Fenster für den "Himmelsvogel"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Infotafel an Georg Bollners Feld in Kraiburg erklärt die freiwillige Maßnahme, "Landeplätze" für die gefährdete Feldlerche zu schaffen.

Kraiburg - Georg Bollner aus Kraiburg zeigt ein Herz für Tiere: Der Landwirt legt auf seinen Feldern sogennante "Lerchenfenster" an.

Dank dieser Leerstellen kann die Feldlerche, die auf der Roten Liste gefährdeter Tiere Bayerns in der Kategorie 3 als "gefährdet" geführt wird, wieder in den Äckern landen, dort brüten und nach Nahrung suchen.

Die Feldlerche ist ein typischer Vogel der offenen Kulturlandschaft in Bayern. Sie brütet im offenen Gelände mit weitgehend freien Horizont auf trockenen bis wechselfeuchten Böden. Wegen ihres in luftiger Höhe vorgetragenen Gesanges wird sie auch "Himmelsvogel" genannt. Ihre Bestände haben hierzulande seit 1975 um 50 Prozent abgenommen. Mittlerweile ist die Feldlerche auf der Roten Liste gefährdeter Tiere Bayerns in der Kategorie 3 "gefährdet" geführt, wie Karin Huber, Pressesprecherin des Landratsamtes, erklärt. Einer der Gründe für ihren Rückgang sei das dicht stehende Wintergetreide, in dem können die Vögel nämlich nicht landen. Daher müssen sie auf Weg- und Feldränder oder offene Flächen ausweichen - auf dem Präsentierteller für Katzen oder etwa Füchse. Auch werden sie häufig Opfer von Mähmaschinen. "So gibt es in einigen Gegenden Bayerns heute schon fast keine Lerchen mehr", resümiert Huber.

Sogenannte "Lerchenfenster" können aber Abhilfe schaffen. Mit gutem Beispiel voran geht Landwirt Georg Bollner aus Kraiburg. Seit vorigem Jahr legt er in seinen Feldern jeweils einige Fenster an. Bei der Aussaat werden diese Leerstellen bereits mitangelegt und einfach ausgespart. Und dort kann der Vogel landen, brüten oder nach Nahrung für die Jungen suchen.

Davon profitieren aber nicht nur die Lerchen, sondern auch andere Tierarten wie Feldhase, Neuntöter, Turmfalke oder Rebhuhn.

Um die Fenster zu schaffen, stellt Bollner einfach seine Sämaschine während der Fahrt einige Meter auf "aus". Und so erreicht er eine Fläche von etwa 20 Quadratmeter. Laut Landratsamt ist das ideal.

Walter Diesinger, der für das Amt als Naturschutzwächter fungiert, wurde auf Bollners Maßnahme aufmerksam und hat am Feldrand eine Infotafel aufgestellt. Vielleicht wollen es nun andere Landwirte Bollner gleichtun und für den Schutz der Feldlerche aktiv werden. Infos gibt es bei der Unteren Naturschutzbehörde Mühldorf und den Projektträgern "1000 Äcker für die Vielfalt", beim Landesbund für Vogelschutz oder auch beim Bauernverband.

re/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser