Antworten auf Lebensfragen

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Sabine Meyle ist seit Februar 2002 Leiterin der Volkshochschule Waldkraiburg. Sie bemüht sich mit ihrem fünfköpfigen Team sowie einer Vielzahl von Kursleitern, Jahr für Jahr ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen.

Waldkraiburg - Die Volkshochschule Waldkraiburg besteht seit 50 Jahren. Grund genug für eine Bestandsaufnahme.

Seit 50 Jahren gibt es die Volkshochschule in Waldkraiburg. In dieser Zeit haben nicht nur unzählige Waldkraiburger, sondern auch Menschen aus dem Umland die Möglichkeit genutzt, sich beruflich fortzubilden, interessanten Vorträgen zuzuhören oder neue Sprachen zu lernen. In dieser Zeit hat sich die Erwachsenenbildung aber auch gewandelt. Die Waldkraiburger Nachrichten sprachen darüber mit der VHS-Geschäftsführerin Sabine Meyle.

Die Volkshochschule startete mit sechs Kursen, einer Vortragsreihe und einigen kulturellen Veranstaltungen. Wie viele bieten Sie heute an?

Die Zahl der Veranstaltungen ist auf rund 600 pro Jahr angestiegen.

Nach dem Krieg hatten viele Menschen alles verloren und mussten sich weiterbilden, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Warum kommen die Menschen heute zu Ihnen?

Das Leben ist im Lauf der Jahre immer komplexer geworden und die Menschen müssen mehr Entscheidungen treffen als früher. Gute Entscheidungen erfordern ein bestimmtes Maß an Wissen und Kompetenz. Auch in beruflicher Hinsicht muss man sich heutzutage mehr fortbilden als früher, will man den Anschluss nicht verlieren. Andere interessieren sich privat für bestimmte Themen und möchten in diesen Bereichen ihr Wissen vertiefen. Dann gibt es noch eine große Gruppe, die bewusst etwas für sich in Sachen Persönlichkeitsbildung und für ihre Gesundheit tut. Um all diese Bedürfnisse und Lebensbereiche abzudecken, haben wir unser Angebot entsprechend verbreitert.

Wie schaut das konkret aus?

Bei den sechs Kursen, mit denen die Volkshochschule vor 50 Jahren begonnen hatte, waren zwei Sprachkurse, drei Kurse zur beruflichen Weiterbildung sowie ein Kochkurs. Heute haben wir unser Kursangebot in die Bereiche Gesellschaft und Leben, Beruf und Karriere, Sprachen und Verständigung, Gesundheit und Fitness, "Kultur und Gestalten" sowie "Spezial und mehr" aufgegliedert. Hier ist für jeden etwas mit dabei.

Gibt es im Kursangebot Dauerbrenner, die immer laufen?

Da sind einmal die Sprachen zu nennen. Englisch und Französisch bieten wir seit Bestehen der Volkshochschule an. Ein zweites Feld ist die berufliche Weiterbildung. Dinge wie Buchführung, EDV, Zeitmanagement oder erfolgreiches Telefonieren sind hier gefragt. Dazu kommen aber auch Kurse wie Yoga oder alle Arten von Fitnesskursen, die sich stets großer Beliebtheit erfreuen.

Überall wird lebenslanges Lernen propagiert. Nutzen die Menschen auch das Angebot der Volkshochschule?

Wir hatten rund 600 Veranstaltungen im vergangenen Jahr mit knapp 7000 Teilnehmern. Viele unserer Kunden sind treue und langjährige Kursteilnehmer, kurzum Menschen, die für das lebenslange Lernen stehen.

Das aktuelle Programm ist gerade erschienen. Welche neuen Angebote hat die Volkshochschule?

Wir können im kommenden Semester erstmals ein "Studium generale" anbieten. Das heißt, wir bieten einen verständlichen Überblick über ausgewählte wissenschaftliche Disziplinen, um die Allgemeinbildung zu fördern. Dann versuchen wir es zum ersten Mal mit einem speziellen Kursangebot nur für Männer. Bei den Sprachen bieten wir in einigen Kursen die Möglichkeit des Online-Lernens an. Wir sind sehr gespannt, wie die Bürger diese Angebote annehmen.

Was verbirgt sich hinter den beiden Rubriken "Kultur und Gestalten" sowie "Spezial und mehr"?

Bei "Kultur und Gestalten" haben wir vielfältige Angebote aus den Bereichen Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Theater, Film oder Ausstellung; Kreatives eben. Bei "Spezial und mehr" ist das gesamte Angebot für Kinder und Jugendliche untergebracht. Da bieten wir aber auch vieles rund ums Kochen und Genießen, Haus und Garten an.

Wie sieht das Angebot für Kinder und Jugendliche aus?

Hier können wir erfreulicherweise eine große Bandbreite anbieten. Da sind zum einen Kurse, die einen Bezug zur Schule haben wie Lerntraining, die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit oder den Spaß an Sprachen zu entdecken. Das andere sind Angebote, mit denen der Nachwuchs eher einen Ausgleich zur Schule bekommen soll. Hier wären beispielsweise Yoga, verschiedene Reitkurse oder Tanzangebote, aber auch Kurse, die die künstlerische Kreativität wecken, zu nennen.

Wenn sie sich etwas wünschen könnten, was würde das sein?

Die würden mir zwei Dinge einfallen: Einmal dass weiterhin möglichst viele Menschen aus allen Schichten das Angebot der Volkshochschule nutzen und sich so beruflich wie persönlich weiterentwickeln. Und zum anderen, dass wir es irgendwann schaffen, eine Volkshochschule unter einem Dach zu haben.

Ist der zweite Wunsch in absehbarer Zeit zu verwirklichen?

Das ist in erster Linie eine Frage des Geldes. In unserem Leitbild steht, dass wir versuchen, wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen. Doch solange sind wir auf Fördermittel vom Freistaat sowie die wirklich großzügige Unterstützung der Stadt Waldkraiburg angewiesen. Und das muss man sagen, dass die Stadt voll hinter der Volkshochschule steht und immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat. Doch ein eigenes Gebäude ist natürlich schon ein ziemlicher finanzieller Brocken.

Sind sie auch für die Zukunft gerüstet?

Wir arbeiten seit dem Jahr 2002 nach den Richtlinien des Qualitätsmanagement-Systems nach EFQM und sind DQS-zertifiziert. Natürlich strecken wir unsere Fühler stets nach allen Seiten aus, um neue Trends oder Strömungen nicht zu verpassen und so auch immer ein aktuelles Kursangebot zu haben. Ich denke, insgesamt sind wir gut aufgestellt, da wir uns selbst und die VHS als Organisation ständig weiterentwickeln.

Vielen Dank für das Gespräch.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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