Festlich-fröhliche Ouvertüre

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Das neue Pfarrersehepaar Christian und Gerhild Peiser (von links) wurde mit vielen guten Wünschen in das Amt eingeführt. Einen Sonnenschirm schenkte ihnen ihr katholischer Kollege Martin Garmaier (rechts). Dekan Gottfried Stritar (kleine Fotos von oben) nahm die offizielle Amtseinführung vor, ehe das Ehepaar gemeinsam auf der Kanzel stand. Auch aus Sennfeld, der Gemeinde, in der sie acht Jahre lang tätig waren, kam eine starke Delegation.

Waldkraiburg (wn) - Neun Monate Vakanz sind zu Ende. Das hauptamtliche Team der evangelischen Kirchengemeinde ist wieder komplett.

Die Freude darüber prägte die Feier zur offiziellen Einführung des neuen Pfarrersehepaars Gerhild und Christian Peiser. Gemeinde und Stadt bereiteten ihnen einen herzlichen Empfang.

Nach acht Jahren als Pfarrer im unterfränkischen Sennfeld kehrten Gerhild und Christian Peiser mit ihren vier Kindern Emma, Mattis, Joel und Silas im September wieder nach Oberbayern, ins Dekanat Traunstein zurück. In einem feierlichen Gottesdienst, den Matthias Milde, der Chor und eine Instrumentalgruppe musikalisch gestalteten, wurden die beiden Theologen, die sich nun die 1. Pfarrstelle der Kirchengemeinde Waldkraiburg teilen, installiert. Viele Christen beider Konfessionen, Pfarrer aus den Nachbargemeinden, eine große Delegation aus Sennfeld, Vertreter des öffentlichen Lebens, der Politik, der Schulen hatten sich in der Martin-Luther-Kirche versammelt, um diesen Festtag für Waldkraiburg mit dem Pfarrersehepaar zu feiern. Dekan Gottfried Stritar nahm die Amtseinführung vor und beschrieb die Aufgabe eines Pfarrers und einer Pfarrerin in Anlehnung an ein Paulus-Wort an die Römer damit, das Evangelium, die frohe Botschaft vom Reich Gottes, sich selber zu Herzen zu nehmen und anderen ans Herz zu legen. "Sie etwas spüren lassen von Gerechtigkeit und Friede und Freude", nicht mit großen Worten, sondern mit der Art und Weise, wie sie mit Menschen umgehen, im Gottesdienst, im Unterricht, in der Seelsorge. Und Stritar wünschte dem Ehepaar Peiser, dass sich dabei auch gegen so manche Misstöne und Dissonanzen immer wieder "die Grundmelodie der Freude" durchsetze.

In ihrer Predigt zur Geschichte von der Heilung des Gelähmten im Markusevangelium (Mk 2,1-12) lenkten Gerhild und Christian Peiser den Blick auf die Freunde des Gelähmten, die mit großer Kreativität, Phantasie, Tatkraft und Mut einen Weg suchen und finden, diesen zu Jesus zu bringen. "Machen wir sie uns zum Vorbild - und suchen neue, besondere, ungewöhnliche Wege auch in unserer Gemeindearbeit, im Zusammenleben unserer Stadt. Jesus nennt das "Glaube"." Wie an dem Gelähmten, der geheilt wird, handle er auch heute an den Menschen. Sein Wort könne lösen, "was uns blockiert, dass wir frei werden und neu anfangen können". Zum Neuanfang in der evangelischen Kirchengemeinde sicherte Adalbert Schneck, Vertrauensmann des Kirchenvorstands, in einer launigen Begrüßungsrede dem Pfarrerehepaar die Unterstützung des Kirchenvorstands und vieler Gemeindeglieder zu. Und er wünschte den Peisers, dass "Sie sich bei uns wohl fühlen, rasch heimisch werden". Wie schon Dekan Stritar bedankte sich Schneck bei Pfarrer Lars Schmidt-Lanzerath, Diakon Dieter Mogalle und allen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen für ihr großes Engagement während der Zeit der Vakanz.

Dass sich die Waldkraiburger nicht zu Unrecht freuen, dass bestätigte ihnen Elma Gandorf, die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands der Gemeinde Sennfeld: "Zu Ihnen kommen eine Pfarrerin und ein Pfarrer, die sich mit Tatkraft, Geschick, Fleiß, Mut und Elan und schönen Gottesdiensten den Aufgaben in der Pfarrei stellen werden." Gute Wünsche und Geschenke hatten auch Landrat Georg Huber und Bürgermeister Siegfried Klika mitgebracht. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit", sagte Klika. Der Landkreis profitiere mit seinen Städten und Gemeinden vom Engagement der Kirchen, so der Landrat. Für die Schulen begrüßte Hans Hautz, Leiter der Realschule die Pfarrersleute. Grüße der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde überbrachte Jürgen Gutzeit, für die Partnergemeinde Kongwa in Tansania Elsbeth Grytzyk. Für das Pfarrkapitel im Dekanat sprach Pfarrer Hans-Ulrich Thoma.

Pfarrer Martin Garmaier erinnerte daran, dass die evangelische Gemeinde in Waldkraiburg nach dem Krieg als erste eine Glocke hatte. Auf diese Glocke seien alle Glocken in der Stadt abgestimmt. Der Leiter des katholischen Pfarrverbands wertete diesen Zusammenklang als Zeichen des guten ökumenischen Miteinanders, das er zusammen mit den neuen evangelischen Kollegen weiter pflegen möchte. Den Peisers geht der Ruf voraus, eine sehr musikalische Familie zu sein. Nicht zufällig wählte Christian Peiser also zum Abschluss der Feier ein Bild aus der Welt der Oper: "Das war eine tolle gelungene und persönlich bewegende Ouvertüre." In der Oper zeige eine Ouvertüre, "was man drauf hat". Und die Kirchengemeinde und Waldkraiburg habe "eine Menge drauf". Peiser: "Die Ouvertüre ist verhallt. Die Oper kann beginnen. Wir freuen uns drauf."

hg

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