Geothermie: Pumpversuch ausgewertet

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Waldkraiburg - Der Dauerpumpversuch in Sachen Geothermie ist abgeschlossen. Dies teilte Bürgermeister Siegfried Klika im Stadtteilgespräch in Pürten mit.

Seine gute Nachricht: Das Tiefenwasser, aus dem die Fernwärmeversorgung gespeist werden soll, ist zwischen 104 und 107 Grad heiß. Das erste Bohrloch, das künftig als Förderloch dienen soll, sei mit rund 80 Litern in der Sekunde "sehr ergiebig". Klika: "Wir sind sozusagen auf einen unterirdischen Bach gestoßen."

Allerdings gibt es weniger gute Nachrichten für das zweite Bohrloch, das zur Rückführung des Wassers dient. Dort sei die Temperatur zwar "genauso hoch, aber das unterirdische Gebirge undurchlässiger". Im Klartext: "Wir werden nur zwischen 50 und 60 Liter verpressen können." Dieses Ergebnis bleibt hinter den Erwartungen zurück. Um das Wasser in die Erde zu verpressen, sei "großer Druck erforderlich", wie der Bürgermeister sagte. Klika gab sich aber zuversichtlich, dass die geringere Menge durch die Temperatur ausgeglichen werden könne. Das vorsichtige Konzept der Stadtwerke sei ursprünglich auf 80 Grad ausgerichtet gewesen. Dieser Wert werde aber nun deutlich übertroffen.

Die weiteren Planungsarbeiten für die Energiezentrale laufen auf Hochtouren. Der Rohbau soll noch heuer fertiggestellt werden. Die Pläne werden laut Klika im nächsten Bauausschuss am Mittwoch, 26. Oktober, vorgestellt. Etwa 2,5 Millionen Euro kosten nach seinen Worten die jetzt noch ausstehenden Maßnahmen, ehe die Wärme ins Netz eingespeist werden kann.

Der ursprünglich angestrebte Termin zu Beginn der Heizperiode ist allerdings nicht zu halten. Durch die Pumpversuche sei viel Zeit verloren worden.

Ab dem Frühjahr wird Wärmenetz ausgebaut

Ab dem kommenden Frühjahr wird dann der Ausbau des Leitungsnetzes vorangetrieben, zunächst vom Waldbad über die Kirchenstraße zum Rathaus. Weil die Erweiterung noch Jahre in Anspruch nehmen wird, wurden mehrere Energieinseln, etwa an der Warnsdorfer Straße, errichtet. Bis die Versorgungsleitung dorthin vordringt, sind Blockheizkratwerke in Betrieb.

Die Preise für die Anschlüsse haben die Stadtwerke bereits festgelegt: Ein Standard-Hausanschluss mit bis zu 15 Kilowatt Anschlusswert kostet 6200 Euro netto. Für Geothermie-Kunden entfällt damit dauerhaft die Neuanschaffung einer Heizung, die etwa bei Gas- oder Ölkesseln hohe Kosten verursacht. Der Anschluss kann auch in 60 oder 120 Monatsraten abbezahlt werden.

Die Stadt strebe auch eine balneologische Nutzung des Wassers an, so Klika. Dass es Thermalwasserqualität hat, steht für ihn außer Zweifel. Die Feinanalyse ist noch nicht abgeschlossen, weil es noch immer Rückstände von der Bohrung gebe.

hg/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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