Neues Triebwerk: 20-Millionen-Projekt am Inn

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Am südlichen Flussufer der Innstaustufe Gars (im Bild links) wird ab Ende Mai die neue Turbinenanlage gebaut. Im Hintergrund ist Hochstraß bei Gars-Bahnhof zu sehen.

Gars - Mit einer Mehrerzeugung von 13,7 Millionen Kilowattstunden wird das neue Triebwerk ab Ende 2012 zusätzlich 3400 Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie beliefern.

Damit können im Vergleich zu einem modernen Steinkohlekraftwerk jährlich rund 11.000 Tonnen an CO2 vermieden werden. Ausführlich informierte die Verbund-Innkraftwerke GmbH jetzt bei mehreren Veranstaltungen die Öffentlichkeit über den Start des Projektes "Triebwerk Gars". Die Garser interessierten sich vor allem für Baustellenbetrieb und Baulärm. Die Transporte werden durch die Innwerksiedlung bei Gars Bahnhof abgewickelt, der Innradweg wird umgeleitet.

Die Bauleitung mit Projektleiter Georg Loy und Werksgruppenleiter Klaus Schöler sucht den laufenden Dialog zu den Bürgern mit Informationsblättern, Veranstaltungen und persönlichen Gesprächen. Mit Baubeginn wird eine Plattform gegründet und ein Bürgertelefon als direkter Draht für Anlieger zur Projektleitung eingerichtet.

Wie Diplomingenieur Dr.Karl-Heinz Gruber und Magister Michael Amerer als technische und kaufmännische Geschäftsführer ausführten, investiert der Verbund mit dem Projekt "Triebwerk Gars" in den Ausbau der bayerischen Wasserkraft, die derzeit einen Anteil an 14 Prozent bei der Stromerzeugung hat. Die Maßnahme sei zugleich ein wichtiger Impuls für die gesamte Entwicklung der erneuerbaren Energieträger.

Spatenstich für das neue Triebwerk, einer Anlage nach dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) mit fünf Megawatt Leistung, ist am 25. Mai. Die Staustufe Gars bekommt dann in einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wie Jettenbach und Wasserburg (2004 und 2009) eine Turbine, die das bisher an mehr als 100 Tagen im Jahr ungenutzt abgeleitete Über- oder Restwasser zur Stromerzeugung verwendet, das bedeutet eine deutliche Steigerung der Effizienz der vorhandenen Innkraftwerke.

Am Standort Gars werden künftig insgesamt rund 170 Millionen Kilowattstunden erzeugt, neun Prozent mehr als bisher. Zurzeit nicht aktuell ist ein zusätzliches Triebwerk in Teufelsbruck, da dort sehr schwierige Bedingungen herrschen.

Nach der Errichtung der Bauwerke für den Ein- und Auslauf und die Turbine beginnt Anfang Mai 2012 die Montage der horizontalen Kaplanturbine. Der Beginn des Probetriebes ist für Ende November 2012 geplant.

Die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte für Schall und Vibrationen wird während des Baus von Fachgutachtern kontrolliert. Der Baubetrieb wird zu den zulässigen gesetzlichen Arbeitszeiten werktags erfolgen. Vor Baubeginn wird eine Gebäude-Beweissicherung durchgeführt.

Die Eingriffe in die Natur werden so minimal wie möglich gehalten, es gibt auch ökologische Begleitmaßnahmen. So soll der anliegende Nasenbach restrukturiert werden und eine Altwasserentlandung erfolgen, um die Auengebiete aufzuwerten. Unter anderem sind verbesserte Fisch-Laichplätze und neue Habitate für die Tier- und Pflanzenwelt sowie eine Modernisierung der Fischwanderhilfe am Standort Gars geplant.

ba/Mühldorfer Anzeiger

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