Naturschützer kontra CO2-Speicher

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Waldkraiburg - Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz spricht sich klar gegen die CCS-Methode aus, mit der Kohlendioxid in den Untergrund verpresst werden soll.

Die Organisation reagiert damit auf eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften, wonach das Molassebecken östlich von München für die Einlagerung von Kohlendioxid geeignet ist. Aus der Kartendarstellung lässt sich schließen, dass auch die Gemarkungen Waldkraiburg und Aschau betroffen sind (wir berichteten).

Der Bund Naturschutz geht davon aus, dass die Geothermieanlage bei Waldkraiburg und der Ergasspeicher bei Bierwang eine CO2-Lagerung ausschließen. Das legt das geplante CCS-Gesetz nahe. Wenn Waldkraiburg und Aschau sich tatsächlich nicht eignen, bedeute dies aber nicht, dass keine weiteren Gebiete infrage kommen. Sofern das Molassebecken für die CO2-Lagerung für geeignet befunden wird, könne dort überall eine Lagerstätte entstehen.

CCS leitet sich von carbon dioxide capture storage ab und bedeutet, dass das Kohlendioxid, das bei der Verstromung von Kohle entsteht, aus dem Rauchgas entfernt und in der Erde unter hohem Druck verpresst wird. CO2 ist ein Gas, das wesentlich zum Klimawandel beiträgt. Das Verfahren der CO2-Abscheidung ist technisch möglich, wenn auch noch nicht ausgereift. Für den Transport ist man auf Pipelines oder auf riesige Tanker angewiesen.

In der vorliegenden Untersuchung geht es um die Lagerung. Dabei sehen der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bund Naturschutz in Bayern (BN) folgende Probleme: Der Druck der für die CO2-Verpressung nötig ist, kann Leckagen oder Erdbeben verursachen. Es wird angezweifelt, dass es Lagerstätten gibt, die so dicht sind, dass ein Entweichen des Kohlendioxids unmöglich ist. Dieses Gas sei zwar nicht giftig, doch da es schwerer als Luft ist, können Lebewesen bei Ansammlungen in Tälern oder Senken ersticken. Das CO2 verdränge das Wasser, das bisher in den Gesteinshohlräumen vorkommt. Es könne zur Versalzung des Grundwassers kommen.

Die Kapazität aller möglichen Lagerstätten in Deutschland reicht für den derzeitigen Kraftwerkspark nach Schätzungen des BUND höchstens für 27 Jahre. Für diese Technologie sei zusätzliche Energie erforderlich. Der Wirkungsgrad eines neueren Kohlekraftwerkes sinke dadurch von über 40 Prozent auf etwa 35 Prozent.

"Diese Technologie ist weder erprobt noch sinnvoll" so Gerd Ruchlinski, BN-Kreisvorsitzender. "Wir unterstützen die bisherige Nutzung durch Geothermie und Erdgasspeicher. Eine Gefährdung dieser Aktivitäten und auch der Bevölkerung lehnen wir ohne Kompromisse ab."

re/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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