Ist ein Kindergartenbus realisierbar?

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Kraiburg - Der Elternbeirat des Kindergartens wünscht sich immer noch einen Kindergartenbus und brachte das Thema erneut in den Gemeinderat. Dort wurde das Thema diskutiert.

Ob der Bus tatsächlich realisierbar ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ein Kindergartenbus wäre ein elternfreundlicher Service, das ist unbestritten. Ein Neunsitzer-Bus könnte sogar kostenlos eingesetzt werden, weil er von der Münchner Firma "Akzent" gesponsert wird. Der Bus finanziert sich über die darauf angebrachten Werbungen. Schön und gut, oder?

Das Jugendamt hält sich mit Empfehlungen zurück und weist die Gemeinde darauf hin, dass man eine Aufsichtsperson bräuchte, wenn der Bus eingesetzt wird.

"Im Schadensfall wird nicht mehr von Service gesprochen, sondern von Haftung und Schadensersatz", so Werner Huber vom Jugendamt in seiner schriftlichen Stellungnahme, die Zweiter Bürgermeister Herbert Heiml, der die Sitzung leitete, verlas.

Der Markt habe dann eine straf- und zivilrechtliche Verantwortung. Im Schadensfall seien nämlich nicht mehr die Eltern in der Haftung. Dies sollte der Gemeinderat bei seiner Entscheidung berücksichtigen.

In der anschließenden Diskussion schlug Erich Unterforsthuber vor, als Alternativlösung sollten die Eltern Fahrgemeinschaften bilden. Anneliese Schuster und Heiml regten an, eine Schulbusmitnutzung zu prüfen.

Monika Mitterreiter, die als Elternbeiratsmitglied die Idee des Kindergartenbusses forciert, saß im Publikum. Ihr wurde das Wort erteilt. Sie erklärte, Fahrgemeinschaften zu bilden, mache wenig Sinn. Vor allem in Frauendorf.

Von dort gehen alleine 25 Kinder in den Kraiburger Kindergarten. "Das ist ein Neubaugebiet mit vielen Familien, fast jeder hat zwei oder drei Kinder", so Mitterreiter, die mit der Firma "Akzent" in Kontakt steht.

Dritter Bürgermeister Werner Schreiber meinte zur Haftungsfrage, es müsse ja nicht gleich was passieren, man solle den Teufel nicht an die Wand malen. Er begrüße den Einsatz des Busses, vor allem für Frauendorf.

Ernst Kiermeier wies darauf hin, dass früher der Träger, die Kirche, einen Bus für die Kindergartenkinder eingesetzt hatte. Monika Mitterreiter erklärte, sie habe diesbezüglich schon angefragt, aber es bestehe keine Chance. Pfarrer Hamberger habe diese Initiative privat organisiert und finanziert.

So schlug Kiermeier eine Kooperation zwischen der Gemeinde und dem Träger vor, da er nicht einsehe, warum die Gemeinde das alleinige Haftungsrisiko trage sowie eine Aufsichtsperson stellen müsse.

Schuster bat Heiml, sich mit dem Träger in dieser Sache auseinanderzusetzen. Heiml wies darauf hin, dass man diesen Service wegen des Gleichheitsrechtes auch in anderen Dörfern um Kraiburg anbieten müsse.

Da widersprach ihm Schuster. Frauendorf sei mit der großen Zahl von 25 Kindern eine Ausnahme. "Da macht das Sinn, nicht aber für winzige Gruppen."

Hermann Lichtenwimmer brachte die Idee ein, sich bei dieser Größenordnung an kleinen Fahrgästen mit einem professionellen Busunternehmen, etwa Hinmüller, zusammenzutun.

Monika Mitterreiter erklärte, das sei zu teuer, man habe Hinmüller schon kontaktiert. "Der verlangt pro Familie 100 Euro im Monat, weil er extra einen Fahrer anstellen müsste."

Heiml schlug vor, alle Optionen zu prüfen, schließlich wolle man eine Lösung finden. Damit war das Gremium einverstanden.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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