Umstrittene Bürgermeister-Kandidatin gewählt

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Bürgermeister Heiml mit seiner Stellvertreterin Anette Lehmann bei der Vereidigung.

Kraiburg - Anette Lehmann (UWG) ist die neue zweite Bürgermeisterin. Die CSU hatte sich einen anderen Kandidaten gewünscht, doch der lehnte in der Gemeinderatssitzung ab.

Anette Lehmann ist neue Zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde Kraiburg. Die UWG-Gemeinderätin und Kulturreferentin wurde in der Sitzung am Dienstagabend mit acht von 14 abgegeben Stimmen zur Nachfolgerin von Dr. Herbert Heiml gewählt.

Mehr Bürger als sonst waren zu der Sitzung in den Rathaussaal gekommen, um bei der mit Spannung erwarteten Wahl dabei zu sein. Doch die kontroverse Auseinandersetzung um die Besetzung des Amtes, die sich im Vorfeld der Sitzung abgezeichnet hatte, blieb aus. Bürgermeister und Gemeinderäte aller Fraktionen bemühten sich sichtlich darum, das im vergangenen Jahr gewachsene gute Klima und die konstruktive Zusammenarbeit im Gremium nicht zu belasten.

Gerhard Preintner (UWG) schlug Anette Lehmann für das Amt vor. Als Voraussetzungen nannte er hohe Präsenz in den Sitzungen, die Vertretung der Gemeinde nach innen und außen und großes Engagement. Ein Zweiter Bürgermeister müsse den Bürgermeister vertreten können. Lehmann erfülle diese Anforderungen, so Preintner.

Als Anton Voglmeier (CSU) den von seiner Fraktion favorisierten UWG-Fraktionssprecher Ernst Kirmeier für das Amt vorschlug ("ein fähiger Mann"), blockte dieser ab. Kirmeier, der bereits im Vorfeld erklärt hatte, nicht zur Verfügung zu stehen: "Ich bitte, das zu respektieren ."

Für die CSU-Fraktion erklärte deren Sprecherin Anneliese Schuster, der UWG stehe als zweitstärkster Fraktion das Amt des Zweiten Bürgermeisters zu. Die CSU beanspruche diesen Posten nicht und werde deshalb keinen eigenen Kandidaten aufstellen.

Zur UWG-Kandidatin Anette Lehmann bemerkte Schuster kritisch, diese sei bei den Gemeinderatswahlen 2008 mit den wenigsten Stimmen gewählt und für Bürgermeister Michael Loher nachgerückt. In Versammlungen vor der jüngsten Bürgermeisterwahl sei der Eindruck entstanden, so Schuster, dass Lehmann nicht die volle Unterstützung ihrer Fraktion genießt. In einem Gespräch habe Kirmeier klar gemacht, dass die UWG hinter der Kandidatin stehe. Die CSU wolle das akzeptieren. Bei den Wahlen 2014 sei es dann an den Bürgern zu entscheiden.

Während Erich Unterforsthuber (UWG) noch einmal unterstrich, dass seine Fraktion "voll hinter Lehmann" stehe, sprach sein Fraktionskollege Alfons Wastlhuber der CSU seine Anerkennung für den "fairen Umgang" aus. "Wir waren es damals auch", spielte er auf die Wahl des CSU-Kandidaten Heiml an, der 2002 und 2008 mit den UGW-Stimmen zum Zweiten Bürgermeister gewählt worden war.

Auch der dritte Bürgermeister Werner Schreiber nannte es "sehr honorig", dass die CSU keinen Gegenkandidaten präsentierte.

Auf Schreibers Frage, ob er mit einer Zweiten Bürgermeisterin Lehmann zusammenarbeiten könne, antwortete Bürgermeister Heiml, er hätte "die ein oder andere Person vielleicht lieber gesehen", setzte aber hinzu: Es sei nachvollziehbar, dass die UWG den Zweiten Bürgermeister stelle. "Wir werden uns nicht in die Angelegenheit der UWG einmischen." Er sei kooperativ und sehe in der Zusammenarbeit mit der Kulturreferentin "kein Problem".

In geheimer Wahl wurden nur 14 Stimmen abgegeben. Wie Hermann Lichtenwimmer (Grüne) so waren auch Gerhard Rauscher (CSU) und Markus Rauscher (CSU), der als Nachrücker von Herbert Heiml neu in den Gemeinderat einzieht, entschuldigt. Acht Stimmen entfielen auf Anette Lehmann. Sie ist damit zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt. Vier Stimmen erhielt Ernst Kirmeier, je eine Anneliese Schuster und Franz Kifinger (UWG).

hg/Mühldorfer Anzeiger

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