Messgeräte für die ganze Welt

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Für Kunden in der ganzen Welt stellt die Hans Schmidt GmbH in Waldkraiburg,die Mathias Köhr (linkes Bild von rechts) und Simon Köhr leiten, Zugspannungsgeräte in vielen Varianten her.

Waldkraiburg - Fäden, Garne und Drähte - wo auch immer weltweit produziert wird, sind meistens die Geräte der Firma Hans Schmidt & Co. GmbH aus Waldkraiburg mit im Spiel.

Fast überall auf der Welt, wo mit Präzision und Qualität Fäden, Garne und Drähte produziert und verarbeitet werden, ist die Firma Hans Schmidt & Co. GmbH mit ihren Messgeräten vertreten. Seit 50 Jahren hat das Unternehmen seinen Sitz in Waldkraiburg.

Sein Geschäft macht das Unternehmen zum großen Teil mit sogenannten Zugspannungsmessern, die vor allem in der Textilbranche und in der Drahtkabelherstellung verwendet werden. "Sie machen rund 95 Prozent der von uns selbst hergestellten Produkte aus", sagt Geschäftsführer Mathias Köhr. Diese Geräte, die die Hans Schmidt GmbH in verschiedenen Varianten produziert, messen die Spannung eines Fadens oder Drahts während des Herstellungs- und Verarbeitungsvorgangs. Denn von der Wickelspannung des Fadens oder Drahts hängen Eigenschaften und Qualität des Produkts ab.

Rund 170000 Zugspannungsmesser habe die Hans Schmidt GmbH bis heute produziert, sagt Mathias Köhr, der Enkel des Firmengründers, der das Unternehmen zusammen mit seinem Neffen Simon Köhr leitet. "Wir machen alles selbst, von der Entwicklung bis zum fertigen Produkt in Waldkraiburg", so Mathias Köhr. Der Großteil der Komponenten werde allerdings "nach unseren Plänen" außer Haus gefertigt.

Das grundlegende Konstruktionsprinzip, ein neu entwickeltes Drei-Rollen-System, hatte Firmengründer Hans Schmidt von Esslingen nach Waldkraiburg mitgebracht. Der Sudetendeutsche, der 1948 einen Wiederbeginn mit dem Handel von Garnen und den Vertretungen von Textilmaschinen versuchte, baute 1962 einen ehemaligen Munitionsbunker zu einem Firmengebäude um, das später erweitert wurde. Heute sind in dem Gebäude der Schichtstraße 19 Mitarbeiter beschäftigt, die für Kunden direkt vor der Haustüre und auf dem ganzen Globus arbeiten.

Die Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik, die Firma Beck, Maier Walzen oder das Gummiwerk in Waldkraiburg gehören dazu, ebenso Wacker, das die Zugspannungsmesser bei den Sägen für Siliciumscheiben einsetzt, oder BMW. In der Medizintechnik kommen die Messgeräte zum Einsatz und sogar im Weltraum. An jedem Galileo-Satelliten ist das Waldkraiburger Unternehmen beteiligt. Seine Messgeräte sorgen vor dem Start für die präzise Einstellung der Spannseile, damit die Solarsegel aufgehen.

Bis heute geht der überwiegende Teil, 60 Prozent der Geräte, in den Textilbereich. Nicht zuletzt daher rührt der große Exportanteil, der etwa vier Fünftel des Umsatzes ausmacht. In Europa sitzen die wichtigsten Kunden in Italien und Frankreich. Weitere Hauptmärkte befinden sich in den USA, Japan und vor allem in China. Auch Südkorea, Taiwan, Vietnam und Hongkong sind wachsende Märkte, ebenso Bangladesch und Pakistan. Das Waldkraiburger Unternehmen profitiert da von der anhaltenden Verlagerung von Textilfabriken in Billiglohnländer. Köhr: "Wenn neue Werke aufgebaut werden, werden neue Messgeräte gebraucht."

Ein Rückgang der Nachfrage im Inland und in der EU von zuletzt 15 Prozent habe man durch den Export nach Fernost kompensieren können. Mit 3,5 Millionen Euro Umsatz erreiche die Firma zwar 2012 nicht ganz das Rekordergebnis aus dem Vorjahr, bleibe aber über der Zielsetzung, so der Geschäftsführer. Er ist zuversichtlich, dass es "so weitergeht wie bisher". Das Unternehmen sei dabei, mit Indien einen wichtigen Zukunftsmarkt zu erschließen. Köhr erwartet zudem für China, wo zuletzt die Nachfrage zurückging, Impulse durch die neue Regierung.

80 Prozent ihres Umsatzes macht die Hans Schmidt GmbH mit Geräten, die sie selbst hergestellt hat. Dazu gehören auch Textil-Härteprüfer, die testen wie fest eine Spule gewickelt ist, sowie Shore-Härteprüfer, um Gummihärte zu prüfen.

Ein Fünftel setzt die Firma mit Handelsware um, die sie, unter anderem in Zusammenarbeit mit japanischen Firmen vertreibt: Kraftmessgeräte, Umdrehungsmesser, Dickenmesser, Stroboskope und Textilfeuchtigkeitsmesser. Größter Kunde für Letztere ist die Mode-Kette H & M.

Seit 25 Jahren vertreibt ein Tochterunternehmen, die Köhr Handels GmbH, zudem exklusiv für Deutschland Miniaturstoßdämpfer und Pneumatikzylinder, die fast reibungsfrei laufen. Diese werden aus den USA eingeführt und im Maschinenbau eingesetzt. Der Jahresumsatz der GmbH beläuft sich auf rund eine halbe Million Euro.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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