Christkönig macht sich auf den Weg

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Christkönig.

Waldkraiburg - Über Projektarbeit und Arbeitskreise will die Pfarrei Christkönig Gläubige aktivieren. Pfarrer Martin Garmaier verbindet damit die Hoffnung, wieder einen Pfarrgemeinderat bilden zu können.

Vor 50 Jahren wurde Christkönig zur Pfarrei erhoben. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr steht die mit rund 10.000 Gläubigen zweitgrößte Kirchengemeinde in der Erzdiözese ohne Pfarrgemeinderat da. Aus dem alten Gremium hatte aus beruflichen und persönlichen Gründen niemand mehr kandidiert. Die Wahl musste abgesagt werden, weil sich trotz intensiver Suche des Wahlausschusses zu wenig neue Kandidaten zur Verfügung stellten. Die Pfarrei hat seit 7. März kein Laiengremium mehr, das als Bindeglied zwischen Gläubigen und Hauptamtlichen wirkt, Mitverantwortung übernimmt, die Pfarrei in anderen Gremien vertritt und Veranstaltungen organisiert.

In der Pfarrversammlung im Bischof-Neumann-Haus sollte nun ein Weg gefunden werden, wieder einen Pfarrgemeinderat zu installieren. Auch die Frage nach den Ursachen für die Wahlabsage war noch einmal Thema an diesem Abend, zu dem etwa 40 Gemeindemitglieder gekommen waren. "Es scheint sehr schwierig zu sein, sich auf vier Jahre zu binden", sagte Seelsorgshelferin Elisabeth Naurath. Sie macht die Erfahrung, dass es möglich ist, Leute für einzelne Projekte zu gewinnen.

"Mir fehlt das Lob für die, die sich engagieren", so Regina Westhoff. Das sei nicht nur Sache des Pfarrers, sondern aller Angehörigen der Pfarrei. Die Motivation bei der Kerngruppe der Gemeinde habe so abgenommen, dass kein Gemeinderat zustande kommt, stellte Diakon Christian Losbichler fest.

Darüber sehr enttäuscht ist Walter Weiß von der Kirchenverwaltung. Er kann nicht verstehen, dass sich aus dem alten Gemeinderat niemand mehr zur Verfügung gestellt hatte. Andererseits stellte Inge Schauberger, eine der Co-Vorsitzenden des bisherigen Gremiums, fest, dass weder von Kirchenverwaltung, noch von kirchlichen Vereinen oder Kirchenbesuchern Vorschläge kamen.

Wie Weiß so war auch Altbürgermeister Jochen Fischer mit der Erwartung gekommen, an diesem Abend über die sechs vorhandenen Kandidaten hinaus weitere zu finden. Mindestens acht werden gebraucht, um eine Wahl durchführen zu können.

Pfarrer Gamaier geht es aber nicht allein um den Pfarrgemeinderat, sondern um eine lebendige Gemeinde, die er als Voraussetzung für einen stabilen Gemeinderat ansieht. Er lud die Versammlungsteilnehmer ein, sich auf einen Prozess einzulassen.

Wichtige Anliegen und Themen für die Gemeindearbeit wurden gesammelt, vom Kinderbibeltag, die Begleitung von Kranken bis hin zur Gestaltung der Liturgie und Stärkung des Miteinanders und des Wir-Gefühls. In Projektgruppen sollen diese Themen weiterbearbeitet werden. Die sechs Kandidaten wollen sich dabei engagieren, an diesem Abend fanden sich weitere Interessenten für Bereiche wie Jugendarbeit, Senioren, Familienkreis. Die Hoffnung ist, über die Projektarbeit neue Leute anzusprechen, einen Pool von Ehrenamtlichen bilden zu können.

Solange es keinen Pfarrgemeinderat gibt, werden bei Aktionen Plakate in der Kirche ausgehängt, wo sich Helfer eintragen können.

Den jetzt eingeschlagenen Weg sehen Garmaier und Naurath als Zwischenlösung an. "Die Leute wollen sich nicht binden, andererseits wollen sie aber ein Heimatgefühl", so Naurath. Langfrisig brauche eine Pfarrei Kontinuität, "ein Gremium, das alles zusammenhält". Ziel bleibt es deshalb, wieder einen Pfarrgemeinderat aufzustellen. Pfarrer Garmaier glaubt, dass dies schon in einem Jahr möglich ist.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser