Kaufhalle: Der Abriss hat begonnen

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Dem alten Beton geht es an den Kragen. Die Kaufhalle wird abgerissen und weicht einem neuen Fachmarktcenter, das im kommenden Frühjahr eröffnen wird. C&A, Edeka, Ernstings Family und Co. öffnen dann ihre Pforten. 

Waldkraiburg - Die Tage der Kaufhalle sind gezählt, nun haben die Abrissarbeiten begonnen. Rund sechs Millionen Euro werden in ein neues Fachmarktzentrum investiert, das 2012 eröffnet werden soll.

Das Geschäftshaus stand seit einigen Jahren fast leer, kürzlich ist nun auch die Commerzbank ausgezogen und nun konnten die Abbrucharbeiten beginnen.

Die Kaufhalle war einst ein Hertie Center, das im Mai 1977 nach weniger als hundert Tagen Bauzeit eröffnet wurde. Bei der Einweihung setzte die Geschäftsleitung Busse ein, um Kunden aus Nachbargemeinden herbringen zu lassen. Der Andrang war so groß, dass der Straßenverkehr an diesem Tag in der Stadtmitte mehrmals stockte.

Das Hertie-Center war damals das erste dieser Art in Deutschland. Waldkraiburg hatte die Nase vorn. Das Warenangebot umfasste Textil- und Haushaltswaren, Schuhe, Leder- und Schreibwaren, Schmuck und Uhren und etwa einen Schlüssel- und Schusterdienst. Ebenso gab es ein Restaurant und eine Konditorei. Die Dresdner Bank eröffnete in dem Betonkomplex eine Niederlassung. Für rund 70 Beschäftigte wurde Hertie zum Arbeitgeber.

1986 bekam das Haus den Namen "Preisland-City-SB" und ab April 1990 nannte es sich "Kaufhalle". Nachdem im März und Oktober 2007 Edeka und Reno den Komplex verließen, lag der alte "Hertie" im Dornröschenschlaf. Im kommenden Frühjahr soll ein neues Fachmarktcenter eröffnen.

Aber erst einmal wird abgerissen. "Altlasten gibt es laut Gutachten keine", berichtet Martin Kalleder, Geschäftsführer bei Haumann und Fuchs, verantwortlich für die Projektentwicklung, Koordination und Gesamtbauleitung. Der Bauleiter Kalleder erklärt, dass es sich um einen sehr aufwendigen Betonabbruch handle, der von innen heraus sukzessive und behutsam erfolge. Die Außenwände sind zweischalige Fertigbetonteile, dahinter kommen Stahlbetonstützen und -träger in dem massiven zweigeschossigen Gebäude zum Vorschein. "So knabbert man sich langsam durch", sagt Kalleder. Vier Wochen werden diese Arbeiten, die die Firma Zosseder aus Rosenheim übernommen hat, dauern. Die Rodung des kleinen Wäldchens an der Adlergebirgsstraße ist auch schon erfolgt und die dort gelegenen Kleinflächen, die der Stadt oder der Stadtbau gehörten, sind dazu gekauft worden. An der Berliner Straße - beim türkischen Obstgeschäft - sei man bemüht eine Verschönerung des Gesamteindrucks anzustreben und kläre derzeit verschiedene Möglichkeiten.

Partner und Investor ist Ten Brinke, freut sich Kalleder. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Euro in den Standort Waldkraiburg. "Das ist ein lohnenswertes Objekt für uns", sagt Projektleiter Heinz-Günter Lang von Ten Brinke. Der Zeitplan sehe ein gemeinsame Öffnung mit allen Mietern - das ist neben C&A, Edeka, Apollo-Optik und etwa einem Frisör die Kindermodekette Ernstings Family - im Frühjahr 2012 vor.

Besonders bemerkenswert sei laut Kalleder die schnelle Vermietung der gewerblichen Flächen im neuen Fachmarktcenter. "Von 5300 Quadratmetern sind noch 100 Quadratmeter vakant", so der Bauleiter. Für diese Fläche war ein Café angedacht, Pötzsch war mit einem Dinzler-Coffeeshop im Gespräch. Allerdings kollidiert das Angebot mit dem des Edeka-Backshops. Ein Franchise-Restaurant wurde von Ten Brinke abgelehnt. Derzeit habe sich ein asiatischer Imbiss angetragen.

Seit 2006 kümmerte sich das Unternehmen Haumann und Fuchs um eine Entwicklung auf dem Areal der Kaufhalle. Bei den Expansionsabteilungen möglicher Investoren habe Kalleder sich oft den Mund fusselig geredet. Umso erfreulicher, dass man mit Ten Brinke nun einen starken Partner habe.

kla/Mühldorfer Anzeiger

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