Barrierefreie Grundschule

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Die Treppen zu den Fachräumen im Obergeschoss sind für Grundschüler mit Handicap ein unüberwindliches Hindernis. Ein Aufzug macht die Graslitzer Grundschule künftig barrierefrei. Auch andere Schüler mit Behinderung werden davon profitieren.

Waldkraiburg - Die Stadt Waldkraiburg stattet den Anbau der Graslitzer Grundschule mit einem Aufzug aus. Damit wird das Gebäude barrierefrei zugänglich.

Die Stadt Waldkraiburg stattet den Anbau der Graslitzer Grundschule mit einem Aufzug aus. Damit schafft sie die Voraussetzung dafür, dass eine gehbehinderte Schülerin am Unterricht auch in den Fachräumen im Keller und Obergeschoss teilnehmen und künftig weitere Kinder mit Handicap aufgenommen werden können. Auf 90000 Euro wird die Baumaßnahme geschätzt, die der Ferienausschuss einstimmig befürwortete.

Bereits seit dem Schuljahr 2010/2011 besucht die Schülerin die Grundschule. Das Klassenzimer im Erdgeschoss des Anbaus kann sie über eine Rampe erreichen, durch die der Anbau erschlossen wird. In den Jahrgangsstufen 1 und 2 wurde der Fachunterricht noch im Klassenzimmer erteilt. Das ändert sich in der 3. Klasse. Fachunterricht in Werken, Textil, Musik und EDV ist jetzt in den Fachräumen, die sich im Keller beziehungsweise im Obergeschoss der Schule befinden. Aus diesem Grund hat die Schule Anfang Juli den Einbau eines Treppenlifts beantragt.

Im Sinne der so genannten Inklusion, der Maxime, alle Kinder soweit möglich in den Unterricht der Regelschulen zu integrieren und nicht wegen eines Handicaps davon auszuschließen, greift die Stadt das Anliegen der Schule auf.

Wie Manfred Brenninger von der Stadtbau GmbH im Ausschuss erläuterte, wurden mehrere Möglichkeiten geprüft. Gegen den Treppenlift spricht, dass vier Treppenabsätze mit einem separaten Lift ausgestattet werden müssten. Dadurch würde die Treppe nicht mehr als Fluchtweg zur Verfügung stehen. Ein neuer zweiter Fluchtweg müsste geschaffen werden.

Durch eine Verlagerung von Klassenzimmern würden die vorhandenen Klassenräume im Erdgeschoss des Alt- und Anbaus wegfallen und müssten eventuell wieder hergestellt werden.

Stadtbau und Stadtverwaltung schlagen stattdessen den Anbau eines Aufzugs vor, der außen am Ausgang zur Freisportfläche angebaut wird. Damit wird der komplette Anbau vom Kellergeschoss bis zum Obergeschoss behindertengerecht zugänglich. Die Barrierefreiheit kommt nicht nur Schülern, sondern auch Eltern und Lehrern mit Behinderungen zugute sowie Wählern mit Handicap, die bei Wahlen ein Wahllokal im Obergeschoss erreichen wollen.

Auf rund 90000 Euro werden die Kosten für den Aufzug geschätzt. Darin sind die Kosten für die Aufzugtechnik mit 38.000 Euro sowie für die Umfassungswände und die Elektronikarbeiten mit rund 53000 Euro enthalten.

Mit dem Aufzug schafft die Stadt auch die Voraussetzungen für andere Kinder mit Handicap, die Graslitzer Schule zu besuchen. Sie ist dann als einzige der vier Grundschulen barrierefrei. Aus baulichen Gründen und auch weil bereits eine Rampe vorhanden ist, bietet sich die Schule dafür an, so Brenninger. Mit dem staatlichen Schulamt und dem Gemeindetag wurde bereits abgeklärt, dass es keinen Rechtsanspruch gibt, dass auch andere Grundschulen entsprechend ausgestattet werden müssen. Betroffene Eltern müssen also in Kauf nehmen, dafür den Schulsprengel zu wechseln, stellte der Bürgermeister klar, der bedauerte, dass der Antrag relativ spät einging und deshalb "eine Hauruck-Aktion nötig war".

hg/Mühldorfer Anzeiger

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