Tanzlehrerin begeistert von Prinzenpaar

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Waldkraiburg - "Die beiden sind möglich tänzerisch das beste Prinzenpaar, das Waldkraiburg bisher gesehen hat", nimmt Tanzlehrerin Sonja Koparanova von der Tanzschule Sonay in Aschau an.

Sie und ihr Mann trainieren Marina und Marco Coordes seit mehr als zehn Jahren und haben sie zu vielen Titeln im Tanzsport begleitet. 56 Auftritte hatten Marina und Marco Coordes, als sie 2003 im Trostberger Fasching das Kinderprinzenpaar gaben. Immer dabei: Mama Ute. Heute hätte der 20-jährige Marco zwar selbst den Führerschein, dennoch fährt die Mutter zu den Trainings und Auftritten mit der 17-jährigen Tochter mit - wenn sie kann.

"Als Prinzenpaar müssen sie ja mal anstoßen und dann wär schnell der Führerschein weg", so die alleinerziehende Ute Coordes, die ihre drei tanzbegabten Kinder unterstützt, wo sie kann. Sie selbst tanzte früher Rock 'n' Roll, heute sieht sie zu, wenn Marina, Marco oder Manuel - der älteste Sohn ist 24 und macht eine Ausbildung zum Tanzlehrer in München - neue Schritte und Hebefiguren einstudieren.

Prinzenpaar Marina und Marco haben gerade ihre letzte Probe in der Tanzschule Sonay. Für die kommende Ballsaison studieren sie einen Show-Mix aus Jive, Rumba und Cha-Cha-Cha ein zu Musik von Joe Cocker und Christina Aguilera. Das rote Prinzessinnenkleid und der dunkle Prinzenfrack sind noch unter Verschluss.

Maßgefertigte Kostüme, Fahrten zu den Trainingseinheiten und zu den Turnieren - da kommt eine ordentliche finanzielle Belastung für ihre Mutter zusammen. Doch das schmerzt Ute Coordes nicht, schließlich will sie das Talent ihrer Sprößlinge fördern und unterstützen. Oft hatte sie alle drei Kinder gleichzeitig in Turnieren und musste bei den Siegerehrungen immer ein weinendes und ein lachendes Auge haben.

Tanzlehrerin Sonja Koparanova traut dem Prinzen- und Geschwisterpaar Marina und Marco Coordes eine Profikarriere im Tanzsport zu. "Dafür haben sie die nötige Klasse."

Das Tanzen liegt der Familie Coordes im Blut. Marina trainiert seit elf Jahren in Aschau unter der Anleitung der Tanztrainer Sonja und Nayden Koparanova, die mittlerweile "zur Familie gehören". Die Freundschaft zu den Tanzlehrern und das Tanzen habe den Kindern gut getan, ihren Charakter und ihr gutes Benehmen geprägt, ist die Mutter überzeugt.

2001 fand auch Marco Gefallen an Samba, Quickstep, Walzer und Co. und tauschte seine Fußballschuhe gegen Tanzschuhe. Und die beiden waren in der Kinder-, Junioren- und Jugendklasse mit ihren jeweiligen Partnern sehr erfolgreich.

Marina holte mit Manuel Zinnecker aus Waldkraiburg elf bayerische Meistertitel in Latein, Standard und der Zehntänzekombination. Die beiden gewannen auch viermal den Bayernpokal. "Wenn Sonja und Nayden nicht so an mich geglaubt hätten, wär ich nie so weit gekommen", so die hübsche junge Frau mit den dunklen Haaren.

Marco sicherte sich mit seiner ehemaligen Tanzpartnerin Sabrina Scherzer aus Kraiburg auch den Bayernpokal und wurde zweimal bayerischer Meister: einmal bei den Standardtänzen und einmal bei den Lateinamerikanischen.

Oft standen die Geschwister gemeinsam auf dem Siegertrepperl. "Wenn Marina den Titel holte, dann erreichte Marco den Vize-Titel oder umgekehrt", schmunzelt ihre Mutter.

Nach dieser Zeit hatte Marco seine Tanzkarriere eigentlich an den Nagel gehängt. Doch seine Schwester brauchte ihn. Der ältere Bruder Manuel hatte keine Zeit mit ihr einen Showauftritt für Marinas Abschlussball heuer im Sommer einzustudieren. Da sprang Marco ein, trainiert wurde wieder bei Sonay und da wurden die Coordes-Geschwister von der Waldburgia "entdeckt" und gleich angeworben.

Die beiden werden nun erstmal durch die Faschingssaison miteinander tanzen, ob sie danach gemeinsam Turniere bestreiten werden, lassen sie noch offen. Tanzen mit der Schwester ist irgendwie anders. "Man kann sie ganz anders anpacken und mit ihr Klartext reden, ohne dass sie gleich beleidigt ist", sagt der 20-jährige Marco Coordes in einer Trainingspause. Er arbeitet als Kfz-Mechaniker in Trostberg und freut sich daher über die späten Trainingsstunden nach 20 Uhr. Zeit für andere Hobbys bleibt beiden nicht viel. Außer Tanzen? "Eigentlich nur Tanzen", sind sich die Geschwister einig. Zwar interessiert sich Marco noch für Fußball und Marina spielt ab und an Volleyball. Aber Tanzen geht immer vor.

Die 17-jährige Marina ist noch in der Ausbildung zur Augenoptikerin und wenn mehrmals wöchentlich Trainingsstunden sind, ist sie schon froh, dass ihr Freund da viel Verständnis zeigt. Tanzen kann der übrigens gar nicht. Sie hat mal versucht, es ihm beizubringen. "Das klappte aber nicht so", lacht sie.

Von der Waldkraiburger Faschingssaison erwarten Marina und Marco "viel Spaß". Die Waldburgia habe sie gut aufgenommen, die Chemie stimme.

Tanzlehrerin Sonja Koparanova kennt die beiden von Kindesbeinen an. "Sie sind fast wie eigene Kinder", sagt die gebürtige Bulgarin. Das Schöne an der Tätigkeit als Prinzenpaar sei, so die 40-Jährige, dass ihre Schützlinge "loslassen und ohne Leistungsdruck, ohne Turnierstress" übers Parkett fegen können. Sie tanzen nur für sich und das Publikum. "Die zwei haben das Zeug zur Profikarriere, könnten auch Trainer oder Wertungsrichter werden", ist Koparanova überzeugt. "Tänzerisch ist das wahrscheinlich das beste Prinzenpaar, das Waldkraiburg je gesehen hat."

kla/Mühldorfer-Anzeiger

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