Stadtmarketing: "Ich verstehe Ungeduld"

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Markus Stern ist in Sachen C&A-Ansiedlung unverändert optimistisch.

Waldkraiburg - Seit fünf Jahren gibt es die Stadtmarketing GmbH. Kritiker, und davon gibt es nicht wenige, stellt die Bilanz der Gesellschaft nicht zufrieden. Geschäftsführer Markus Stern im Interview

Geschäftsführer Markus Stern versteht die Ungeduld, sieht aber sehr wohl Fortschritte. Worin sie bestehen, warum Stadtmarketing notwendig ist und warum er Waldkraiburg als Tourismusziel ansieht, erläutert er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Frage: Herr Stern, die Frage, die ganz Waldkraiburg derzeit brennend interessiert: Wie steht's in Sachen C & A-Ansiedlung?

Stern: Investoren, Betreiber und die Stadt ziehen alle an einem Strang, und wir gehen davon aus, dass sich schon bald, das heißt Anfang des Jahres auf dem ehemaligen Kaufhallen-Gelände etwas tut und der Abriss des bestehenden Gebäudes beginnt.

Frage: Warum tut sich Waldkraiburg so schwer, attraktive Einzelhandelsunternehmen und Fachmärkte anzusiedeln?

Stern: Das ist einerseits historisch bedingt, weil unserer Stadt im Verflechtungsbereich zu wenig Kaufkraft von außerhalb zugerechnet werden konnte und wir immer noch relativ wenig Kaufkraft pro Person haben. Von der absoluten Zahl her, 426 Millionen Euro, stehen wir zwar relativ gut da. Aber der Kaufkraftindex Waldkraiburgs, der die Kaufkraft pro Einwohner widerspiegelt, liegt nur bei 93 Prozent des Bundesdurchschnitts. Deshalb ist die Struktur des Einzelhandels in Waldkraiburg anders als in gewachsenen Städten.

Frage: Den Verflechtungsbereich bestimmen Landesbehörden. Was tun Sie, was tut die Stadt, damit sich die Position Waldkraiburgs verbessert?

Stern: Sie verbessert sich dadurch, dass wir uns anders darstellen. Es ist ja bereits gelungen, dass wir eine andere Beurteilung haben. 2005 wurde uns ein Verflechtungsbereich von 44000 Personen zugeordnet, heute sind es 57000. Die meisten großen Unternehmen stellen natürlich vor Standortentscheidungen eigene Untersuchungen an. Aber ich sehe in diesen Zahlen eine positive Tendenz. Im Übrigen führen wir ständig Gespräche mit Investoren und Betreibern und suchen die Kontakte auf den entsprechenden Fachmessen.

Frage: Der Waldkraiburger Bürger und Kunde sieht davon aber nichts im Stadtbild. Warum?

Stern: So etwas muss über Jahre, über Jahrzehnte wachsen. Im Übrigen hat die Situation Waldkraiburgs auch mit überregionalen Veränderungsprozessen im Einzelhandel zu tun, mit der Entwicklung hin zu den Oberzentren, nach München, nach Rosenheim. Da spielen Faktoren eine Rolle, auf die wir keinen direkten Einfluss haben. Außerdem sehe ich bereits eine positive Entwicklung: Bei der Kaufhalle gibt es Bewegung. Und das große Loch in der Teplitzer Straße ist auch verkauft und geht einer Vermarktung entgegen. Da passiert ja etwas.

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