Neue Produktionsanlage: Millionen für Nigu

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AlzChem- und BluO-Chef Dr. Martin Vorderwülbecke.

Trostberg/Waldkraiburg - Investitionen in einer Größenordnung von fünf bis zehn Millionen Euro kündigt AlzChem- und BluO-Chef Dr. Martin Vorderwülbecke für das kommende Jahr am Standort Waldkraiburg an.

Bei der Nigu Chemie soll eine neue Produktionsanlage entstehen.

Das Trostberger Chemieunternehmen AlzChem plant für das kommende Jahr Investitionen in Höhe von 15 Millionen Euro in die bestehenden Standorte - davon fünf bis zehn Millionen in die Nigu Chemie GmbH in Waldkraiburg. Das teilte Dr. Martin Vorderwülbecke, Geschäftsführer des Beteiligungsfonds BluO und geschäftsführender Gesellschafter der AlzChem, mit. Er begründete das mit der stabilen und anhaltend hohen Nachfrage nach den Nigu-Produkten. "Wir sind sicher, dass wir diese neue Anlage auch voll auslasten können."

Als BluO Ende Oktober 2009 das Trostberger Traditionsunternehmen von Evonik übernahm und quasi als erste Amtshandlung die Wasserkraftwerke abstieß und so den Kaufpreis zu einem großen Teil refinanziert hatte, wuchs die Beunruhigung in Belegschaft und Bevölkerung, dass der Investor als "Heuschrecke" auftreten und AlzChem filetieren könnte. Die Sorge gipfelte im Dezember in einer knapp zwei Kilometer langen Lichterkette in Trostberg, an der sich auch Landrat Hermann Steinmaßl, der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner und Grünen-Fraktionschef Sepp Daxenberger beteiligten.

Den Befürchtungen trat Vorderwülbecke erneut energisch entgegen: "Das Unternehmen wird auf gar keinen Fall aufgespalten. Angebote, die in dieser Hinsicht durchaus vorliegen, werden von uns ganz klar abgelehnt." Entgegen allen Unkenrufen sei Personal nicht ab-, sondern aufgebaut worden. Trotz Weltwirtschaftskrise sei das vergangene Jahr eines der erfolgreichsten der Unternehmensgeschichte gewesen, pflichtete Betriebsratsvorsitzender Karl Held bei.

Das schlägt sich auch in den Gehältern nieder. Vorderwülbecke: "Die Sonderzahlung zum Jahresende kann höher ausfallen als geplant. Man wird wohl mehr als ein Monatsgehalt erreichen können."

Die Herausforderungen des Jahres 2011 benennt Vorderwülbecke mit den stark steigenden Kokspreisen. "Das alleine wird die Beschaffungskosten um fünf Millionen Euro in die Höhe treiben."

Außerdem sind Investitionen in Höhe von 15 Millionen geplant - nach zehn bis elf Millionen in diesem Jahr. Fünf bis zehn Millionen sollen in eine neue Produktionsanlage der Nigu gesteckt werden. Die Autoindustrie, ein wesentlicher Abnehmer, habe sich stabilisiert, Aufträge kämen aber auch aus anderen Bereichen. AlzChem finanziert laut Vorderwülbecke diese Investitionen weitestgehend selbst. "Und wenn für größere Projekte Kapital der BluO nötig wäre, würden wir das zur Verfügung stellen."

Mittelfristig plane BluO, die AlzChem an die Börse zu bringen. "Davon sind wir aber noch relativ weit entfernt", sagte Vorderwülbecke. "Das Unternehmen muss, um börsenfähig zu sein, wachsen, noch mehr innovative Produkte haben und seine Ertragskraft weiter stärken."

fal/Waldkraiburger Nachrichten

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