Institutionen sind gut vernetzt

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Waldkraiburg - Die ärztliche Versorgung in Waldkraiburg machte Bürgermeister Siegfried Klika zum Thema im Seniorengespräch der CSU-Stadtratsfraktion.

Klika machte deutlich, dass er mit der Notarztversorgung nicht zufrieden ist. Probleme gebe es seit der Schließung der Doppelpraxis Mühlfellner und der Praxis Matejka auch bei der Allgemeinmedizin. Teilweise, so Klika, nehmen die Ärzte der Allgemeinmedizin keine Patienten mehr an.

Zwar gibt es eine neue Augenarztpraxis, auch ein HNO-Arzt sei in das Ärztehaus Englmair gezogen. Die eigenständige HNO-Praxis "ist allerdings weg. Um jede Praxis wird gerungen."

Eine zentrale Aufgabe der Politik ist laut Klika angesichts der "massiven Zunahme" der älteren Generation, eine Infrastruktur aufzubauen, die es den Senioren ermöglicht, solange wie möglich daheim zu wohnen.

Wie viel für Senioren in Waldkraiburg getan wird, das wurde in den Berichten der einzelnen Einrichtungen und Organisationen der Seniorenarbeit deutlich. Neben den professionellen Angeboten, wie Caritas-Sozialstation, Altenheime oder gerontopsychiatrischer Dienst, gibt es viele ehrenamtliche Angebote: Sie reichen vom Seniorenclub über Krankenhaus- und Altenheimbesuchsdienste bis zum Bedürftigenessen, das der VdK organisiert. Positiv wurden Zusammenarbeit und Vernetzung der Gruppen und Institutionen bewertet. Dazu trägt auch Dagmar Greck-Fort bei, die seit über einem Jahr im Auftrag der Stadt aufsuchende Sozialarbeit macht und die großen Wohnungsunternehmen, WSGW und Stadtbau, bei der Mieterbetreuung unterstützt.

Durch die Ehrenamtlichen werde vieles realisiert, so Sozialreferentin Annemarie Deschler, die allerdings auch deutlich machte, dass ehrenamtliche Arbeit ihre Grenzen hat. "Da braucht man die Profis." Umso bedauerlicher sei es, dass der Staat oder auch die Kirchen sich aus finanziellen Gründen eher zurückziehen.

Gemeinsam ist den meisten Organisationen die Schwierigkeit, Nachwuchs und neue Ehrenamtliche zu finden.

Ein weiteres Problem beschrieb Pfarrer Martin Garmaier: Viele Seniorinnen und Senioren reagieren gar nicht mehr auf Angebote. Einen "Rückzug ins Private" beobachtet auch Bürgermeister Klika. Da komme es darauf an, zum Beispiel bei Geburtstagsbesuchen, persönliche Beziehungen aufzubauen, meint Pfarrer Garmaier.

Kritik an der Politik übte Tanja Hipp, die Leiterin des Seniorenheims der Arbeiterwohlfahrt, weil das Schulgeld für die Altenpflegeschule, 200 Euro im Monat, gestrichen werden soll. Das werde zu einem gravierenden Fachkräftemangel, vor allem bei den leitenden Positionen, führen, fürchtet Hipp.

Erika Fischer, die Vorsitzende des Seniorenbeirates, bemängelte, dass die Absenkung der Bordsteine für Rollstuhlfahrer nicht vorankomme. "Es wird schon was gemacht", entgegnete der Bürgermeister und nannte das Beispiel an der SGF. Im schwierigen Haushaltsjahr stand das Ersetzen der beschädigten Bordsteine im Stadtgebiet im Vordergrund.

Gisela Böhme sucht dringend weitere Lesepaten, die eine Stunde pro Woche mit enem Grundschüler lesen. 50 sind es bereits. Doch die Nachfrage aus den vier Grundschulen und mittlerweile auch aus der Förderschule ist so groß, dass weitere gebraucht werden. Zum Beispiel aus dem Frauenbund Christkönig, deren Vertreterinnen Interesse zeigten.

Neue Projekte geht die Freiwilligenbörse an: Sie plant ein Erzählcafé für Angehörige von Demenzkranken und einen Blinden- stammtisch.

hg/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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