Das Blut wird wieder knapp

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Erstspender Martin Ernst war "ein bisschen aufgeregt", als er auf der Liege Platz nahm. Doch nach einem Pieks war das Schlimmste bereits überstanden. Fotos 

Waldkraiburg - Nur ein kurzer Pieks, dann ist es vorbei. Blut spenden ist notwendig und rettet Leben. Allerdings lässt die Spendenbereitschaft im Sommer nach.

Jedes Jahr im Sommer beklagt das Rote Kreuz einen starken Rückgang der Blutspenden. Zurückzuführen sei dies laut Gebietsreferent Roland Schneider auf die sommerlichen Temperaturen und die Urlaubszeit. Der Rückgang beträgt im Sommer zehn bis 15 Prozent.

"Es sind prinzipiell immer zu wenig Blutkonserven vorhanden. Wir versuchen zwar, uns ein gewisses Polster zu erarbeiten, doch das ist immer ein wenig schwierig." Benötigt werden jeden Tag etwa 1250 Liter Blut.

Um die Blutreserven wieder ein wenig aufzustocken, veranstaltet das BRK Blutspendeaktionen für die Bevölkerung, etwa an Schulen, oder mit dem Container, der kürzlich am Stadtplatz stand.

"Nur ein kurzer Pieks, dann ist alles vorbei", erzählt Ermes Dimarch aus Waldkraiburg während seiner 40. Blutspende in Deutschland. "Weh tut das nicht" sagt er, während er auf einer der Liege mit der rechten Hand einen kleinen Ball knetet. "Damit die Venen offen bleiben", erklärt der Krankenpfleger Bernhard Behr.

Ermes Dimarch spendet seit seinem 18. Geburtstag regelmäßig Blut. "Eine Dreiviertelstunde alle paar Monate kann man schon investieren, wenn man damit jemandem helfen kann", sagt der 53-jährige Koch. Er selbst war zum Glück noch nie auf eine Blutspende angewiesen.

Das "Abzapfen" dauert bei ihm knappe sechs Minuten, danach bleibt er noch kurz sitzen, trinkt den bereitgestellten Eistee und geht dann in die Arbeit. So schnell wie bei ihm können die meisten Spender aber nicht wieder gehen.

"Etwa eine halbe Stunde sollte man sich nach der Spende schon noch hinsetzen und etwas essen und trinken", sagt Mandy Baier vom BRK. Viel trinken und ausreichend essen - davor und danach - sei wichtig, sonst klappe man vielleicht zusammen, erklärt die Krankenschwester.

Auch Christine Hylla aus Waldkraiburg, 35 Jahre, "spendet, um zu helfen". Außerdem werden jedes Mal die Blutwerte kontrolliert und sollte etwas nicht in Ordnung sein, wird der Hausarzt informiert, erzählt sie weiter.

Mit diesem Blut kann bei Unfällen oder OPs Leben gerettet werden.

Das entnommene Blut wird später auf Krankheiten und Infektionen geprüft. Martin Ernst aus Waldkraiburg durchläuft dieses Prozedere zum ersten Mal. Erstspender müssen sich zu Beginn mit ihrem Personalausweis registrieren, damit ein Blutspendeausweis erstellt werden kann. Nach der Registrierung muss ein Fragebogen ausgefüllt werden. Darin werden etwa Fragen zu Vorerkrankungen, Infektionen oder Schwangerschaften gestellt.

Danach muss Martin zum ärztlichen Check. Der Arzt spricht mit ihm seinen Fragebogen durch, misst den Blutdruck und die Temperatur. Da auch hier alles in Ordnung ist, geht es jetzt mit einem kleinen Bluttest weiter. Dabei wird ihm von einer Krankenpflegerin etwas Blut am Ohr entnommen.

So werden Blutgruppe und Hämoglobin-Wert ermittelt. Dieser gibt den Eisengehalt im Blut an. Ist er zu niedrig, darf man nicht spenden.

Als Martin auf der Liege Platz genommen hat, gesteht er doch, "ein bisschen aufgeregt" zu sein. "Die Kanüle ist ja doch ganz schön groß", stammelt der 20-Jährige.

Doch dann bestätigt auch er: ein kurzer Pieks, und alles ist vorbei. Dass ihm nach der Spende leicht schwindlig ist, ist normal.

An den letzten zwei Spendentagen an der Dieselschule erhielt das Rote Kreuz 89,5 Liter Blut von 179 Spendern. Die am häufigsten vorkommende Blutgruppe ist dabei A positiv, gefolgt von 0 positiv. Spenden darf jeder Gesunde im Alter zwischen 18 und 68 Jahren. Weitere Termine und Informationen werden auf der Internetseite www.blutspendedienst.com bekannt gegeben.

sag/Waldkraiburger Nachrichten

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