Idealisten, er sammelte historische Gebäude und restaurierte sie, manche blieben Langzeitbaustellen. Neben Schloss Guttenburg gehörte ihm etwa das Wasserschloss in Taufkirchen an der Vils, der Wasserturm in Mühldorf und einige historische Gebäude am Kraiburger Marktplatz. Er war für seine Exzentrik und seine ungewöhnlichen Ideen bekannt. So postierte er einen ausrangierten russischen MiG-Düsenjäger vor dem Barockgarten in Guttenburg, positionierte schrottreife Jaguars wie Skulpturen im Innenhof und ließ eine rostige Lenin-Statue über den Zaun schauen.

Vor Jahren machte er Schlagzeilen in Boulevardblättern, weil er einen Jaguar XK8 Cabrio mit Beton ausgießen ließ, weil ihn die damalige Freundin verlassen hatte.

Der studierte Philosoph, ein gebürtiger Münchner, gründete Anfang der 90er-Jahre mit einem Freund die Drillisch AG, einen Mobilfunkdienst. Das Unternehmen gehörte zu den Ersten, die 1998 an der neuen Technologiebörse notiert waren und verzeichnete in Rekordzeit dreistellige Millionenumsätze. Später war er Mitglied der Geschäftsleitung und des Vorstandes und seit 1999 im Aufsichtsrat.

So machte er Geld am Neuen Markt und gab es für alte Häuser aus. Das Wasserschloss Taufkirchen etwa sollte in diesem Sommer so gut wie fertig werden. Einen großen Teil vom Erdgeschoss und ersten Stock konnte die Gemeinde immer nutzen, etwa für Trauungen und Ausstellungen. Einen Flügel stellte er etwa dem Verein "Sovie" zur Verfügung, einer Übergangs- und Langzeiteinrichtung für psychisch kranke Menschen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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