Endstation Museumsdepot

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Vom ehemaligen Kifinger-, beziehungsweise Watscheder Anwesen in Ebing stammt der alte Kornkasten (im Hintergrund; im Vordergrund Sebastian Kifinger und seine Mutter Anna). Der Kornkasten wurde abgebrochen und ins Freilichtmuseum Glentleiten gebracht und dort gelagert. Weil es nach Museumsangaben für eine museale Präsentation nicht geeignet war, wurde es 1992 an einen privaten Interessenten abgegeben.

Waldkraiburg-Pürten/Ebing - Warum zwei alte landwirtschaftliche Gebäude aus Waldkraiburg im Freilichmuseum Glentleiten nicht wieder aufgebaut wurden.

Von den zahlreichen historischen Gebäuden aus ganz Oberbayern, die vor allem in den 70er- und 80er-Jahren abgebaut und ins Freilichtmuseum Glentleiten gebracht wurden, konnte aus verschiedenen Gründen bis heute ein großer Teil nicht wieder aufgebaut werden. Dazu zählen auch zwei Objekte aus dem Stadtgebiet Waldkraiburg.

Rund 50 historische Gebäude befinden sich - in ihre Einzelteile zerlegt - derzeit im Depot des Freilichtmuseums Glentleiten. Aufgebaut werden sie wohl nicht mehr, aus finanziellen Gründen, aber auch weil der Urzustand nur lückenhaft dokumentiert wurde und sie nicht vollständig erhalten sind.

Eines dieser Objekte ist das Obergütl oder Peternbauergütl, das im Waldkraiburger Ortsteil Rausching stand. Es handelt sich dabei um einen so genannten Mittertenn-Hof in Blockbau-Weise. Das kleine Anwesen hatte schon früh seine wirtschaftliche Selbständigkeit verloren und war nur noch als Zubaugut bewirtschaftet worden. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts war es nicht mehr bewohnt und diente nur noch zum Abstellen landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen. Das Anwesen habe sich in baulich desolatem Zustand befunden, sagt die stellvertretende Museumsleiterin Ariane Weidlich, als es in den 80er-Jahren vom Freilichtmuseum abgebrochen und zur Glentleiten gebracht wurde.

Nicht als Museumsobjekt, aber als interessantes Forschungsobjekt ist das Obergütl von Bedeutung. Dendrochronologische Untersuchungen haben ergeben, dass Wohn- und Wirtschaftsteil auf das Jahr 1578 zu datieren sind. Für südbayerische Verhältnisse sei dies ein hohes Alter, stellt Helmut Keim im Jahrbuch für Hausforschung fest.

Derzeit ist es wie viele andere historische Bauernhäuser im Freien auf dem Museumsgelände gelagert, es wird unter Dächern vor dem Wetter geschützt und über dem Boden erhöht aufbewahrt. Vorläufig werde sich daran nichts ändern, sagt Weidlich. Es bleibe beim Status quo.

Auf den Lagerplatz werden nach ihren Worten keine neuen Objekte mehr übernommen. Die Museumspolitik habe sich in dieser Beziehung geändert. Von einigen Häusern im Depot werde man sich wieder trennen.

Für ein zweites Objekt aus dem Stadtgebiet von Waldkraiburg ist dies bereits geschehen: Ein Kornkasten vom ehemaligen Kifinger-/Watscheder-Anwesen in Ebing (alter Hofname: Hargasser) befindet sich bereits nicht mehr im Museumsbesitz. Wie Weidlich ausführt, gehörte der Getreidekasten zusammen mit einem ebenfalls translozierten Stadel zu dem ehemaligen Haufenhof. Das gesamte Ensemble sei bereits einsturzgefährdet gewesen, als es vom Museum übernommen wurde. 1982 war das nach ihren Angaben, nach Informationen von Waldkraiburgs Stadtarchivar Konrad Kern wurde das Gebäude bereits 1969 abgebaut. Kern bedauert, dass es nicht möglich war, die historischen Gebäude wieder zu errichten.

Das sei schon 1992 von der Museumsleitung so beschlossen worden, sagt Ariane Weidlich, da "für den Wiederaufbau unverhältnismäßig viele Ergänzungen notwendig" gewesen wären. Für eine museale Präsentation wurde der Kornkasten deshalb als "nicht geeignet" angesehen. Zum Alter und zur Geschichte des Kastens kann Weidlich nicht mehr sagen, da keine Holzproben genommen und keine genaueren Forschungen angestellt wurden. Das Gebäude wurde dann gegen Erstattung der Kosten für Abbau und Transport an einen privaten Interessenten abgegeben.

Vier weitere Objekte aus dem Landkreis sind eingelagert

Neben den beiden Gebäuden aus Waldkraiburg wurden nach den Angaben des Museums vier weitere Höfe beziehungsweise Stadel abgebaut und zur Glentleiten gebracht, wo sie bis heute gelagert sind. Es handelt sich um Objekte aus Wimm und aus Schuhöd, die zur Gemeinde Oberneukirchen gehören, aus Frauenhaselbach im Stadtgebiet von Neumarkt-St. Veit sowie aus Diemeck in der Marktgemeinde Buchbach.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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