Und plötzlich kam ein echter Alarm

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München/Waldkraiburg - Ein lauter Gong mit schneller Durchsage ist zu hören. Kurz danach öffnen sich die Tore und der Münchner Löschzug rückt mit Blaulicht und Martinshorn aus. Mittendrin 24 staunende Ferienkinder aus Waldkraiburg.

Die Vorfreude der Teilnehmer war groß auf dem Weg in die Landeshauptstadt und während der Busfahrt gab es nur ein Geprächsthema: die Berufsfeuerwehr.

Ferientag bei der Feuerwehr

In München angekommen, nahm der ehemalige Waldkraiburger Hans-Peter Rülke die jungen Besucher und ihre Betreuer an der Hauptfeuerwache in Empfang. Zum Einstieg nahm der Beamte im gehobenen Feuerwehrdienst sie mit in das liebevoll gestaltete Museum der Berufsfeuerwehr. Dort konnten die Kinder zahlreiche alte Gerätschaften bestaunen und bekamen einen spannenden Einblick in die Welt der Feuerwehr von den historischen Anfängen bis heute.

Im Feuerwehrmuseum steht ausgebrannter U-Bahn-Waggon

So gab es beispielsweise ein rekonstruiertes Zimmer eines Türmers zu entdecken. Diese saßen früher im hohen Turm der Peterskirche und mussten ständig Ausschau nach Bränden halten. Im Ernstfall gaben sie über Signalhörner lauten Alarm, später erfolgte dies über Telegraphenleitungen. In den Feuerwachen wurde dann den Pferden rasch das Geschirr angelegt, damit sie die Spritzen an den Unglücksort ziehen konnten.

Auch das dunkle Kapitel des Zweiten Weltkrieges und die Rolle der Feuerwehr war Bestandteil der Ausstellung. Es wurden alte Aufnahmen aus der Kriegszeit gezeigt, auf denen die Ferienkinder sehen konnten, dass die Jugendfeuerwehr Großbrände löschen musste, da die erwachsenen Männer ja fast alle als Soldaten an der Front eingesetzt waren.

Den Höhepunkt des Museumsbesuchs stellte jedoch die Besichtung eines original erhaltenen, ausgebrannten U-Bahn-Waggons aus dem Jahr 1983 dar. Der damalige Löscheinsatz im U-Bahn-Tunnel zählt bis heute zu den größten der Münchner Berufsfeuerwehr.

Im Anschluss ging es weiter in Richtung Theresienwiese zur Feuerwache 3. Dort bekam die Besuchergruppe aus Waldkraiburg eine Filmvorführung, in der sie den aufregenden Alltag der Berufsfeuerwehrfrauen und -männer sehen konnte. Versorgt mit allen wichtigen Informationen wurden die Kinder nun von Hans-Peter Rülke ins Herzstück der Wache, der Integrierten Leitstelle, geführt.

Mit Blaulicht und Martinshorn zum echten Einsatz

"Hier werden alle Notrufe für Feuerwehr und Rettungsdienst in München, bis zu 3000 am Tag, entgegengenommen und bearbeitet. Nach dem Alarm hat alles sehr schnell zu gehen, denn die Feuerwehrleute in den zehn ständig besetzten Wachen haben dann maximal 90 Sekunden Zeit, bis sie mit ihren Löschfahrzeugen ausrücken müssen."

Als sich schließlich nach einem beendeten Einsatz die Fahrzeughalle wieder vollständig gefüllt hatte, hielt es einige Kinder nicht mehr auf ihren Plätzen und sie stürmten ins Freie, um alle Einsatzfahrzeuge intensiv zu begutachten. Natürlich war es die große Drehleiter, welche am meisten Aufmerksamkeit auf sich zog. Aber auch ein riesiger Anhänger, in dem ein modern ausgestattetes Büro mit Computern für Großschadenslagen untergebracht war, wurde inspiziert.

Gerade, als sich die Besucher von Hans-Peter Rülke verabschieden und für den schönen Tag bedanken wollten, ertönte wieder der laute Gong. Nach der Alarm-Durchsage dauerte es nur wenige Sekunden, ehe mehrere Feuerwehrmänner über Stangen in die Halle gerutscht kamen und in Windeseile ihre Schutzkleidung anlegten. Dann ging es mit Blaulicht und Marinshorn hinein in den dichten Münchner Innenstadtverkehr.

Die zehnjährigen Dominik Wagenspöck und Niklas Renner zeigten sich tief beeindruckt von der Fahrzeugtechnik. "Das hätten wir nicht gedacht, dass es auch früher schon so große Leiterwagen gegeben hat. Und die modernen Autos haben ganz schön viele tolle Geräte mit dabei", waren sich beide einig.

Beatrice Kolb (11) wird die schnellen Feuerwehrfrauen und -männer in Erinnerung behalten: "Ich fand es total spannend, als wir in der Fahrzeughalle miterleben konnten, wie plötzlich ein echter Alarm kam und die Feuerwehr zum Einsatz losgefahren ist."

Staunen, wie viele Leute in der Leitstelle arbeiten

Die große Leitstelle mit den vielen Computern und Disponenten am Telefon hatte es Bianca-Liliana Caruntu angetan. "Ich war eigentlich der Meinung, da sitzt nur einer am Telefon und sieht die ganzen Einsätze auf seinem Bildschirm. Und tatsächlich arbeiten hier so viele Leute und ständig klingelt es irgendwo und der nächste Notruf kommt rein", staunte die Zehnjährige.

reg/Waldkraiburger Nachrichten

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