"Die Taten sind schrecklicher als angenommen"

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Groitzsch/Leipzig/Kraiburg - In ihrem Plädoyer korrigierte Oberstaatsanwältin Claudia Laube die Anklage gegen Guido N. im Fall des getöteten Tino L. auf Mord.

Von versuchtem Totschlag könne nach der Beweisaufnahme nicht mehr ausgegangen werden. "Wer mit einer Großkaliberwaffe schießt, der will auch, dass der Geschädigte stirbt", sagte Laube in der jüngsten Verhandlung.

"Notwehr ist keinesfalls glaubhaft"

Nach den Einlassungen des Angeklagten und den eindeutigen Übereinstimmungen von Zeugenaussagen und Spurenuntersuchungen "ist der Angeklagte wegen Mordes in drei Fällen schuldig zu sprechen."

Im Fall des im April 2009 getöteten 27-Jährigen geht die Staatsanwaltschaft von Mord aus niederen Beweggründen aus. "Die Notwehrschilderungen sind keinesfalls glaubhaft. Alle drei Schüsse auf Tino L. sind von hinten abgegeben worden." Bei den Morden an Patrick B. (19) und Denis H. (23) habe Guido N. aus Heimtücke getötet. Laube: "Der Entschluss zu töten lag bei Patrick B. zweifelsfrei vor. Spätestens als der Angeklagte den Eisenfuß eines Baugerüstes in die Hand nahm und damit gezielte Verletzungen am Kopf des Geschädigten ausführte."

Er machte Jagd auf Menschen

Zudem beantragte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer, die besondere Schwere der Schuld festzustellen und eine anschließende Sicherungsverwahrung anzuordnen. "Der psychiatrische Gutachter hat auf die Wiederholungsgefahr hingewiesen."

Laube weiter: "Der Angeklagte hat sein Recht in die eigene Hand genommen, hat seine Werte über das Leben von drei Menschen gestellt. Sein Motiv war, den Opfern zu zeigen: ,So geht's nicht.' Das ist sittlich in höchstem Maße verachtenswert."

Weil seine Anzeigen bei der Polizei nicht fruchteten, habe er schließlich mit seinem Revolver Jagd auf Menschen gemacht. Alle drei Opfer seien arg- und wehrlos gewesen. "Die Taten sind noch viel schrecklicher, als ich angenommen habe", sagte Laube. Die Nebenklagevertreter folgten dem Antrag der Staatsanwaltschaft weitgehend.

thl/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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