Kinderoper steht kurz vor der Premiere

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Mit Begeisterung dabei: die kleinen und großen Mitwirkenden an der Kinderopern-Aufführung "Der Igel als Bräutigam". Die szenischen Proben mit Jonathan Moser (Mitte) in der Titelrolle und dem Kinderchor mit Sabine Schweikl.

Waldkraiburg - Endspurt bei den Proben für die Kinderoper "Der Igel als Bräutigam". Schon am 29. Mai ist die Aufführung dieses großen Gemeinschaftswerkes von Musikschule und Orchestergemeinschaft.

"Hört Ihr die Musik? Das ist nicht wie Spazierengehen!" Ferenc Szelim Bene fordert die Kinder auf der Bühne im Großen Saal im Haus der Kultur auf, sich zu bewegen. Regieanweisung vom Dirigentenpult: "Das ist wie fangsti spielen." Endspurt bei den Proben für die Kinderoper "Der Igel als Bräutigam". Schon am 29. Mai ist die Aufführung dieses großen Gemeinschaftswerkes von Musikschule und Orchestergemeinschaft.

Ein Solistenkonzert haben Orchestergemeinschaft und städtische Sing- und Musikschule vor einigen Jahren auf die Beine gestellt. Ein Musiktheater in dieser Art und Intensität sei bislang einmalig, sagt Ferenc Szelim Bene. Von ihm ging die Initiative für das Gemeinschaftswerk aus, bei ihm laufen die Fäden zusammen. Bene, der seit vielen Jahren an der Musikschule Querflöte unterrichtet, leitet seit 2010 auch das Orchester der Orchestergemeinschaft Waldkraiburg. Schon bei seiner Wahl zum Dirigenten hatte er angekündigt, ein Musiktheater auf die Bühne bringen zu wollen.

Vor eineinhalb Jahren war er auf die Kinderoper "Der Igel als Bräutigam" gestoßen. Die "Oper für große und kleine Leute" von Cesar Bresgen, die auf Motiven eines Märchens der Gebrüder Grimm beruht, ist wie gemacht für das Vorhaben, eine Oper von kleinen und großen Leuten auf die Bühne zu bringen. "Die Oper ist lustig, vielfältig, nicht so schwer", also machbar für die Gesangssolisten und für ein Liebhaber-Orchester.

Seit Herbst probt das Orchester der Orchestergemeinschaft unter Leitung von Ferenc Szelim Bene.

Und Liebe zur Musik braucht es für solch ambitionierte Projekte. Seit Herbst laufen die wöchentlichen Orchesterproben. Seit einem halben Jahr stehen die Gesangssolisten fest. Anfang März begannen die szenischen Proben. Und im Mai wird jeden Donnerstag und Sonntag gemeinsam geübt. Es ist nicht einfach, so viele Mitwirkende unter einen Hut zu bringen. Neben dem Orchester und den Gesangssolisten sind auch eine Kindertanzgruppe und der Kinderchor der Musikschule mit dabei. "Wir müssen mit Einzelterminen zurecht kommen und können nicht am Stück üben", sagt Bene.

"Für uns alle ist das eine große Herausforderung", meint Hans Joachim Vinzent, einer der wenigen erwachsenen Gesangssolisten, neben Martin Klemisch und Christoph Wiesner. "Wir alle lernen jedesmal mächtig hinzu." Vinzent spielt den alten Mann, der durch die Geschichte führt. Mit dem Kammerchor der Musikschule habe er schon verschiedene Sachen gemacht. So etwas noch nicht. "Es macht Spaß", sagt er und scheint auch für die andere Akteure zu sprechen.

Zum Beispiel Jonathan Moser. Der junge Mann spielt und singt die Titelrolle in der 1951 uraufgeführten Oper von Cesar Bresgen: Er ist der menschengroße Igel, der in dieser Märchenoper den Fischersleuten geboren wird, die sich so sehr Nachwuchs gewünscht hatten. Sie setzen das gefräßige und stachelige Tier in einem Sumpf aus. Als sich der König des Landes im Sumpf verirrt, wird er vom Igel gerettet, und verspricht diesem zum Dank die Hand einer der drei Königstöchter...

Wie diese Geschichte ausgeht, das erfährt das Publikum bei der Aufführung am Sonntag, 29. Mai, im Haus der Kultur (siehe Info-Kasten). Bis dahin gehen die Proben auf Hochtouren weiter.

Die Tanzkinder wissen noch nicht, wann sie in der nächsten Szene reinkommen sollen. Sabine Schweikl zeigt den Kleinen, wo und wie sie sich zu verstecken haben. "Traut Euch!" Wichtig ist das schnelle Runtergehen." Schweikl, die für die Tänze und zusammen mit Bene für die szenische Gestaltung verantwortlich ist, unterrichtet ebenso an der Musikschule. Fast das ganze Lehrerkollegium ist an den Vorbereitungen beteiligt. Agnes Burger betreut den Großteil der Gesangssolisten und studierte mit dem Kinderchor Lieder ein. Mehrere Lehrkräfte spielen im Orchester mit, wirken bei den Proben mit. Auch seine Frau hat der Dirigent "eingespannt".

Keine professionellen Kräfte von außerhalb wurden zugekauft. Alles selbst gemacht. Sogar für große Teile des Bühnenbilds trifft dies zu. "Das Himmelbett ist unser Werk", lacht Ferenc Szelim Bene. Nur Requisiten, für die das handwerkliche Talent der Musiklehrer nicht reichte, wurden bei einer Firma besorgt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Raimund Burger und Matthias Milde ist er in den Osterferien an die Arbeit gegangen. Auch eine Fischerhütte ist dabei entstanden. "Zu dritt haben wir das hingekriegt", sagt der Dirigent.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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