80.000 Euro für Qualität

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Das Haus Sudetenland in Waldkraiburg.

Waldkraiburg (WN) - Das Haus Sudetenland darf auch weiterhin mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt rechnen.

Der Haupt- und Finanzausschuss war sich einig: Mit einem Zuschuss von jährlich 80.000 Euro kann das Jugendförderungswerk das Angebot auf dem aktuellen Niveau halten.

Das Haus Sudetenland ist eng mit der Geschichte Waldkraiburgs verbunden, sagte Bürgermeister Siegfried Klika im Haupt- und Finanzausschuss.

Bernd Sottek sprach gar von einem Wahrzeichen der Stadt, das unbedingt erhalten bleiben müsse und Horst Krumpholz bat sehr emotional darum, immer hinter dem Haus zu stehen. Dafür war er eigens in die Sitzung gekommen, obwohl er eine Gehirnerschütterung hatte.

Auch Susanne Engelmann war der Meinung, die jährlichen 80.000 Euro Betriebskostenzuschuss seien gut investiertes Geld. Harald Jungbauer pries es als "Werbeträger par excellence" an.

Alle waren sich einig, so rannte Anton Sterr, Vorsitzender des Jugendförderungswerks, mit seinem Bericht bei allen offene Türen ein. Er erinnerte an das "Höchste Gütesiegel", das das Haus im Sommer durch das Bayerische Schullandheimwerk 2009 bekam. Jährlich verzeichne man rund 11.000 Übernachtungen - in ganz Waldkraiburg gebe es 20.000.

Montags bis donnerstags werden 110 Mittagessen für Schüler der Ganztagsklasse der Diesel-Hauptschule gekocht. "Das ist eine weitere Einnahmequelle", so Sterr. Aber das Personal müsse in zwei Schichten kochen - für Schüler und Gäste. Die Wirtschaftskrise und das persönliche Einkommen der Eltern schmälern die Belegung. Die Vollpension koste pro Woche 88 Euro. "Das ist sicher nicht die Welt, aber vielen zu teuer", so Sterr.

Daher sei das Jugendförderungswerk auf die Hilfe der Stadtbau und der Stadt angewiesen. In Infrastruktur und Einrichtung müsse investiert werden, um die Qualität halten zu können und wettbewerbsfähig unter den insgesamt 36 Schullandheimen in Bayern zu bleiben.

Modellkurse für Berufsorientierung in Waldkraiburg

Für die belegungsarme Zeit von November bis Februar habe man vor, neue Tätigkeitsfelder zu erschließen: Berufsorientierung für Hauptschüler. Dabei werden drei Kompaktkurse im Rahmen der Berufsorientierung im bevorstehenden Winter und Frühling als Modell-Lehrgänge für ganz Bayern durchgeführt. Je eine Hauptschule aus den Landkreisen Mühldorf, Pfarrkirchen und Altötting wird stellvertretend für alle Hauptschulen teilnehmen. Es gehe laut Sterr darum, die Persönlichkeitsbildung voranzutreiben.

Ausgangspunkt der Kompaktkurse sind drei Problemfelder: Jugendliche haben Probleme im Zusammenhang mit der Berufswahl, im Bezug auf den Bewerbungsprozess und in Zusammenhang mit der betrieblichen Realität. Daraus ergeben sich die Schwerpunkte Berufswahlreife, Bewerbungsreife und Ausbildungsreife.

"Die Modell-Lehrgänge werden zu 50 Prozent vom Kultusministerium und zu 50 Prozent von der Arbeitsagentur getragen", berichtete Anton Sterr. Die Eltern müssten nur Übernachtung und Verpflegung im Haus Sudetenland beisteuern. Bei den Modell-Lehrgängen übernehmen die jeweiligen Schulämter noch einmal etwa die Hälfte dieser Kosten. So bleiben für die Eltern knapp 40 Euro zu bezahlen.

Läuft das Projekt erfolgreich, sollen diese Kurse auf alle Hauptschulen in Bayern ausgedehnt werden. Es sei geplant, dass neben dem Haus Sudetenland nur drei weitere Schullandheime diese Kurse anbieten.

"Für all das brauchen wir Planungssicherheit", sagte Sterr zum Gremium. "Toll, dass neue Geschäftsfelder aufgetan werden", lobte Engelmann. Klika sagte, der Zuschussantrag werde nicht zeitlich beschränkt.

So empfahl der Haupt- und Finanzausschuss einen jährlichen freiwilligen Betriebskostenzuschuss von 80.000 Euro, die aufgeteilt auf zwei Termine, jeweils am 1. Januar und am 1. Jul, ausgezahlt werden sollen. Der Stadtrat wird am kommenden Dienstag über diese Empfehlung abstimmen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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